Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

Marcin Horecki: "Das Durchschnittsfeld bei den MicroMillions ist sehr soft"

Bereits zweimal konnte sich der polnische Team PokerStars Pro beim Leaderboard der MicroMillions durchsetzen - im Interview spricht der Turnierspezialist über die beliebte Online-Turnierserie.

Die fünfte Ausgabe der MicroMillions ist diese Woche bei PokerStars PokerStars gestartet und heute haben wir ein Interview mit einem der erfolgreichsten Spieler der Turnierserie für euch.

Marcin 'Goral' Horecki ist bei den MicroMillions kaum zu stoppen, bereits zweimal schnappte er sich den "Player of the Series"-Titel - bei insgesamt vier Festivals. Ob der ehemalige Skistar am Ende der MicroMillions 5 auch an der Spitze stehen wird?

"Ich liebe die Herausforderung, den Wettbewerb und natürlich liebe ich Poker"

m
Marcin Horecki

PokerStrategy.com: Marcin, regelmäßig nehmen tausende Spieler an den Turnieren der MicroMillions teil. Wie schwierig ist es, an die Spitze zu gelangen?

Marcin Horecki: Es ist immer eine Menge Arbeit, bei den Micro Millions "Player of the Series" zu werden. Die Serie umfasst 100 Events, gespielt wird zehn Tage lang in Folge und die Turniere finden 24 Stunden am Tag statt.

Ich denke, dass nur einige hundert Spieler genügend Events spielen, um beim Leaderboard am Ende vorne dabei zu sein. Die meisten Freizeitspieler nehmen nur an wenigen Turnieren teil - deshalb haben meiner Meinung nach nur 200 bis 500 Spieler das Leaderboard im Blick.

PokerStrategy.com: Nimmst du nur an den MicroMillions teil, um dir den "Player of the Series"-Titel zu holen?

Marcin Horecki: Ich liebe die Herausforderung, den Wettbewerb und natürlich liebe ich Poker. Deshalb ist es eine perfekte Kombination für mich, das Leaderboard zu gewinnen. Selbstverständlich möchte ich auch ein Turnier gewinnen, so wie ich es bei meinem letzten Leaderboard-Sieg getan habe. Aber bei 100 Events kann sich niemand an alle 100 Gewinner erinnern.

Am Ende gibt es nur einen Spieler, der das Leaderboard für sich entscheiden kann. Der Preis für den TLB-Sieg ist normalerweise viel höher im Vergleich zu den Preisgeldern bei den kleinen Buy-In-Turnieren...deshalb macht es Sinn, den Versuch zu starten, die Rangliste zu gewinnen.

"Prop Bets halten die Motivation hoch"

//cdn-origin.pokerstrategy.com/2013/07/15/2.jpg
Statt EPTs jetzt MicroMillions

PokerStrategy.com: Als EPT-Regular spielst du normalerweise um größere Summen. Fällt es dir leicht, den Fokus auf die MicroMillions-Turniere zu legen, bei denen die Buy-Ins deutlich kleiner sind?

Marcin Horecki: Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich immer versuche, mein Bestes zu geben und Chips an den Tischen zu gewinnen - egal, wie viel sie wert sind. Zum anderen bin ich ein sehr wettbewerbsorientierter Mensch, deshalb motivieren mich Ranglisten, Vollgas zu geben.

PokerStrategy.com: Wie sieht es mit Prop Bets während der Turnierserie aus?

Marcin Horecki: Ja, das ist der dritte Grund, um die Motivation hochzuhalten. Die Prop Bets sind zwar kleiner, da auch die Buy-Ins niedriger sind. Aber natürlich ist es auch toll, diese Wetten zu gewinnen. Leider wird es bei jeder Series schwieriger, Action zu bekommen, da die Leute wissen, dass ich immer Erster werden möchte.

PokerStrategy.com: Wie stark würdest du die Teilnehmerfelder einschätzen, auch im Vergleich mit anderen Turnierserien wie der SCOOP oder der WCOOP?

Marcin Horecki: Selbstverständlich werden die meisten Teilnehmer Amateurspieler sein, für die der Spaß an erster Stelle steht und die im Gegensatz zu Profispielern nicht jeden Tag spielen. Das Durchschnittsfeld ist sehr soft, man wird also einige seltsame Spielzüge und Bad Beats sehen.

Auf der anderen Seite sollten die professionellen Spieler dafür sorgen, dass die Freizeitspieler Spaß haben, wenn sie gegen uns spielen. Wenn die Amateure also nicht wirklich klug spielen, aber Glück gegen uns haben, sollten wir einfach "nice Hand" sagen und darüber hinwegsehen.

PokerStrategy.com: Was sind deiner Meinung nach die größten Fehler dieser Spieler?

Marcin Horecki: Es sind meist die typischen Fehler wie zu viel Bluffen, die eigenen Hände überschätzen, zu viele Hände spielen oder auch in riskanten Spots slow-playen. Das ist normal auf den kleineren Stakes und wir sollten die Spieler deshalb nicht beschimpfen, sondern versuchen, davon zu profitieren.

"Die physische Vorbereitung ist wichtiger als die mentale"

//cdn-origin.pokerstrategy.com/2013/07/15/3.jpg
Horecki ist fit für die MicroMillions

PokerStrategy.com: Da die Teilnehmerfelder so riesig sind, dauern diese Turniere auch teilweise etliche Stunden. Eine gute Vorbereitung sollte unabdingbar sein, oder?

Marcin Horecki: Ja, ich denke, dass generell die mentale und physische Vorbereitung essenziell für alle Pokerturniere ist. Diese Teilnehmerfelder sind zwar groß, aber normalerweise ist die Struktur der Turniere sehr schnell, deshalb scheiden die Spieler relativ rasch aus.

Wer das Leaderboard der MicroMillions gewinnen möchte, braucht meiner Ansicht nach eine gute physische Vorbereitung - diese ist sogar wichtiger als die mentale. Man muss schauen, dass man sich seine Schlafzeiten einteilt und man muss bereit sein, mehrere Stunden an den Tischen zu verbringen.

Außerdem sollte man sich in allen Varianten sicher fühlen und nicht nur in No-Limit. Ich mag verschiedene Formate, da es eine zusätzliche Herausforderung ist und mir dadurch nicht langweilig wird.

PokerStrategy.com: Bringen dir deine ehemaligen Magic the Gathering-Fähigkeiten auch etwas am Pokertisch?

Marcin Horecki: Diese beiden Spiele sind in Sachen Analytik relativ ähnlich. Wie in jedem Strategiespiel benötigt man logisches Denken und man muss in der Lage sein, Situationen zu analysieren, um Erfolg zu haben.

PokerStrategy.com: Du warst früher ein erfolgreicher Skifahrer und bist wie viele Spitzensportler in den Pokerbereich gewechselt. Ist es deiner Meinung nach in Ordnung, Poker als Sport zu betrachten?

Marcin Horecki: Ich denke, dass Poker ein recht ähnliches Spiel wie zum Beispiel Schach oder Bridge ist. Diese Spiele sind strategische Denkspiele und benötigen Skill - der Glücksfaktor ist langfristig gesehen nicht ausschlaggebend für Erfolg.

Auch bei diesen Spielen gibt es Preise und Geld zu gewinnen und genauso verhält es sich mit Poker. Also wenn Schach als Sportart betrachtet wird, dann sehe ich keinen Grund, warum auch unser Kartenspiel nicht zu einem solchen sportlichen Denkspiel gehören sollte. Natürlich gibt es zwischen körperbetonten Sportarten wie Skifahren und Denkspielen Unterschiede. Aber auch beim Poker muss man fit sein, um jedes Mal die beste Entscheidung zu treffen.

Forum: MicroMillions 5

von Barry Carter l Barry Carter bei Twitter