Stern.de über den Kruse-Erfolg: Poker ist ein Glücksspiel mit Suchtgefahr
Im heutigen DE-Round-Up informiert euch Tobias Frey über die Berichterstattung zum dritten Platz von Nationalspieler Max Kruse: Während viele Medien positiv über Poker berichtet haben, überraschte der Stern mit einem Klischeebericht.
Dank der Community werden die Medien auf Kruse aufmerksam
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| Max Kruse |
Als erstes Medium hatte PokerStrategy.com am Mittwochmorgen darüber berichtet, dass Fußballprofi Max Kruse bei der WSOP in Las Vegas ganz vorne dabei ist. Den Hinweis auf die starke Performance des deutschen Nationalspielers gab die Community, denn im WSOP-Forenthread wurde intensiv über den Stürmer von Borussia Mönchengladbach diskutiert.
Einige Stunden nach unserer Veröffentlichung zog BILD mit einem Artikel nach und dadurch wurden auch andere große Redaktionen auf den pokerspielenden Fußballer aufmerksam. Berichte gab es unter anderem bei den Onlineportalen Welt, Focus Online, SPORT1, BZ und Südwest Presse. Auch zahlreiche Fernsehsender informierten die Zuschauer über den Erfolg.
Vor allem die Online-Redaktion der BILD berichtete überraschend unaufgeregt über das Erreichen des Final Tables und den dritten Platz von Kruse. "Zur WM hat es Gladbachs Max Kruse (26) nicht geschafft. Dafür hat er jetzt in der Sommerpause seine Urlaubskasse aufgebessert! Kruse schaffte es unter 241 Spielern beim „World Series of Poker“, dem größten Poker-Event der Welt, an den Final-Tisch. Beim 2-7 Lowball (Variante, bei der die niedrigste Hand gewinnt) holte Kruse unter den letzten sechs Spielern einen starken dritten Platz, gewann 36 000 Dollar (umgerechnet rund 26 500 Euro)."
Auch die Kölner Boulevardzeitung Express freute sich über den Pokererfolg des Kickers: "Von wegen WM-Frust: Der geplatzte Traum scheint für den Stürmer kein Problem darzustellen. Während seine Kollegen in Brasilien schwitzen, befindet sich Kruse derzeit in Amerika - und schwebt dort auf der Erfolgswelle." Die Redakteure kopierten dabei einige Sätze eins zu eins von unserem Artikel und stellten somit sicher, dass die Infos korrekt waren.
Stern.de bezeichnet Poker konsequent als Glücksspiel
Jedoch gab es auch eine negative Überraschung, denn die Online-Ausgabe des Stern veröffentlichte einen Bericht, der voller Klischees war: "Nationalspieler Max Kruse ist nicht der Einzige. Der einzige Fußballprofi, der sich in seiner Freizeit exzessiv dem Glücksspiel widmet oder zumindest in so beträchtlichem Maße, dass er nun in Las Vegas in die Finalrunde der World Series of Poker einziehen konnte", heißt es zu Beginn des Artikels.
Poker wird dabei konsequent als Glücksspiel bezeichnet, die psychologischen und strategischen Komponenten werden komplett außen vor gelassen. Stattdessen werden nur negative Faktoren aufgezählt: "Der Deutsche Fußball-Bund weiß, wie sehr das Glücksspiel seine Elitekicker fasziniert. Bei der letzten Weltmeisterschaft in Südafrika ließ der Bundestrainer im Mannschaftsquartier einen Pokertisch aufbauen. Die Gefahr der Spielsucht wurde dabei übersehen - oder nicht weiter ernst genommen. Ob Pokern beim DFB auch diesmal zur Zerstreuung angeboten wird, wäre eine spannende Frage."
Anschließend weiß der Stern-Redakteur zu berichten, dass Max Kruse 2011 mehr als 11.000 Euro im Internet verloren haben soll. Woher er diese Zahlen hat und ob der Fußballer dafür in anderen Jahren erfolgreich war, ist ungewiss. Stattdessen wird auf seinen ehemaligen Mannschaftskollegen René Schnitzler hingewiesen, der an den virtuellen Cashgame-Tischen "ein Vermögen verlor".
Es versteht sich fast von selbst, dass auch das Ende des Artikels nicht gerade positiv ist: "Kruse wollte sich 2011 gegenüber den Autoren des Buches "Zockerliga" nicht zu seinem Spielverhalten jenseits des Rasens äußern. Nun steht er durch sein Glücksspiel in der Öffentlichkeit. Neue Fragen dürften gestellt werden, auch bei seinem Verein Borussia Mönchengladbach, dessen Sportvorstand Max Eberl durchaus Erfahrungen mit glücksspielsüchtigen Profis hat."
Gute Werbung für Poker - mach weiter so, Max!
Warum nach dem dritten Platz von Max Kruse bei einem WSOP-Turnier in Las Vegas neue Fragen gestellt werden sollen, wissen wohl nur die Redakteure des Stern. Insgesamt gesehen war die Berichterstattung der deutschen Medien über unser Kartenspiel aber sehr positiv und es war eine tolle Werbung für Poker.
Natürlich wäre es noch besser geworden, wenn Max das Bracelet gewonnen hätte. Jedoch ist es nicht ausgeschlossen, dass der Nationalspieler in den kommenden Wochen einen WSOP-Titel gewinnt, denn es werden noch mehr als 25 Events im Rio ausgetragen.
Von daher kann man ihm und allen deutschsprachigen Spielern nur die Daumen drücken und sagen: Mach so weiter, Max!
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