Negreanu meint, langes 'Tanken' würde das Spiel zerstören
Wir beenden die Woche mit einigen Geschichten, die ihr bislang verpasst haben könntet. Unter anderem geht es um die Verhaftung eines $400k-Chipdiebs und Mike Sextons Kritik an der WSOP.
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Negreanu gegen langes Nachdenken

Als Antwort auf einen Tweet von Online-Grinder Jordan Cristos, der der Meinung ist, langes Nachdenken im Turnierpoker sei in Ordnung, hat sich nun auch Daniel Negreanu zu dem Thema zu Wort gemeldet. 'Tanken', so Daniel in einem Blog-Eintrag, sei eine Zeitverschwendung, die "das Spiel zerstört".
Cristos ist der Meinung, zu tanken sei eine legitime Taktik in der modernen Turnierstrategie. Negreanu allerdings sieht das anders: Für ihn zeige es einen "Mangel an Respekt" für die Gegenspieler und das Spiel an sich.
"Wenn jeder so wie Cristos in Turnieren handeln würde, dann gäbe es bald keine mehr", so der Führende der All Time Money List.
"Es würde nicht nur die Strukturen zerstören, weil nur zehn bis 15 Hände pro Stunde gespielt würden. Für Amateure würde zudem es viel zu langweilig werden und davon hätten auch die Profis nichts."
$400K-Chipdieb verhaftet
Im Januar berichtete der WSOP-Bracelet-Gewinner und High-Stakes-Regular Daniel Alaei, dass ein anonymer Freund von ihm Opfer eines Einbruchs geworden war. Dabei seien diesem Chips im Wert von über $400.000 aus seiner Wohnung gestohlen worden:
Friend had $400k in various LA/LV casino chips stolen yesterday. If anyone has info or gets offered chips please contact LAPD. Rt plz
— Daniel Alaei (@dalaei) January 29, 2015
Fast zwei Monate nach dem Vorfall sieht es so aus, als wenn der Übeltäter geschnappt sei. Ein 32-jähriger Mann wurde in dieser Woche verhaftet. Er wird verdächtigt, in Los Angeles Casino-Chips im Wert von $420k gestohlen zu haben.
Dustin Campbell (im Bild) wurde in seinem Haus in Illinois aufgefasst. Bei sich trug er $40.000 Bargeld und Chips im Wert von $20.000.
Die Polizei wirft Campbell vor, dass er in einem lokalen Casino kurz nach dem Diebstahl Chips im Wert von $200k eingetauscht habe. Dies sei per Videokamera aufgezeichnet worden. Anschließend habe er schnell mit dem nächsten Flieger die Stadt verlassen.
Das Opfer, so stellte sich mittlerweile heraus, ist der Pokerprofi Matt Kirk.
Sexton greift WSOP an
In der letzten Woche machte Pokerlegende und WPT-Kommentator Mike Sexton seinen Unmut über die WSOP öffentlich. Er ist nicht damit einverstanden, wie die Serie in den letzten Jahren geführt wurde.
Sein größtes Bedenken ist, dass die November Nine zu lange nach der eigentlichen WSOP stattfinden. In dieser Zeit wird das Geld der Spieler von der WSOP verwahrt. Lange genug, so Sexton, dass zwischenzeitlich einer der Finalisten sterben könne. Außerdem gäbe es mittlerweile so viele WSOP-Events im Jahr, dass "der Wert eines Bracelets immer mehr abnimmt".
Eine Antwort von WSOP Executive Director Ty Stewart ließ nicht lange auf sich warten. Er verteidigt die Praxis der WSOP: Es sei aufgrund von Auflagen seitens ESPN nicht möglich, den Final Table schon im Juli zu übertragen. Diesen direkt auszuspielen und erst Monate später auszustrahlen würde ebenfalls keinen Sinn machen, weil dann bereits jeder das Ergebnis wüsste.
Er erinnerte Sexton zudem daran, dass die WSOP jedem Finalisten das Preisgeld für den neunten Platz direkt auszahlt. Der Rest des Preispools werde auf einem Bankkonto verwahrt und verzinst. Die so erzielten Zinsen würden nach dem Turnier an die Spieler verteilt. Die große Anzahl an WSOP-Teilnehmern sorge außerdem dafür, dass es nach wie vor sehr schwer sei, eines der begehrten Bracelets zu gewinnen.
Anthony Zinno schreibt WPT-Geschichte
Der in den USA lebende Turnierprofi Anthony Zinno hat WPT-Geschichte geschrieben: Er ist neben Marvin 'xcrash154' Rettenmaier und Darren Elias einer von nur drei Spielern, die zwei WPT-Events nacheinander gewinnen konnten.
Zinno, der bereits im Jahr 2013 einen WPT-Titel errungen hatte, gewann nun zunächst die WPT Fallsview Classic und anschließend im Februar die LA Poker Classic. Insgesamt betrug sein Preisgeld dabei $1.318.095.
Er ist nun zusammen mit Gus Hansen und Carlos Mortensen einer von nur drei Spielern, die drei WPT-Titel gewinnen konnten.
Wie steht ihr zum Tanken in Live-Turnieren? Ist es eine legitime Strategie, oder sollte es als eine das Spiel gefährdende Taktik stärker eingedämmt werden?


