Darum ist der Neymar-Deal gut für Poker
Die Verpflichtung von Neymar könnte einen weitaus positiveren Effekt auf die Pokerszene haben, als es bei Verträgen mit Sportstars bislang der Fall war.

In der vergangenen Woche gab PokerStars bekannt, dass der brasilianische Nationalstürmer und Barcelona-Star Neymar den Online-Pokerraum als Botschafter vertreten werde. Er wird neben Ronaldo und Rafael Nadal der dritte Superstar aus dem Sportbereich, der für PokerStars wirbt.
Besonders interessant an dem Deal ist das noch sehr junge Alter von Neymar. Im Normalfall kommen etablierte Sportstars erst zum Ende ihrer Karriere oder sogar erst danach zu Partnerschaften mit Pokerräumen (z.B. Boris Becker, Ronaldo, Shane Warne und Nadal). Nicht ohne Grund wurde bereits gescherzt, dass Promis zum Sterben zu Pokerspieler würden. Überspitzt meinen diese Witze, dass Sportler sich erst dann mit dem Pokerspiel in Verbindung bringen wollen, wenn sie nach ihrer Karriere eine andere Art Wettkampf und Verdienstmöglichkeit suchen.
Neymar hingegen hat seine besten Jahre noch vor sich. Er ist erst 23 Jahre alt und wird schon jetzt zu den besten Spielern der Welt gezählt. Er wird sicherlich noch ein ganzes Jahrzehnt auf höchstem Niveau spielen können.
Ein echter Pokerspieler

Jemand mit so vielen jungen Fans wie Neymar wird sich ohne Zweifel Kritik von Glücksspielgegnern anhören müssen, weil er für Poker wirbt. Der Umstand, dass er das Kernpublikum der Pokerbranche vertritt, nämlich junge Männer in den frühen Zwanzigern ist aus unserer Sicht ein Glücksfall. Für sein Management dürfte es hingegen keine einfache Entscheidung gewesen sein.
Sein Alter bedeutet jedoch auch, dass er momentan nicht viel Zeit für PokerStars haben wird. Wenn in Spanien die Saison läuft, kann Neymar kein Wochenende einfach mal freinehmen. Und im Sommer stehen die Weltmeisterschaft oder Copa America an.
Der Deal ist aus einem weiteren Grund sehr interessant: Neymar ist ein echter Pokerspieler. Er erregte viel Aufsehen, als er die historische 7:1-Niederlage gegen Deutschland nicht zu Ende schaute, sondern sich mit Poker ablenkte. Fast jede Zeitung berichtete darüber. Sein bereits vorhandenes Interesse für das Spiel bedeutet daher ein verglichen mit anderen Sport-Stars deutlich größeres Maß an Glaubwürdigkeit. Der 'normale' Prominente unterschreibt erst bei PokerStars und lernt erst anschließend zu pokern.
Nicht zu vergessen ist außerdem der Umstand, dass Neymar sowohl in Brasilien, als auch in Spanien ein großer Name ist. Also in zwei Ländern mit wachsendem Pokermarkt.
Millionen Fankontakte

Wir haben schon mehrfach die Auffassung vertreten, dass Sponsorings wie dieses deutlich mehr wert sind, als der Aufnäher eines Pokerraums auf dem Pullover eines EPT-Siegers. Neymar hat eine real existierende Fanbasis, die zum Teil erstmals mit Poker in Kontakt kommen wird. Alleine bei Twitter hat er 18 Millionen Follower, und quasi jeder Fußballfan kennt ihn. Er wird dem Pokerspiel eine riesige Aufmerksamkeit bescheren, viel mehr als das gesamte Team PokerStars zusammen (lässt man Ronaldo und Rafa Nadal einmal außen vor).
Und wo wir gerade dabei sind: Mit zwei Fußballlegenden und einer Tennisikone unter Vertrag hat sich PokerStars bereits mehrere Markenbotschafter geangelt, die einen enormen Einfluss haben. Da stellt sich die Frage, welcher Sport, wenn es das Budget erlaubt, der nächste sein wird. Golf, Formel 1 und Cricket erscheinen mir als passende Sportarten mit vielen Fans aus Gegenden, in denen Poker ebenfalls eine Zukunft haben könnte. Besonders Golf könnte ein passender Sport sein, immerhin sind auch viele Pokerspieler passionierte Golfer, sodass Wechselwirkungen vorhanden wären. Auch Cricket kommt in Frage, immerhin ist es eine der am meisten gesehenen Sportarten überhaupt.
Mit der Verpflichtung eines jungen Superstars in seinen besten Jahren scheint PokerStars eine deutlich aggressivere Marketingstrategie zu verfolgen. Das Ziel ist dabei immer, neue Pokerspieler zu gewinnen. Ich sehe nur Vorteile für die gesamte Pokerszene in dieser Entwicklung.
Hat PokerStars mit dem Neymar-Deal alles richtig gemacht? Wen könntet ihr euch aus der Welt des Sports ebenfalls als Pokerbotschafter vorstellen?