Selbst die besten Spieler der Welt müssten sich wohl geschlagen geben, wenn sich Pokerbots im aktuellen Tempo weiterentwickeln.
Carnegie Mellon University
Die Naturwissenschaftsstudenten aus Pennsylvania konnten kürzlich einige Erfolge feiern und glauben, dass Pokerbots in naher Zukunft so gut aufgestellt sein werden, dass selbst Topspieler keine Chance mehr gegen sie hätten.
Die kühnen Erwartungen bauen auf dem Sieg der Carnegie Mellon University aus Pittsburgh auf. Die Amerikaner konnten sich bei einem Wettbewerb für Computerpoker den ersten Platz sichern. Ihre Schöpfung hört auf den Namen Baby Tartanian 8. Er dominierte die Kategorie Gesamt-Bankroll und wurde Dritter beim 'Instant Bankroll Run-off', bei dem elf weitere Teams angetreten waren. Der Doktorand Noam Brown, welcher maßgeblich an der Entwicklung des Bots beteiligt ist, glaubt nun, dass der Computer bald auch die besten Pokerpros überholen wird.
Wie schon der Name verrät, handelt es sich um die achte Version der Rechenmaschine. Er ist die Weiterentwicklung von Claudico, welcher ebenfalls vor einem Jahr beim Wettbewerb positiv überraschen konnte.
Das neue Modell wurde nach dem großen Erfolg bei der 'Brains vs. Artificial Intelligence'-Ausstellung entwickelt. Die Ausstellung wird von der Universität selbst veranstaltet. Hierbei lud man Topspieler ein, um gegen den Bot anzutreten. Obwohl die Profite der menschlichen Spieler höher waren, kamen die Maschinen ihnen schon sehr nahe. Somit glauben Experten, dass weitere Verbesserungen an den Algorithmen und der Hardware die Bots in Zukunft zum Sieger machen werden.
Ein Upgrade für den Bot
Die Daten aus dem letzten Jahr wurden verwendet, um Nummer 8 upzugraden. Außerdem wurde das menschliche Feedback genutzt, um die Schwächen und Stärken des künstlichen Gegners auszumachen.
Tartanian 7 bettete beispielsweise oft zu groß in kleinen Pötten und vice versa. Dinge, die menschliche Spieler in denselben Situationen nicht machen würden, da sie als sehr ungewöhnlich wahrgenommen werden.
Zudem wurde der Bot so programmiert, dass er Pokerhände in bestimmte Gruppen zuweist. Dies hatte jedoch zur Folge, dass Situationen teils völlig falsch interpretiert wurden.
Nach der Auswertung des Feedbacks verwendete man die neu gewonnenen Erkenntnisse, um den jüngsten Bot besser auszustatten. Dies war der Grundstein für den diesjährigen Erfolg.
Für die Entwickler ist es daher nur noch eine Frage der Zeit, bis die Maschinen auch den besten menschlichen Gegenspieler hinter sich lassen.