Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Der Boom von Online-Homegames mit David Lappin

Im Gespräch mit dem Unibet-Markenbotschafter erfahren wir mehr über die Online-Runden, die er mit auf die Beine stellt, um trotz Ausgangsbeschränkungen private Pokerrunden zu ermöglichen.

Die meisten Anbieter hatten vor einem Monat noch kein Homegame-Feature im Angebot. Bei Unibet habt ihr das Ganze mehr oder weniger über Nacht improvisiert. Wie genau funktioniert bei euch die Erstellung einer Partie?

David Lappin: Im Grunde schicken mir die Leute bei Twitter eine persönliche Nachricht und ich schicke ihnen dann ein Formular zum Ausfüllen. Für viele Spieler ist Online-Poker eine neue Erfahrung, also helfe ich ihnen auch bei der Kontoerstellung und Anmeldung, wie genau die Lobby funktioniert etc. Dann geht es ein bisschen hin und her und sie schildern mir die Details ihrer Homegame- oder Kneipenrunde wie Struktur, Blinds, Stacks und Dauer. Ich versuche das Ganze dann so nah wie möglich an die virtuellen Tische bei uns zu übertragen.

Dir als Markenbotschafter, der selbst bei Unibet spielt, ist es sicherlich nicht gestattet, die Partien selbst in der Software zu erstellen oder?

David Lappin: Korrekt. Sobald ich mit den Leuten Format und Struktur besprochen habe, schicke ich die Daten an den Turniermanager bei Unibet. Das bedeutet zwar ein Mehr an Arbeit für ihn, aber er hat sich der Aufgabe mit vollem Einsatz verschrieben. Er will den Spielern auf jeden Fall dabei helfen, dass sie ihre gewöhnlichen Pokerrunden auch weiterhin zumindest online spielen können.

"Wir haben mehr zu tun als jemals zuvor"

private
Private Pokerrunden bei Unibet

Wie sieht das Alltagsgeschäft aktuell bei Unibet aus, jetzt wo sich die meisten Menschen hauptsächlich in den eigenen vier Wänden aufhalten?

David Lappin: Das Team ist so beschäftigt wie nie zuvor, aber mein Gesamteindruck ist, dass man es gut auf die Reihe bekommt. Ich vermute, dass es individuell unterschiedliche Präferenzen gibt. Der eine wird den neuen Arbeitsalltag lieben, der andere wiederum hassen. Ich weiß, dass der Head of Poker Kris Bergvall noch ein- oder zweimal ins Büro musste, aber größtenteils kann auch er seinen Job von zuhause aus machen. Alles, was die Leute brauchen, ist ein Laptop und eine gute Internetverbindung.

Wie viel Zeit kostet dich die Arbeit an den privaten Runden? Ich vermute, du würdest aktuell lieber einfach nur an den vollbesetzten Tischen grinden?

David Lappin: Ich hatte mit vielleicht 10 bis 20 Minuten pro Tag gerechnet, aber es ist dann doch deutlich mehr geworden. Ich kann nicht genug betonen, wie hoch die Nachfrage nach privaten Runden ist. Wir erstellen aktuell wahrscheinlich zehn neue pro Tag und jede einzelne Runde erfordert den Austausch mit den Leuten und die Beantwortung von möglichen Fragen. Manch einer möchte auch ein paar Änderungen an bestehenden Runden vornehmen lassen, entsprechend summiert sich das Ganze. Aktuell stecke ich da in etwa ein eine Stunde pro Tag rein, aber das macht mir nichts aus. Hin und wieder entwickelt sich auch ein persönlicheres Gespräch, wie die Leute und ihr Umfeld mit der Situation umgehen. Wenn solch eine Verbindung entsteht, freut mich das natürlich.

Was das Grinden betrifft, dürfte es durchaus etwas Zeit davon in Anspruch nehmen, während die Partien sehr attraktiv sind. Eine gute finanzielle Entscheidung ist es also nicht, aber man tut den Leuten etwas Gutes, von daher passt es auch für mich.

David über den Homegame-Boom im Chip Race Podcast

Wie sehen in etwa die durchschnittlichen Stakes und die Spieleranzahl bei den Homegame-Runden aus?

David Lappin: Das variiert sehr. Es gibt auf jeden Fall eine 4-handed-Runde. Der Spieler hatte mich vorab informiert, dass er keine große Anzahl an Mitspielern mitbringen würde und gefragt, ob das in Ordnung ist. Er hat sich seit Jahren regelmäßig mit drei Freunden getroffen und eine Runde gepokert. Das wollten sich die vier nicht nehmen lassen. Ich habe natürlich gesagt, dass das natürlich absolut in Ordnung sei. Am anderen Ende des Spektrums entwickeln sich derweil richtige große Partien. Da gibt es zum Beispiel eine Runde mit etlichen Typen aus Irland, die Woche für Woche wächst. Ich glaube, da dürften wir bald 100 Spieler erreichen. Im Schnitt finden sich dann immer etwa 20 Spieler pro Partie.

"Es scheint, als würde eine neue Art von Spieler an die Online-Tische finden"

"David spürt den Puls der Pokerszene und ist mit der Idee an uns herangetreten, private Homegame-Turniere als Service für die Spieler zu erstellen. Wir haben uns entschieden, das Ganze zu testen, und es hat sich als deutlich beliebter erwiesen, als wir erwartet haben. Das Beste daran ist all das positive Feedback der Spieler, von denen viele zum ersten Mal überhaupt online Poker spielen."

Kristoffer Bergvall - Unibet Head of Poker

Wie genau bist du auf die Nachfrage gestoßen? Haben sich Kunden damit direkt an euch gewandt?

David Lappin: Irgendwo habe ich damit gerechnet, also habe ich dem Entwicklerteam die Idee vorgestellt, als klar wurde, dass es zu einer Ausgangsbeschränkung kommen würde. Mir war klar, dass es eine Nachfrage geben würde, da ich selbst ein paar Homegames kenne, die nicht mehr stattfinden konnten. Kris ist sehr entscheidungsfreudig, also hat er direkt grünes Licht gegeben und ich habe mich an die Arbeit gemacht.

Denkst du, dass die Nachfrage nach Online-Homegames schon länger besteht, auch ohne die aktuelle Krise?

David Lappin: Ja und nein. Ich denke, dass es durchaus einen kleinen Markt dafür gibt, den die Seiten nicht wirklich bedient haben. Das ist irgendwo verständlich, da private Runden naturgemäß eigentlich auch privat ablaufen. So hoch wie aktuell ist die Nachfrage natürlich aber vor allen Dingen wegen der Krise.

Ich bin der Meinung, dass derartige Online-Runden von Bestand sein werden, selbst wenn die Beschränkungen aufgehoben sind. Wie siehst du das?

David Lappin: Das ist eine gute Frage. Vom Feedback, das ich so bekomme, scheint es tatsächlich eine ganze Reihe an Leuten zu geben, die noch nie online Poker gespielt haben, denen es aber großen Spaß macht. Recht viele sind dann auch in unseren gewöhnlichen Partien gelandet und hatten ihren Spaß dabei, das hat also durchaus langfristiges Potenzial. Ich denke, wenn der übliche Alltag wieder einkehrt, werden die meisten dieser Runden aber wieder in den Kneipen und am Esszimmertisch landen. Es würde mich aber nicht überraschen, wenn viele auch weiterhin an einem Abend an einer neuen Online-Runde festhalten würden.

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