Mike Postle steht ohne Anwalt da
Das Ende von Mike Postles gerichtlichem Rachefeldzug gegen die Pokercommunity könnte bevorstehen, nachdem er seine Rechtsvertretung einbüßen musste und die Klage vor Abweisung steht.

Die Saga rund um den des Betrugs verdächtigten Mike Postle hat seine nächste Wendung: Der Versuch, die Pokerwelt wegen Verleumdung zu verklagen, steht kurz vor dem Scheitern.
Kurz nachdem bekannt wurde, dass Postle eine ganze Reihe an bekannten Spielern und Unternehmen verklagen will, darunter Daniel Negreanu, Doug Polk, Veronica Brill, Phil Galfond und PokerNews, hatte sein Anwaltsteam vor Gericht einen Antrag auf Aufhebung der Vertretungspflicht eingereicht.
Vergangene Woche hat sein bisheriger Anwalt Steven Lowe nun bekannt gemacht, dass dem Antrag stattgegeben wurde, womit Postle nun ohne gerichtliche Vertretung dasteht.
Posted without comment. pic.twitter.com/Z75y7dSANI
— Mac VerStandig (@mac_verstandig) December 10, 2020
Low gab als Grund für die Trennung von seinem Mandanten einen Mangel an Kommunikation seitens Mike Postle an. Typischerweise wird ein Antrag auf Aufhebung der Vertretungspflicht gestellt, wenn entweder eine vereinbarte Bezahlung ausbleibt oder neue Fakten dafür sorgen, dass sich ein Fall erheblich anders darstellt, als anfänglich von der Rechtsvertretung angenommen.
Brill und Witteles schlagen zurück
Darüber hinaus sieht sich Postle mit einem weiteren Rückschlag konfrontiert, nachdem zwei von ihm verklagte Parteien, Veronica Brill und Todd Witteles, vor Gericht einen Anti-SLAPP-Antrag ("Strategic lawsuit against public participation") gestellt haben, der bereits im Februar angehört werden soll. Ein solcher Antrag wird verwendet, wenn man sich gegen eine unbegründete Klage wehren will, die lediglich dazu dienen soll, die Beteiligten einzuschüchtern und öffentlich vorgebrachte Kritik zu unterbinden.
Breaking Mike Postle news:
- Attorney Steven Lowe was GRANTED dismissal as Postle's counsel, as requested, on 1/14/21.
- Veronica Brill filed an anti-SLAPP, to be heard 2/11: https://t.co/cZcb1kD1ru
- I also have an anti-SLAPP, to be heard on 2/10: https://t.co/XRYFwfbIWg
— Todd Witteles (@ToddWitteles) January 15, 2021
Die meisten Beobachter in der Pokerszene sind überzeugt, dass Postle nicht ansatzweise eine begründete Klage vorbringen kann, insbesondere wenn man sich die Beweislast für den ihm unterstellten Betrug ansieht.
Es gab jedoch Bedenken, dass ein Gericht bestehend aus pokerfremden Personen diesen Aspekt durchaus anders wahrnehmen könnte, vor allem nachdem auch eine Dokumentation in der Mache sein soll, in der Postle tatsächlich als Opfer statt Täter präsentiert werden könnte.
Wir haben es zwar bereits ein paar Mal geschrieben, aber die jüngste Entwicklung könnte nun tatsächlich dazu führen, dass die mittlerweile fast zwei Jahre andauernde Saga ein Ende finden wird.