Die Einsätze zu verringern ist ein essenzieller Skill
Die Bereitschaft, niedrigere Buy-Ins zu spielen, besonders nach einem Downswing, ist eine Fähigkeit, über die nicht alle Pokerspieler verfügen.
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Zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Artikel schreibe, gibt es Gerüchte, dass ein High-Stakes-Spieler eine große Summe Geld gestohlen hat - obwohl er auf den ersten Blick in der Vergangenheit große Gewinne eingefahren hat. Möglicherweise gibt es inzwischen schon viele Beweise, dass die Geschichte offiziell ist, oder eine vergleichbare Geschichte ans Licht kommen.
Leider gibt es in der Pokerwelt viele negative Schlagzeilen, in denen scheinbar erfolgreiche Spieler ihre Moral für kurzfristigen finanziellen Vorteil über Bord werfen. Man denke an die Geschichte des letztjährigen EPT-Champions Jordan Saccucci, der nur ein Jahr später wegen Einbruchs verhaftet wurde.
Spielsucht ist oft der Grund für solche Dinge, aber meiner Meinung nach geraten manche Spieler auch in Schwierigkeiten, weil sie nicht in der Lage sind, die Einsätze zu reduzieren, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie sollen.
Aus meiner Sicht sind Bankroll-Management und Game-Selection zwei enorm wichtige Fähigkeiten, die aber von guten erfolgreichen Spielern häufig ignoriert werden. Kombinieret man diese beiden Dinge, ist das Verringern der Einsätze der kleinste gemeinsame Nenner.
BRM und Game-Selection sind essenziell

Es muss schwer sein, Events mit einem Buy-In von $10.000 oder mehr zu spielen und auch noch zu gewinnen und dann im Falle eines Downswings die Einsätze zu reduzieren. Nun hat man zum einen nicht mehr die Chance, bei den größten Turnieren mitzumischen, sondern auch die Aufmerksamkeit der Medien geht deutlich zurück – beide Dinge sind für viele Spieler sehr verlockend. Bei Events mit solchen Buy-Ins spielen die besten Spieler der Welt mit, also kann man nicht davon ausgehen, immer zu erfolgreich zu sein. Auch wenn das den meisten Akteuren bekannt ist, ist es für viele extrem schwer, auf diese Dinge zu verzichten und kleinere Turniere zu spielen.
Ich habe Jordan Saccucci als abschreckendes Beispiel erwähnt, der amtierende EPT-Prag-Champion Padraig O'Neill geht die Dinge aus meiner Sicht aber genau richtig an:
Wer mein Interview mit ihm noch nicht gelesen hat, sollte es unbedingt tun. Darin versprach er, nach dem Gewinn von €1.000.000 NICHT in den Stakes aufzusteigen. Er erklärte, dass ein Triumph ihn nicht zu einem besseren Spieler macht und er stattdessen einfach mehr eigene Prozente an seinen üblichen Turnieren halten wird.
Scheinbar hat Padraig O'Neill erkannt, wie das Spiel läuft – möglicherweise sogar mehr als einige Anwärter auf die Hall of Fame der Pokerwelt. O'Neill ist sich bewusst, dass bei Turnieren mit höheren Buy-Ins die Varianz größer, die Chance auf einen Gewinn aber kleiner ist. Natürlich wirkt das bescheiden, zeigt aber auch das High-Stakes-Turniere nicht unbedingt den höchsten Return on Investment haben – selbst wenn man sich das Buy-In leisten könnte.
Die besten Turniere sind die, in denen man besser ist als die Konkurrenz und die nötige Bankroll dafür hat. Nur weil man sich Events mit höheren Buy-Ins leisten könnte, muss man diese nicht spielen. Neben der Bankroll ist auch das Können entscheidend: Wenn man bemerkt, dass man etwas den Anschluss verloren hat, sollte man ebenfalls die Einsätze reduzieren.
Fällt es euch schwer, die Einstätz zu reduzieren? Wir freuen uns auf eure Kommentare!