Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Content Creator beim Employees-Event?

Das traditionsreiche Eröffnungsturnier der WSOP für Casino-Mitarbeiter steht nun auch Vloggern und Streamern offen – eine Entscheidung, die in der Poker-Community kontrovers diskutiert wird.

In diesem Jahr wurde das beliebte WSOP-Eröffnungsturnier für Casino-Mitarbeiter umbenannt – aus dem Casino Employees Event wurde das Industry Employees Event. Doch die wichtigste Änderung betrifft nicht die Namensgebung, sondern die Tatsache, dass nun auch Content Creator offiziell als teilnahmeberechtigt gelten.

Dieses Turnier markiert traditionell den Auftakt der World Series of Poker und wurde häufig von Croupiers gewonnen. Es war stets ein Zeichen der Wertschätzung – ein kleines, symbolisches Dankeschön an all jene, die den Pokerbetrieb ermöglichen.

Natürlich verändert sich die Branche. Neue Jobs entstehen, alte Strukturen weichen auf. Dass die WSOP sich diesen Veränderungen anpasst, ist nur folgerichtig. Dennoch stellt sich die Frage: Sollten Content Creator wirklich in diesem Turnier mitspielen dürfen?

Viele Profis sind spielberechtigt

Ein zentraler Schwachpunkt dieses neuen Ansatzes ist nicht von der Hand zu weisen: Viele professionelle Pokerspieler wären nun formal ebenfalls spielberechtigt – weshalb ich mir folgenden ironischen Beitrag nicht verkneifen konnte:

Meiner Meinung nach ist diese Regeländerung ein Bruch mit dem eigentlichen Geist des Turniers.

Wer zur WSOP nach Las Vegas reist, gehört in der Regel zu den Privilegierten: Freizeitspieler mit dem nötigen Kleingeld oder professionelle Pokerspieler.

Dass das möglich ist, verdanken sie nicht zuletzt den unsichtbaren Helden im Hintergrund – nämlich all jenen Casino-Mitarbeitern, die Doppelschichten schieben, um solch ein Event in dieser Form überhaupt zu ermöglichen. Die Jobs in diesem Umfeld sind oft schlecht bezahlt und weit entfernt vom sichtbaren Glanz des Turniergeschehens.

Ein Event für die Helden im Hintergrund

Content Creator hingegen genießen im Vergleich dazu oft zusätzliche Privilegien. Natürlich arbeiten sie ebenfalls hart, doch in der Regel gehören sie zu jenen, die sowohl an der WSOP teilnehmen, als auch in deren Umfeld tätig sind. Besonders deutlich wird das bei professionellen Spielern, die gleichzeitig als Content Creator auftreten.

Wer mit Pokerwissen sein Geld verdient, sollte meiner Ansicht nach bei diesem Event nicht mitspielen dürfen. Für mich steht hingegen fest, dass Live-Reporter – etwa von Plattformen wie PokerNews – durchaus teilnehmen sollten. Ihr stundenbasiertes Einkommen basiert fast ausschließlich auf der harten Arbeit vor Ort. Sie arbeiten, während andere spielen.

Ursprünglich war das Casino Employees Event als Geste der Anerkennung gedacht: ein Dankeschön an all jene Menschen, die im Hintergrund wirken, damit der große Pokerzirkus überhaupt stattfinden kann. Es wäre ein Schlag ins Gesicht, sollte dieses Turnier künftig von einem Content Creator gewonnen werden.

Wo ziehen wir die Grenze? Wir freuen uns auf eure Kommentare!