Von den Microstakes zu $10.000 - Interview mit Pavel 'Cornie4ever' Stehno
Ein Mitglied des Teams von PokerStrategy.com hat vor Kurzem in einer Challenge aus $50 mit Hilfe unserer Lehrmaterialien $10.000 gemacht. Hier erfahrt ihr, wie er das geschafft hat und was er auf seiner Reise von den Micro- auf die Midstakes alles erlebte.
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| Cornie4Ever |
Alle diejenigen, die glauben, dass mit Poker mittlerweile nichts mehr zu gewinnen sei, sollten sich kurz mit Pavel 'cornie4ever' Stehnos Leistung beschäftigen. Der Business Unit Manager unserer tschechischen Community schloss vor wenigen Monaten eine Challenge ab, in der er aus einer Bankroll von $50 bei PartyPoker $10.000 machte.
Während der gesamten Dauer dieser Challenge dokumentierte er seine vielen Ups und Downs in seinem Blog (tschechisch). Gestartet wurde die Challenge im August 2011 und genau 317.229 Hände später erreichte er die Marke von $10.000.
PokerStrategy.com-Redakteur sprach kurz nach diesem Erfolg mit cornie4ever über die Höhen und Tiefen auf dem Weg von $50 zur fünfstelligen Zielmarke.
Wie hat er das gemacht?
"Ich habe mit NL2 Full Ring bei PartyPoker angefangen", sagt cornie4ever. "Dabei habe ich zwischen 9 und 12 Tische auf einmal gespielt. Immer wenn ich mehr Tische dazu nahm, hat die Qualität meines Spiels darunter gelitten - das war also deutlich -EV."
"Anfänger sollten meiner Meinung nach 2 oder 3 Tische NL2 Full Ring spielen. Ich habe bis NL10 Full Ring gespielt und erst ab NL25 an die Shorthanded-Tische gewechselt."
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| Pavels NL2-Graph (Klicken zum Vergrößern) |
Pavels NL4-Graph (Klicken zum Vergrößern) |
Sehr beeindruckend ist auch, dass cornie4ever seine Challenge ohne die Hilfe eines Ersteinzahlungsbonus oder Rakebacks begann.
"Ich wollte die Microstakes nur mit meinem Skill und meiner Winrate crushen. Als die Gegner dann etwas besser wurden (ab NL50), halfen auch Boni meiner Winrate etwas auf die Sprünge. Bis NL25 habe ich mich also mehr oder weniger auf meinen Skill, gelegentliche Reload Boni und die monatlichen Promotions von PartyPoker und PokerStrategy.com verlassen.
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| Pavels NL10-Graph (Klicken zum Vergrößern) | Pavels NL25-Graph (Klicken zum Vergrößern) |
"Der Grund dafür, warum ich die Challenge auf PartyPoker gespielt habe, war dass der Rake dort auf den Microstakes am niedrigsten ist und man ab NL25 von PokerStrategy.com sehr viel Cashback bekommt - außerdem sind die Tische natürlich sehr soft."
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| Pavels NL50-Graph (Klicken zum Vergrößern) | Pavels NL100-Graph (Klicken zum Vergrößern) |
"Es hat mir nichts ausgemacht, so viel Zeit auf den Micros zu verbringen, weil ich dachte, schnell auf NL50 kommen zu können (was falsch war weil ich mehr als fünf Monate dort verbrachte). Vor dieser Challenge hatte ich nie unter NL100 gespielt."
"Ich hatte mit der Community mehr Spaß als beim Grinden"
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| $10.000 Gewinn bei PartyPoker |
PokerStrategy.com: Wie bist du auf die Idee zu dieser Challenge gekommen?
cornie4ever: Ich hatte MTTs gespielt und wollte damit aufgrund der vielen schlaflosen Nächte aufhören. Die Motivation dazu, wieder die Midstakes zu grinden war aber nicht da und außerdem hatte ich Angst, nach einer viermonatigen MTT-Pause nicht mehr wettbewerbsfähig zu sein.
Unsere tschechische/slowakische Community ging im Mai 2011 an den Start und es gab viele Einsteiger, die Probleme auf den Microstakes hatten. Die Stimmung innerhalb der Community war jedoch sehr positiv und irgendwann realisierte ich, dass es mir mehr Spaß machte, der Community zu helfen, als nur für meinen eigenen Profit zu grinden.
Ich entschied mich also, unseren Anfängern zu helfen indem ich auch die Microstakes spielte und mein Wissen über meinen Blog weiterzugeben. Um es noch unterhaltsamer und für andere interessanter zu machen, wurde daraus dann die Challenge.
PokerStrategy.com: Bei welchen Limits änderte sich die Spielstärke der Gegner am deutlichsten?
cornie4ever: NL2 bis NL25 kann man mit den Strategietips aus den Artikeln, Videos und Coachings von PokerStrategy.com einfach schlagen. In anderen Worten: wenn man seine größten Fehler abstellt und solide tight-aggressive spielt, wird man zum Winning Player.
NL50 ist ein seltsames Limit; die Gegner dort 3-betten und callen 3-Bets preflop mit absolut lächerlichen Frequenzen und Händen. Außerdem werden preflop wilde 4-Bets und 5-Bets ausgepackt. NL100 ist dagegen voller Nits. Spieler, die NL50 hinter sich lassen konnten, können folden und wissen, wie man tight spielt. Manchmal 3-betten sie preflop zu light und folden auf 4-Bets. Lighte 5-Bets gibt es aber kaum.
PokerStrategy.com: Welches Limit war auf deinem Weg zu den $10.000 am schwersten zu schlagen?
cornie4ever: Für mich war NL100 am schwersten, weil ich von Natur aus eher eine Calling Station bin - und so habe ich die Nits immer voll ausbezahlt. Es hat mich viele Stacks gekostet herauszufinden, was da eigentlich vor sich ging. Macht diesen Fehler bloß nicht selber: nehmt euch ein Blatt Papier, schreibt "Folde am River!" darauf und klebt es an euren Monitor.
"Wenn man nicht den nötigen Skill hat, muss man absteigen und lernen"
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| Cornie4Ever in Vegas |
PokerStrategy.com: Hattest du viel mit Downswings zu kämpfen?
cornie4ever: Ich hatte drei große Downswings, die auch alle in den Graphen oben zu sehen sind. Der erste traf mich auf NL2, wo es 10 Stacks bergab ging. Das war ziemlich heftig, weil ich ja nur mit 25 Stacks angefangen hatte und es das niedrigste Limit war.
Das war aber nur die Varianz. Ich behielt mein gutes Mindset und blieb ruhig, spielte solide und kämpfte mich durch. Für den Beginn der Challenge hatte ich dadurch auch gleich eine gute Geschichte zu erzählen.
Größere Probleme gab es dann auf NL25 und NL50. Ich wechselte zum Shorthanded und hatte keine Ahnung, was jetzt ein Downswing war und was einfach meine Blödheit.
Es war sehr frustrierend und merkwürdig, das alles nicht wirklich unter Kontrolle zu haben. Meine Graphen von diesen Limits sahen aus wie Herzflimmern. Auf diesen Limits empfehle ich allen, die Handbewertungsforen sehr intensiv zu nutzen. Sie sind die einzige Möglichkeit herauszufinden, wo man steht. Mir hat das sehr geholfen.
"Auf niedrigere Limits abzusteigen war sehr schmerzhaft"
PokerStrategy.com: Wie oft musstest du auf ein niedrigeres Limit absteigen?
cornie4ever: Sehr oft. Jedes Mal, wenn der Start auf einem höheren Limit nicht funktionierte, musste ich meine Bankroll auf dem niedrigeren Limit wieder aufbauen, um es erneut versuchen zu können.
Abzusteigen war sehr schmerzhaft und es war schwierig, damit klarzukommen. Es gehört aber zu diesem Spiel dazu und wenn man nicht schnell genug absteigt, besteht immer die Gefahr broke zu gehen.
Am Ende kommt es eben am meisten auf den Skill an. Wenn man nicht den nötigen Skill hat, um das aktuelle Limit zu schlagen, sollte man absteigen und an seinem Spiel arbeiten. Poker wird langfristig gespielt und schlussendlich kommt es darauf an ob man besser ist als der Großteil seiner Gegner oder nicht. Falls das nicht der Fall ist, muss man in den Limits absteigen (oder broke gehen, wenn man damit nicht klarkommt).
PokerStrategy.com: Erzähl uns etwas von den Lehrmaterialien, die dir auf deinem Weg geholfen haben.
cornie4ever: Angefangen habe ich mit den No-Limit-Artikeln. Vor allem in den Bronze- und Silber-Artikeln gibt es viel zu lernen und ich habe sie natürlich alle gelesen. Bei den Gold- und Platin-Artikeln empfehle ich, sie ganz nach Bedarf zu lesen.
"Ich habe erkannt, dass ich ein Fisch bin und es gut ist, das zu akzeptieren"
PokerStrategy.com: Was hast du durch diese Challenge über Poker gelernt?
cornie4ever: Ich habe erkannt, dass ich ein Fisch bin und es gut ist, das zu akzeptieren. Poker ist ein enorm komplexes Spiel, das man nicht auf einmal lernen kann. Das einzige was man tun kann, ist Stück für Stück zu lernen und zu versuchen, besser als seine Gegner zu werden. Wir haben hier viele tolle Coaches und Videoproduzenten, die mir sehr geholfen haben - ein großes Dankeschön an alle!
Wenn jemand dazu bereit ist, zu lernen und etwas Zeit in das Spiel zu investieren, kann er viele Gegner hinter sich lassen und beim Pokern viel Spaß haben. Dabei hilft einem auch die Community, in der viele Spieler ihr Wissen mit anderen teilen und man so sein Spiel einfach verbessern kann.
Seine Bankroll von den Microstakes aufzubauen ist immer noch möglich, wenn man sich ein Ziel setzt und hart daran arbeitet. Allerdings muss man sich dabei einer Tatsache bewusst sein: am Anfang ist jeder ein Losing oder Break Even-Spieler.
An seinem Spiel zu arbeiten wird einem nicht sofort die erwünschten Resultate bringen. Wenn man dann aber besser wird, geht es relativ schnell und man kann leicht von NL4 auf NL100 kommen, weil sich die Grundlagen des Spiels nicht ändern.

Pavels Gesamtergebnis (Klicken zum Vergrößern)
Ihr wollt selber in den Limits aufsteigen?
Pavel hat bewiesen, dass es nicht unmöglich ist, in den Limits aufzusteigen. Auf was wartet ihr also? Ihr habt schließlich Zugang zu den gleichen Lehrmaterialien wie er:
Pokervideos
Pokerartikel
Poker Coachings
Handbewertungsforen












