Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Auf eine Shisha mit Tony G in Paris...

Das Abenteuer Frankreich ist für unseren Reporter Tobias Frey zuende, nach vier Tagen beim WPT Grand Prix de Paris trat er gestern die Heimreise an. In seinem neuesten Blogeintrag lässt er das Event Revue passieren und berichtet von einer (verpassten) Interviewerfahrung mit Tony G!

Liebe PokerStrategen,

Das Wahrzeichen von Paris: Der Eiffelturm

endlich bin wieder in der Heimat angekommen. Es war eine sehr schöne Zeit in Frankreich, aber das Event im Aviation Club de France war auch ziemlich anstrengend.

Als Reporter muss man ständig im Turniersaal hin- und herflitzen und genau darauf achten, dass man keinen Bustout verpasst. Denn dann ist eine ideale Gelegenheit, um den betroffenen Spieler für ein Interview zu gewinnen.

Es ist gar nicht so einfach, an die Pokerspieler heranzukommen und zu einem kleinen Gespräch zu bitten: Viele Profis sind gern vergesslich oder haben (ganz plötzlich!) einen wichtigen Termin und leider keine Zeit mehr für ein Gespräch.

Ähnlich war es mit David Benyamine: Ich fragte ihn in einer Pause, ob wir ein Interview machen könnten. Er sagte zu und versprach, dass er am Ende der Dinnerbreak im Presseraum vorbeikommen würde. Ich wartete und wartete, doch der High Stakes-Profi erschien nicht.

Zwei Minuten vor dem Ende der Break tauchte er plötzlich auf, sieht mich und flucht einige Wörter auf Französisch. "Mince alors! Ich habe dich total vergessen", sagte er zu mir und fügte dann hinzu: "Zur International Stadiums Poker Tour kann ich noch nichts sagen, dann brauchen wir das Interview nicht führen, oder?"

Ich konnte ihn dann doch noch überreden und zumindest ein kleines Gespräch sprang heraus.

Wie ich fast mit Tony G eine Wasserpfeife geraucht hätte...

Tony G & jungleman12

Glück hatte ich beim Interview mit Tony G. Oder sollte man eher sagen Pech? Am Mittwoch hatte ich mit dem polarisierenden Litauer einen Interviewtermin ausgemacht: Donnerstag, 14.30 Uhr im Pokerclub.

Leider hatte ich anschließend meine Mails nicht mehr gecheckt, denn der Pressesprecher von bwin.party hatte mir kurz vor dem Treffen folgende Message geschickt: "Können wir uns in der Shisha-Bar um die Ecke treffen und dort das Interview führen?"

Wie entspannt wäre es gewesen, mit Tony G gemeinsam Shisha zu rauchen, Minztee zu trinken und Baklava zu essen? Mit ihm in sehr ruhiger Atmosphäre über seine Pokerkarriere zu plaudern? Ganz ehrlich: Ich beiße mir immer noch in den Allerwertesten...

Ein kleines Trostpflaster gab es dennoch: Wir führten das Interview dann im Aviation Club und Tony präsentierte sich als sehr eloquenter, humorvoller und sympathischer Gesprächspartner. Keine Spur von Arroganz oder Überheblichkeit, im Gegenteil: Er sprach über seinen größten gewonnenen Pot genau so offen und ehrlich wie über seine heftigsten Verluste.

Das Interview wird in den kommenden Wochen erscheinen und ich möchte noch nicht zu viel verraten. Nur so viel: Bei Cash Game-Runden in Russland konnte Tony in einer Hand mehr als $3 Millionen gewinnen...

Ohne Preflop-Skills geht nichts mehr!

Philipp Gruissem

Was mir bei der WPT Paris und auch bei vorherigen Live-Events aufgefallen ist: Das Spiel vor dem Flop hat sich in den vergangenen Monaten und Jahren sehr stark verändert.

Heutzutage sind 6-Bets oder 7-Bets normal - teilweise mit 7-6s, Q-J oder A-J! Wurden früher 4-Bets nur mit AK+ gemacht, wird heute preflop viel looser gespielt. Viele Topspieler können so bereits vor dem Flop Druck machen und Chips von den schwächeren Spielern sammeln.

Vor allem das Preflop-Spiel von Philipp philgruissem Gruissem hat mich in Paris sehr stark beeindruckt. Ihm war es egal, ob er gegen Jonathan Duhamel oder einen unbekannten Franzosen spielt - Philbort schreckte vor keiner Auseinandersetzung zurück.

Diese Furchtlosigkeit ist beeindruckend und es würde mich nicht wundern, wenn er in der Zukunft noch das eine oder andere Major-Turnier für sich entscheiden würde. Zurzeit befindet er sich übrigens mit 930.000 Chips auf dem zweiten Platz - 24 Spieler sind noch dabei. Viel Glück, Phil!

Trotz Millionengewinne auf dem Boden geblieben

Meinen Blogeintrag möchte ich mit ein paar persönlichen Worten beenden: Ich hatte in Paris die Gelegenheit, mit vielen verschiedenen Menschen aus der Pokerszene zu sprechen und Interviews zu führen.

Egal, ob Tobias pokernoob Reinkemeier, Dominik ace0ntheriver Nitsche, Jason Mercier, Marvin xcrash154 Rettenmaier, Michael Mizrachi oder Daniel Adminjungleman12 Cates - alles unterschiedliche Typen, die dennoch einige Eigenschaften gemeinsam haben.

Obwohl die Jungs super erfolgreich sind und bereits Millionen Dollar oder WSOP-Bracelets gewonnen haben: Sie alle sind trotz dieser Erfolge auf dem Boden geblieben. Das Geld wird immer noch geschätzt und keiner verhält sich in meinen Augen arrogant oder abweisend.

Mit Marvin Rettenmaier wird geschwäbelt, mit Dominik Nitsche stundenlang diskutiert und mit Tobias Reinkemeier gefachsimpelt: Paris war für mich eine besondere Erfahrung - sowohl in spielerischer als auch in menschlicher Hinsicht.

Zum Abschluss noch ein Bild, das mich sehr zum Schmunzeln gebracht hat...das Logo kam mir irgendwie bekannt vor:

Es war übrigens das Logo des Discounters Dia...

Viele Grüße und bis bald!

Euer tobiasfrey

Forenthread: WPT Grand Prix de Paris