Die Kunst des Bluffens: Durchziehen oder aufgeben?
In einem $15-Spin-&-Go sind wir in ein Blindbattle mit einem Regular involviert und versuchen ihn aus der Hand zu bluffen. Bis zum River hat es nicht geklappt. Ist es nun an der Zeit aufzugeben?
Die Hand wurde in einem $15-Spin-&-Go gegen einen soliden Spieler im Big Blind gespielt. Die Blinds sind bei den 3-handed-Partien im Hyperturbo-Format früh umkämpft, der Button hatte sich jedoch entschieden dieses Mal auszusetzen. Hero hingegen attackiert den Big Blind mit einer schwachen Hand, war jedoch zuversichtlich, dass er seinen Gegner postflop ausspielen könnte.
Der Flop ist trocken und liefert eine Highcard, ein guter Spot also für eine Continuation-Bet. Der Big Blind callt jedoch erneut.

Deutlich interessanter wird es am Turn, nachdem die
Hero einen OESD beschert. Er entscheidet sich seine Equity und Foldequity zu nutzen und setzt den halben Pot, statt einfach nur nach Odds und Outs zu spielen. Als Bluffcatcher ist die Hand ohnehin nutzlos. Villain lässt sich jedoch auch hier nicht vertreiben.
Es folgt ein klassischer River. Das
wird aufgedeckt und die Hand erreicht ihren Höhepunkt. Nun liegt es an euch zu entscheiden, wie Hero in diesem Spot weiteragieren sollte.
Sollte er einfach aufgeben, da es deutlich zu früh für derartige Action in einem Spin & Go ist? Sollte er weiterbetten, um das Heft in der Hand und noch ein paar Chips über zu haben, falls sein Bluff nicht gelingt? Oder sollte er den angekommenen Flushdraw nutzen und All-in pushen, um den Gegner endlich zu verjagen?

Wie fällt eure Entscheidung aus?
Umfrageergebnis der letzten Woche
Vergangene Woche hatten wir euch ebenfalls einen Spot am River präsentiert und nach der aus eurer Sicht optimalen Line gefragt.
Insgesamt 592 Stimmen wurden abgegeben, dieses Mal ergab sich jedoch kein klares Bild. In einigen Communitys lag die Option "broke gehen" vorne. So stimmten zum Beispiel 50% in der ungarischen Community dafür.
In der russischen und portugiesischen Community war man jedoch nur zu 39% davon überzeugt und sah mit 40 % die Option Call praktisch gleichwertig. In Italien konnte man sich ebenfalls nicht entscheiden: 40% stimmten für Call und 40% stimmten für Raise/Call.
Wie umstritten der Spot tatsächlich aber war, wird deutlich, wenn man sich anschaut, wie andere Communitys die Option Call bewerteten. In Ungarn sprachen sich nur 14% für diese Line aus, während 36% in der dritten Variante Raise/Fold die beste Line sahen. Ähnlich war das Bild in der polnischen Community. Unterm Strich bleibt also ein kontroverser Spot, bei dem die Meinungen deutlich auseinandergingen.
