So slowplayt man einen Reg
Wir haben eine sehr starke Hand, aber wie weit sollen wir gehen, um Value von einer möglichen schwächeren zu bekommen?
Dieses Mal spielen wir auf NL50 an einem 6-max-Tisch mit fünf Spielern. Hero eröffnet mit einem kleinen Raise vom Button in der Hoffnung auf etwas 3-Bet-Action für seinen vorgetäuschten Steal. Er kriegt jedoch nur einen Call vom Big Blind, der als solider Reg bekannt ist.

Niemand sieht gerne ein Ass am Flop, wenn er Pocket Kings hält. So scheint es hier auch Hero zu gehen, der nun lediglich zurückcheckt. Er hält damit den Pot klein und gibt Villain die Möglichkeit auf späteren Streets zu bluffen.
Der Turn beschert Hero ein superstarkes Set. Es reicht jedoch nicht, nur eine gute Hand zu treffen. Wir müssen auch zusehen, dass wir genug Value aus der Situation ziehen. Villain eröffnet mit einer kleinen Bet, aber Hero will die Action noch nicht eskalieren. Mit einem Call können wir noch ein paar weitere Bluffs catchen und unsere Hand braucht auch nicht die komplette Protection gegen einen Karo-Flushdraw, da wir zumindest einen Blocker halten. Viele Straightdraws, um die wir uns Sorgen machen müssten, gibt es ebenfalls nicht.
Die Queen am River könnte in der Hinsicht zwar schlechte Nachrichten bedeuten, die Bet von Villain kann jedoch vieles bedeuten, auch beliebige Ax-Hände und Bluffs. Nun ist wieder eure Expertise gefragt! Wie sollen wir die Hand am besten spielen?

Was ist die beste Line am River? Können wir noch einmal valueraisen oder sollten wir auf Nummer sicher gehen und nur callen? Wäre vielleicht schon am Turn ein Valueraise angebracht gewesen? Wenn ihr die Hand darüber hinaus noch anders gespielt hättet, lasst es uns wie immer ruhig in den Kommentaren wissen!
Das Umfrageergebnis zur letzten Hand
Auch bei unserer letzten Handanalyse haben wir euch mit einem toughen Riverspot konfrontiert. Wir hatten ebenfalls ein Set und mussten gegen einen nittigen Gegner mit sehr hohem Aggression Factor auf dem River antreten.
Bet/Fold, die korrekte Option, hat dabei mit 900 Stimmen am meisten Zuspruch erhalten. Die zweite Option in Form von Check/Call war ebenfalls recht beliebt und in der portugiesischen Community sogar erste Wahl.
Gegen Spieler, die keine 3-Bet-Range preflop haben, läuft man automatisch immer Gefahr in ein Slowplay zu rennen. Eine große Riverbet wird von solchen Spielern nur mit den stärksten Händen gebracht, die profitabelste Strategie gegen eine solche Nit ist daher, klein zu setzen und gegen ein hohes Raise zu folden. Mehr als die Hälfte aller Stimmen in der deutschen Community hat das richtig erkannt.
So können wir in der betrachteten Hand mit unserem Set noch etwas Value von möglichen Overpairs bekommen und vermeiden einen Check/Call gegen eine größere Bet, wenn Villain tatsächlich mit den Nuts unterwegs ist.
Genau auf die ist Hero nämlich in der Hand tatsächlich getroffen. Er hatte sogar Bet/Call für den Großteil seines Stacks gespielt und gegen den Herzflush von Villain mit AK verloren. True story!

