Die Hand folden, auf die man eigentlich nur gewartet hat?
Eure Expertise bei einer weiteren Handanalyse ist gefragt. Wir treffen am Turn genau die Karte, auf die wir gehofft haben, doch auch unser Gegner scheint mehr als überzeugt...
Wir sind zurück auf NL50 und bekommen ein paar Angelhaken in Form von Pocket Jacks im Cutoff. Mal schauen, ob wir einen großen Fang machen können...

Preflop gibt es nicht viel zu besprechen. Wir raisen first-in und der Big Blind callt. Der Flop fällt deutlich interessanter aus und es stellt sich die Frage, ob das Ganze für eine Continuation-Bet reicht oder nicht? Hero hat sich jedenfalls entschlossen, auf die Bremse zu treten, was durchaus vertretbar ist. Bessere Hände würden sowieso nicht folden, während der Großteil schlechterer Hände wohl direkt aufgeben würde. Zudem blocken wir auch noch einige Gutshots mit unseren Buben.
Der Plan von Hero zu diesem Zeitpunkt war also ein Checkbehind gefolgt von einem Call einer möglichen Turnbet des Gegners und Neubewertung der Situation am River, je nachdem, ob Villain noch einmal setzt oder nicht. Aber wie so oft beim Poker können sich die Dinge sehr schnell ändern...

Der Turn bringt uns nämlich eine der besten Karten, auf die wir hoffen konnten. Mit unserem Full House können wir die Bet von Villain nun natürlich nicht einfach callen. Unsere Hand ist deutlich zu gut, um sie lediglich passiv zu spielen. Idealerweise müssen wir all unsere Chips schon am Turn in die Mitte bringen, bevor ein weiteres Paar auf dem Board die Action komplett killt.
Das Ziel ist, von soliden Draws und schlechteren Händen mit Showdown-Value einen Call zu bekommen, da man unsere Line auch als Bluff sehen kann. Bis jetzt verläuft die Hand also sehr gut für uns, wobei man das Reraise durchaus höher gestalten könnte. Für Villain hätte es wohl keinen großen Unterschied gemacht, während es für uns langfristig mehr Profit bedeuten würde.
Der River macht die bereits sehr interessante Hand noch einen Tick spannender. Einige Straights sind angekommen und auch ein Flush ist nach wie vor möglich. Wir müssen uns nun entscheiden, ob wir eine Valuebet platzieren wollen oder nicht. Wir haben zwar noch nicht genug Hände mit unserem Gegner gespielt, um tatsächliche Rückschlüsse aus seinen Stats zu ziehen, allerdings macht er definitiv einen soliden Eindruck, sodass er uns nicht mit jeder Hand ausbezahlen würde.
Hero entschließt sich jedenfalls die Valuebet zu setzen und sieht sich gegen die Callingrange des Gegners zurecht vorne. Wie ist die Situation jedoch nach dem aggressiven All-in des Big Blinds zu bewerten?
Nun liegt es wieder einmal an euch das richtige Play zu finden. Gehen wir zunächst davon aus, dass ihr mit der anfänglichen Riverbet von Hero einverstanden seid. Was wäre nun besser? Ein Call oder ein Fold?
Oder hätte man bereits den Turn anders spielen sollen? Waren wir dort vielleicht einfach "way ahead/way behind" und hätten in Position nur callen sollen, um einen Bluff am River zu provozieren? Die Entscheidung liegt bei euch...
Das letzte Umfrageergebnis
Bei unserer letzten Handanalyse auf NL50 war das Ziel, einen Limper mit einer marginalen Hand zu bestrafen. Am Ende sollte sich das Ganze als perfekter Valuespot herausstellen.
Wie gespielt, müssen wir auf jeden Fall shoven. Alle Communitys waren derselben Meinung, allerdings "nur" mit einer Mehrheit von insgesamt 64%. Eine wichtige Lektion wurde jedoch erkannt: Man sollte nie Angst haben, Value von schwächeren Spielern zu extrahieren. Natürlich wird man uns hin und wieder einen Ace-high-Flush um die Ohren hauen, das ist jedoch völlig in Ordnung. Am Ende gibt es auf gegnerischer Seite eine deutlich größere Anzahl an schlechteren Händen, die in solch einer Situation nicht folden können.
.gif)
