Aktualisiert am 25 Feb. 26 von

November Nine: Dennis Phillips

Täglich einen November Nine im Portrait. Heute: Dennis Phillips – Der US-Amerikaner geht am 9. November als Chipleader ins Rennen um die wichtigste Trophäe im Poker, dem Bracelet des WSOP-Mainevents.

Mit 53 Jahren ist Phillips der älteste Spieler am Finaltisch. Er selbst bezeichnet sich dennoch als Unerfahrensten in der Runde der November Nine. Zumindest was Poker angeht. Mit Kartenspielen allgemein ist Phillips allerdings bereits seit frühester Kindheit vertraut. „In meiner Familie wurde alles gespielt, von Bridge bis Canasta.“ Später spielte Phillips vor allem Blackjack im Casino und begann vor rund vier Jahren mit Poker.

Dennis Phillips
Den ersten Cashgamerunden folgten einige Turnierauftritte im WSOP Circuit, wo er zwei Final Table erreichte. Das WSOP-Main Event war sein erster Auftritt auf der ganz großen Bühne des internationalen Pokersports. Qualifizieren konnte sich Phillips über ein $200 Satellite im Harrahs Casino St. Louis. Sein ROI dürfte also schon mal stimmen. Rund $900.000 bekamen alle neun Finalisten bereits ausbezahlt. Der Gewinner streicht insgesamt über neun Millionen Dollar ein.

In den vergangenen Monaten sammelte Phillips unter anderem im Highrollerevent der EPT London weiter Liveerfahrung. Hoffentlich ist es kein schlechtes Omen, dass er dort ausgerechnet als Bubbleboy ausschied. Sein Mentor soll Roy Winston sein, der ihn auf das Finale vorbereitet.

Doch auch Phil Gordon hat dem sozial engagierten Phillips Coachingstunden angeboten, als Gegenleistung für dessen Spende von einem Prozent seines Gewinnes an „Put a Bad Beat on Cancer“. Auf eBay versteigerte Phillips außerdem eine Werbefläche auf dem Ärmel seines Oberteils für wohltätige Zwecke. Ein Grund dafür ist sein Bruder, der an Multipler Sklerose erkrankt ist.

Auf die Frage, ob er nach einem möglichen Gewinn seinen Job als Kundenberater einer Spedition kündigen würde, entgegnete Phillips, dass er das alleine schon deswegen nicht könne, da er einige Sidebets mit Leuten am laufen habe, die genau das glauben. Doch auch sonst sieht sich Phillips nicht als zukünftiger Pokerprofi. „Ich betrachte Poker nach wie vor als ein Hobby. Daran hat sich auch durch den Finaltisch nichts für mich geändert.“

Sollte Phillips gewinnen, wäre er sicherlich einer der annehmbarsten Finalteilnehmer für alle Beteiligten. Keine Skandale, bodenständig, freundlich und fast schon zurückhaltend ist der auf einer Farm aufgewachsene Chipleader von allen gern gesehen. Dazu legte er am finalen Tisch, mit noch zehn Spielern, furios los und vergrößerte seinen Stack um fast 5 Millionen Chips auf 26.295.000, bevor die Finaltisch-Bubble mit der Eliminierung von Dean Hamrick auf Platz 10 platzte, und die Spieler in ihre Pause gingen.

Bildquelle: WSOP