Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Wie man 2021 seine Pokerziele erreichen kann

Jedes neue Jahr bringt bei den meisten auch zahlreiche Vorsätze mit sich, die man leider viel zu selten tatsächlich umsetzt. Wir zeigen euch, wie ihr eure Pokerziele nicht aus den Augen verliert.

Wissen, warum man etwas will

Jared Tendler

Dass man nicht weiß, warum man ein bestimmtes Ziel erreichen will, mag zunächst merkwürdig klingen. Viele Pokerspieler können zwar formulieren, was sie genau wollen – zum Beispiel das eigene Spiel verbessern, Profi werden oder mehr Geld gewinnen – allerdings können nicht alle genau sagen, warum sie eigentlich diese Ziele erreichen wollen. Es geht immer um mehr als nur Geld – und wenn man weiß, warum man etwas in die Tat umsetzen will, fällt es leichter das Ganze auch durchzuziehen, wenn es mal schwieriger wird.

Wenn man sich zum Beispiel zum Ziel setzt mehr Geld zu gewinnen, sollte man versuchen herauszufinden, warum genau man mehr Geld will. Ist es für eine Anzahlung auf ein Haus? Um die Familie zu unterstützen? Oder zu beweisen, dass man zu den Gewinnern an den Tischen zählt? Es gibt immer tiefere Gründe, warum es einem wichtig ist zu gewinnen, als das Geld selbst.

Hindernisse identifizieren

obstacles

Vorsätze für das neue Jahr scheitern häufig vor allem daran, dass sie zu einem Zeitpunkt festgelegt werden, an dem Selbstvertrauen und Motivation am höchsten sind. Wenn man voller Tatendrang ist, erwartet man, dass man für seine Ziele das ganze Jahr über dasselbe Niveau an Energie aufbringen kann. Diese Einstellung kann sich sicherlich ein paar Monate behaupten, irgendwann trifft man jedoch auf die kalte Realität, die einen härter treffen kann als erwartet.

Eine einfache Methode, um dem entgegenzuwirken, ist das Identifizieren der wahrscheinlichsten Hindernisse auf dem Weg zur Umsetzung des Ziels. Basierend auf der eigenen Erfahrung und Einstellung könnte es ein Downswing, Langeweile, der erste große Verlust, der erste Tilt-Anfall oder einfach die Nichterfüllung der eigenen Erwartungen sein.

Wenn man die wahrscheinlichsten Hindernisse identifiziert hat, sollte man sich einen Plan machen, wie man die Probleme angehen will, sobald sie zutage treten. Wenn man zum Beispiel erwartet, dass eine große Verlustsession einen aus der Bahn werfen würde, könnte man vielleicht genau für diesen Zeitpunkt einen Coach engagieren, um seine Energie und Mühe wieder zu fokussieren. Jeder kennt seine eigenen schlechten Angewohnheiten am besten: Bereitet euch auf sie vor. 

Den besten Einstiegspunkt erkennen

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Viele Pokerspieler überschätzen in hohem Ausmaß ihre Fähigkeiten zum Start eines neuen Jahres. Wenn sie am 2. Januar sechs Stunden am Tag spielen können, gehen sie davon aus, dass sie dieses Pensum auch bis zum Ende des Jahres halten können. Wenn sie im Januar eine Winrate von 4BB/100 schaffen, erwarten sie dass es auch für den Rest des Jahres im Schnitt dabei bleibt.

Ziele können schnell in die Binsen gehen, wenn man kurzfristige Resultate und Motivation zum Standard macht. Natürlich kann man sich ein ehrgeiziges Ziel setzen, man sollte sich jedoch vor allem zu Jahresbeginn etwas Luft zum Atmen lassen, um das Ziel eventuell zu verfeinern, wenn man merkt, dass man zu hoch hinauswollte. Die sechsstündige Session könnte zum Beispiel in vier Stunden umgewandelt werden, um in der Folge das Pensum zu steigern.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man seine Ziele innerhalb eines Jahres immer weiter nach unten korrigieren sollte. Lediglich im ersten Monat, wo Tatendrang und Energie am höchsten sind, gilt es sich etwas Flexibilität zu verschaffen.

Ein Sekundärziel festlegen

2nd prize

Bei großen Zielen, die sich über ein ganzes Jahr erstrecken, läuft man immer Gefahr das Vorhaben komplett ad acta zu legen. Wenn sich frühzeitig keine Fortschritte einstellen, erscheint das Erreichen des Ziels in zu großer Ferne. Wenn man auf NL50 aktiv ist und am Ende des Jahres NL400 erreicht haben will, kommt man schwer ins Grübeln, wenn man im April immer noch auf NL50 unterwegs ist.

Ich denke, die meisten von euch würden jedoch übereinstimmen, dass NL200 am Jahresende ebenfalls eine ziemlich solide Leistung wäre. Es wäre zwar nicht NL400, aber im Vergleich zum Ausgangspunkt dennoch ein großer Schritt nach vorn.

Aus diesem Grund empfehle ich immer ein Sekundärziel vor Augen zu haben, um zu verhindern, dass man vollständig aufhört an seinem Vorhaben zu arbeiten. Wenn sich NL400 nach einigen Wochen als unmöglich bis zum Jahresende herausstellt, sieht es bei NL200 vielleicht anders aus. Wenn man es in diesem Jahr zum $10.000 WSOP Main Event schaffen will, ist die Qualifikation für den Millionaire Maker vielleicht ein vernünftiges Alternativziel. Wer 30.000 Hände pro Monat spielen will, kann vielleicht auch 20.000 als solide Leistung einstufen.

Es geht nicht darum Kompromisse bei seinen Träumen einzugehen. Es geht darum sicherzustellen, dass man nicht aufgibt. Und beim Erreichen des Sekundärziels fällt einem dann vielleicht auf, dass das Originalziel näher ist, als man erwartet hat.

Im Zweifel die größten Leaks fixen

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Es ist nicht ungewöhnlich, dass Pokerspieler beim Setzen von konkreten Zielen unsicher sind. Das liegt schlichtweg an der großen Auswahl an Aspekten, die man verbessern könnte. Man hat das Gefühl, an etlichen Stellen noch etwas herausholen zu können.

Wenn ihr genau dieses Problem habt, empfehle ich, dass ihr euch als klares Ziel die Arbeit am eurer Meinung nach größten Problem vornehmt. Identifiziert den kostspieligsten Fehler, den ihr regelmäßig begeht, und versucht ihn vollständig zu beseitigen.

Diese Methodik bietet mehrere Vorteile. Zunächst ist man sich über die wichtigsten Fehler im Klaren, da sie den größten persönlichen und finanziellen "Schmerz" auslösen. Des Weiteren wird das Abschalten dieser Fehler der eigenen Winrate mehr als alles andere helfen. Abschließend handelt es sich um eine sehr natürliche und kontrollierte Methode, um zu lernen. Wenn man seine C-Game-Fehler abstellt, wird das alte B-Game das neue C-Game und so weiter.

Es mag zwar nicht dermaßen grandios wie andere Ziele wirken, in zwölf Monaten wird man das eigene Spiel jedoch Schritt für Schritt merklich verbessert haben.

Wie sehen eure Vorsätze für das neue Jahr aus? Wir freuen uns auf eure Kommentare!