Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Mit Straßenpoker die Microstakes überwinden

Lässt man das GTO-Handbuch vorerst geschlossen und spielt gutes altes "Straßenpoker", kann man laut bencb die Microstakes auf der Überholspur hinter sich lassen...

Der Aufstieg in den Limits ist seit jeher ein heiß diskutiertes Thema in der Pokerwelt.

Viele Spieler haben Schwierigkeiten, die Microstakes zu überwinden, da sie sich zu sehr auf die Theorie konzentrieren und weniger darauf, die Spielweise ihrer Gegner effektiv auszunutzen. Genau in dieser Phase einer Laufbahn ist es aber besonders ratsam, "Straßenpoker" zu spielen und die Schwachstellen des gegnerischen Spiels mit harten Bandagen zu exploiten!

Hier sind acht strategische Konzepte, die ihr sofort in euer Spiel integrieren könnt, um so die Winrate auf den Microstakes zu erhöhen und auf höhere Limits aufzusteigen.

1. Bluffcatcher gegen große Bets folden

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"Folden und weiterspielen"

Bluffcatcher weisen in der Regel nur geringes Potenzial auf, sich zu verbessern. Dazu gehören Hände wie Second Pairs, Third Pairs und Underpairs. Gegen große Bets geraten diese Hände auf den Microstakes oft in schwierige Situationen, da sie nur über wenige Outs verfügen, während der Gegner vermutlich bereits eine starke Hand hält.

Bei starker Gegenwehr ist man auf den Microstakes gut beraten, nur Hände zu callen, die es mit der Value-Range des Gegners aufnehmen können. Starke Draws wie etwa Nut-Flushdraws sind ebenfalls geeignete Kandidaten, um weiterzuspielen.

Insbesondere am River besteht keine Notwendigkeit, mit Bluffcatchern den Helden zu spielen. Die Devise lautet: Folden und weiterspielen.

2. Tells durch Betsizes

Viele Spieler auf den Microstakes geben durch ihre Betsizes bereits eine Menge Informationen preis. Wenn jemand auf einem trockenen Board eine große Betsize wählt, deutet diese Entscheidung auf eine starke Hand hin. Erfahrenere Spieler würden in einer solchen Situation vermutlich mit ihrer gesamten Range nur 1/3 des Pots setzen. Ähnlich verhält es sich, wenn sie in einer Situation, in der sie viele starke Hände haben könnten, nur eine kleine Bet spielen. Womöglich spricht die geringe Betsize in diesem Spot tatsächlich für eine eher schwache Hand.

Es lohnt sich, die Gegner genau zu beobachten, um herauszufinden, welche Betsizes sie für die verschiedenen Handkategorien wählen.

3. Nicht umkämpfte Pötte einheimsen

Sollte der Gegner nach dem Flop durch wiederholtes Checken Desinteresse zeigen, ist es sehr wahrscheinlich, dass keiner von euch eine starke Hand hält. In solchen Situationen gewinnt oft derjenige Spieler den Pott, der zuerst Aggression zeigt. Wenn es gelingt, eine Vielzahl von nicht umkämpften Pötten einzustreichen, wird sich die Winrate dadurch deutlich verbessern.

Höflichkeit zahlt hier keine Rechnungen, also keine Scheu, die nicht umkämpften Pötte mitzunehmen!

4. Das Stehlen der Blinds

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"Auf den Microstakes geben die Spieler ihre Blinds zu häufig auf"

Auf den Microstakes werden die Blinds vermutlich nicht hinreichend oft attackiert. Viele Spieler geben ihre Blinds zu häufig achtlos auf, in der Hoffnung, dass sie in der nächsten Runde eine bessere Hand erhalten.

Diese Tendenz erlaubt einem, die Blinds sowohl vom Button als auch vom Small Blind aggressiv zu attackieren, indem man mit einer weiteren Range raist, als es die GTO-Strategie empfiehlt.

5. Häufiger gegen 3-Bets folden

Immer wenn ein Spieler auf den Microstakes Aggression zeigt, sollten die Alarmglocken läuten, besonders wenn es sich um 3-Bets aus dem Big Blind handelt. Sollte man beispielsweise nach einem UTG-Raise mit QQ mit einer 3-Bet des Big Blinds konfrontiert werden, könnte es ein großer Fehler sein, an dieser Stelle zu 4-betten, da einige Spieler auf den Microstakes vom Big Blind nur KK und AA 3-betten! Es empfiehlt sich daher, mit den starken Händen nur zu callen und bei deutlicher Gegenwehr häufiger zu folden als es die Theorie vorsieht.

6. Selektiver setzen

Im Allgemeinen neigen die meisten Spieler auf den Microstakes nicht dazu, ihre Hände bereitwillig aufzugeben, insbesondere nachdem sie bereits Interesse am Pot gezeigt haben, beispielsweise durch einen Call auf dem Flop. Daher sollte man seltener bluffen, nachdem ein Gegner bereits Interesse am Pot verkündet hat und stattdessen möglichst häufig Value-Bets platzieren. Selbst wenn die Range des Gegners nur wenige schwächere Hände enthält, lohnt sich eine Value-Bet in der Regel. Zugegeben, manchmal wird man dadurch von besseren Händen gecallt, doch in den meisten Fällen führt die Neugier der ungläubigen Gegner zu lukrativen Auszahlungen.

7. Keine Bluffs gegen starke Ranges

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"Keine gewagten Bluffs"

Wie im vorherigen Punkt bereits erwähnt, sind die meisten Spieler nicht bereit, ihre starken Hände aufzugeben. Daher sollte man unbedingt vermeiden, einen Durchschnittsspieler dazu zu bringen, sein Top Pair zu folden. Wenn es den Anschein hat, dass der Gegner eine anständige Hand hält, sollte man mit verpassten Draws von jeglichen Bluffambitionen absehen und zur nächsten Hand übergehen. Als Faustregel gilt: Wenn man zweimal setzt und der Gegner mitgeht, grenzt ein Bluff am River an ein Himmelfahrtskommando. Man wird schlichtweg zu häufig gecallt, um das Risiko zu rechtfertigen.

8. Von der Theorie Abstand nehmen

Auf den Microstakes ist es entscheidend, auf Exploits zu setzen und einen gewissen Abstand von der GTO-Strategie zu nehmen. Dafür sollte man sich darauf konzentrieren, die gegnerischen Tendenzen effektiv auszunutzen, sei es durch Verzicht auf Bluffs, dünne Value-Bets oder eines der anderen genannten Konzepte. Diese 8 Regeln zielen darauf ab, konkrete Schwachstellen des gegnerischen Spiels zu identifizieren und auszunutzen, damit der Stufenaufstieg möglichst rasch gelingen kann.

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