Nutflush-Blockerwert auf einem gepairten Board?
Dara O'Kearney analysiert eine Hand, in der Barry Carter plötzlich mit Blockern am River daherkommt. Sollte ihn das gepairte Board aber eigentlich mehr beunruhigen?
Wir sind 28 Big Blinds effektiv, der Button raist und ich habe im Big Blind mit A6. Ich habe nur gecallt, aber beispielsweise mit A5 wäre für mich auch eine 3-Bet in Frage gekommen.

Der Flop bringt K8J und ist mit dem Nutflush-Draw sehr gut für uns. Ich checke, weil ich davon ausgehe, dass der Button hier häufiger Hände mit Kx/Jx und große Draws in seiner Range hat als ich.
Dara O'Kearney: Auf monotonen Boards liegt der Big Blind selten vorne. In der Regel sind es Boards mit niedrigen Karten, auf denen Straights möglich sind und auf denen man auch einen Lead in Betracht ziehen könnte. Aber wenn die niedrigen Boards monoton sind, sinkt die Häufigkeit eines Leads. Der entscheidende Punkt bei Boards mit niedrigen Karten ist, dass ein Straight möglich ist, aber bei monotonen Boards kehrt sich das um, weil eine Straße nicht mehr die stärkste mögliche Hand ist.
Ich denke, dass die Spieler in Position auf diesen Flops häufiger ebenfalls checken, als sie sollten. Selbst Hände mit einem König werden zu häufig nur gecheckt.

Nachdem am Flop von beiden Spielern gecheckt wurde, kommt am Turn der J. Ich entscheide mich, klein anzuspielen, weil ich denke, mein Gegner hätte mit einem König oder Buben selbst gebettet, um gegen einen Flushdraw Value zu bekommen. Der zweite Bube ist gut für mich, da es so aussieht, als würde ich versuchen, den Flop günstig zum Showdown zu bringen. Außerdem habe ich mit meinem Nut-Flushdraw noch Outs, falls mein Einsatz gecallt wird.
Dara O'Kearney: Ich denke, dass in der Praxis bei Spots, die auf dem Flop Check/Check gehen, die Bet am Turn so gut wie immer gecalllt wird. Hätte der Button absolute Air, hätte er auf dem Flop geblufft. So beinhaltet die Checkback-Range nur Hände, mit denen der Spieler in Position zum Showdown kommen will, ohne noch mehr Geld zu setzen. Ich denke aber immer noch, dass der Lead am Turn auch seine Berechtigung hat.
Allerdings sollte man im Falle eines Leads, deutlich größer anspielen. In diesem Fall wird immer in Betracht gezogen, was man mit seinen stärksten Händen tun würde. Mit einem Flush oder einem Buben hat man nur noch am Turn und River die Chance einen großen Pot aufzubauen – daher ergibt die kleine Bet wenig Sinn.
Mein Gegner hat gecallt. Der River ist die 5 und wenn das Board nicht gepairt wäre, würde ich sagen, dass mein Blocker für den Nutflush eine gute Gelegenheit für einen Bluff darstellt. Das gepairte Board hingegen schwächt meinen Bluff ein wenig, aber ich habe es trotzdem mit einem Check/Raise-Bluff versucht. Für den Fall, dass der Button ebenfalls gecheckt hätte, war ich mir sicher, dass ich beim Showdown hin und wieder noch die beste Hand habe.
Dara O'Kearney: Ich mache mir nicht allzu viele Gedanken über den zweiten Buben, da die Konstellation Button vs. Big Blind ist. Paare/KJ/J8 machen nur einen winzigen Teil einer sehr weiten Range aus, verglichen mit einer früheren Position. Der Button sollte fast 50% seiner Hände raisen und Full-House-Kombos sind nur ein sehr kleiner Teil dieser Range.
Deshalb ist der Spot tatsächlich eine gute Gelegenheit für einen Check/Raise-Bluff. Ein Check/Raise-Bluff am River sollte eine Hand mit etwas Showdown-Value sein, die aber auch Blocker hat, falls der Gegner den River anspielt.
Mein Plan ging auf und der Button hat auf meinen Check/Raise-Bluff gefoldet.
Dara O'Kearney: Einer der seltenen Fälle, in denen sich Online-Poker für dich gelohnt hat!

Was sind eure Gedanken zu dem Spot? Wir freuen uns auf eure Meinung!

