Der Unterschied zwischen NL10 und NL10.000
Unser neuer Videopartner '2cardconfidence' erklärt, warum manche Spielzüge bei Nosebleed-Partien eher an chaotische Ballerei auf den Microstakes erinnern...
Heute heißen wir unseren Neuzugang 2cardconfidence herzlich willkommen bei PokerStrategy.com. Seine hochgeschätzten Videos zum Thema GTO, die er nun freundlicherweise mit uns teilt, sind eine wahre Bereicherung für jeden, der sich für Poker interessiert.
Beim ersten Video, das wir in den Mittelpunkt rücken, geht es um die manchmal feinen, aber auch großen Unterschiede zwischen den Limits NL10 und NL10.000. Auf eine humorvolle und zugleich lehrreiche Weise wird im Video gezeigt, warum einige GTO-inspirierte Spielzüge für Unkundige amateurhaft wirken könnten.
Das Video eignet sich darüber hinaus hervorragend für alle, die sich gerade erst mit dem GTO Wizard, unserem neusten Partner, vertraut machen.
Und für alle, die mehr über den Mann hinter dem Video erfahren wollen, weiter unten findet ihr ein kurzes Interview mit 2cardconfidence und in den nächsten Wochen stehen zudem noch ausführlichere Diskussionen zum Thema GTO mit ihm auf dem Programm.
Wenn euch das Video gefällt und ihr der englischen Sprache mächtig seid, solltet ihr unbedingt den YouTube-Kanal von 2cardconfidence besuchen.
Im Gespräch mit 2cardconfidence

Wie bist du zum Pokerspiel gekommen?
2cardconfidence: Während meiner Studienzeit habe ich Poker auf den Midstakes gespielt und schon damals gelegentlich Shots auf höhere Limits gewagt. Nach dem Studium versuchte ich dann, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen, fand jedoch wenig Gefallen daran. Die Sehnsucht nach Poker zog mich erneut in ihren Bann, diesmal jedoch mit deutlich ernsthafteren Ambitionen. Dafür arbeitete ich täglich intensiv an meinem Spiel. Schließlich konnte ich mich auf den Midstakes etablieren und traf die Entscheidung, Poker als Vollzeitjob zu spielen.
Mit welcher Variante hast du angefangen?
2cardconfidence: Im Grunde genommen habe ich von Beginn an NL-Cashgames gespielt und nebenbei ein paar Turniere. Hier und da habe ich auch SNGs und PLO ausprobiert, aber nie besonders ernsthaft. Ich habe Cashgames immer als mein Steckenpferd betrachtet und Turniere als Nebenbeschäftigung. Und nein, ich habe nie die Shortstack-Strategie angewendet, die PokerStrateg.com zeitweise angepriesen hatte.
Frönst du dem GTO mit Leib und Seele auch im echten Leben und ermittelst im Supermarkt die Schlange mit der kürzesten Wartezeit?
2cardconfidence: Ja, absolut! Ob es um Warteschlangen beim Einkaufen, die Wahl des Sitzplatzes im Zug oder Flugzeug oder die Entscheidung geht, ob man zuerst das Hühnchen- oder das Lachssandwich isst... Sobald man anfängt, einen Bereich seines Lebens zu optimieren, fällt es schwer, damit aufzuhören. Ich persönlich finde es sehr unterhaltsam. Meine Frau allerdings nicht immer...
Auf welchen Limits treibst du dich derzeit herum?
2cardconfidence: Ich spiele seit langem ausschließlich NL500. In den letzten Jahren habe ich durchschnittlich etwa 40.000-50.000 Hände pro Monat gespielt, aber in diesem Jahr war es deutlich weniger, da ich viel Zeit in meinen YouTube-Kanal investiert habe. Ich bin so glücklich, dass ich neben Poker etwas gefunden habe, das ich den ganzen Tag über genießen kann.
"Der Spot entscheidet, nicht das Limit"

Gegen welchen Prozentsatz der Spieler auf NL500 ist es nötig, GTO zu beherrschen? Vermutlich gegen die meisten, oder?
2cardconfidence: Ja, die Anzahl der Spieler mit solidem Verständnis der Theorie ist deutlich höher als auf niedrigen Limits. Ich würde es jedoch aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Statt darüber nachzudenken, gegen wie viele Spieler das Verständnis von GTO nötig ist, sollte man sich eher auf die Anzahl der verschiedenen Spielsituationen und deren GTO-Lösungen konzentrieren.
Je häufiger eine Spielsituation vorkommt, desto genauer ist ihre Lösung bekannt. Wenn der BU beispielsweise gegen den BB raist, sind die GTO-Lösungen vermutlich auf allen Limits sehr genau bekannt. Bei einem Riverspot in einem 3-Bet-Pot sieht die Sache schon ganz anders aus. Je höher das Limit, desto mehr Spieler sind in der Lage, auch in ungewöhnlichen Spots eine ausbalancierte Strategie zu finden.
Welchen Rat würdest du deinem früheren Ich vor der Solver-Ära mit auf den Weg geben?
2cardconfidence: Häufiger Bluffen! - Früher hatte ich Schwierigkeiten, Spots in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Dabei verzichtete ich auf Bluffs aus Furcht, Geld zu verlieren, anstatt mir vor Augen zu führen, welche starken Hände ich in dieser Situation genauso spielen würde. Solver haben mir erheblich dabei geholfen, das Gesamtbild zu erkennen, was mir im Übrigen auch beim Bluffcatchen zugutekommt.
Bald folgt ein ausführliches Q&A mit 2cardconfidence über die praktische Anwendung von solverbasierten Strategien.

