Getreu dem Motto: "Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? – Wer nicht fragt bleibt dumm!" Insbesondere in Filmen wird die Thematik häufig falsch dargestellt.
Falsche Darstellung in Filmen
Einer der großen Mythen, der durch Filme und Fernsehsendungen verbreitet wird, ist, dass professionelle Spielerinnen oder Spieler ihre Gegner auf eine spezifische Hand setzen können.
Die Magier werden ihr Können unter Beweis stellen, indem sie sagen, dass der Gegner AQs hält, und damit zeigen, dass sie über die mystische Fähigkeit verfügen, in die Seele zu schauen und dem Gegner so das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Das ist nicht nur falsch, sondern auch eine sehr gefährliche Strategie. Wenn man versucht, den Gegner auf eine bestimmte Hand zu setzen, sind die Kosten eines Fehlers viel höher.
Was ist eine Range?
Wie spielen man ALLE Hände in der Range?
Starke Pokerspieler denken in Form einer Range. Das bedeutet, dass man an alle möglichen Hände berücksichtigt, die ein Spieler haben könnte, und versucht, die beste Strategie dagegen zu entwickeln.
Wenn zum Beispiel der Spieler UTG raist, könnte man sich einreden, dass er wahrscheinlich Pocket Aces hat. Wenn das der Fall wäre, würde man auf seine Pocket-Könige schauen und folden. Eine extrem kostspielige Strategie mit der zweitbesten Hand vor dem Flop.
Erfahrenere Spielerinnen oder Spieler denken stattdessen etwa so: UTG hat eine tighte Range, die AJo+, A9s+, 77+, KJs+ und KQo beinhalten könnte.
Immer noch eine starker Auswahl, aber jetzt sehen Könige wie eine sehr spielbare Hand aus.
Wenn der Flop ausschließlich niedrige Karten beschert, liegt man mit Pocket-Kings gegen die Range seines Kontrahenten meist vorne. Sollte hingegen ein Ass auftauchen, ist Vorsicht geboten, auch wenn es noch viele Kombinationen gibt, die man schlagen kann.
Die eigene Range
Am Anfang ist es komplizierter, aber langfristig einfacher
Man sollte nicht nur über die Range des Gegners nachdenken, sondern auch darüber, wie die eigene Bandbreite aussieht. Nehmen wir an, man selbst hat die oben genannte tighte Range und der Flop bringt AQT Rainbow.
Das ist ein großartiger Flop, wenn man KJs hat, und ziemlich gut, wenn man AA/QQ/TT/AK/AQ/AT hat. Aber was ist, wenn man Pocket-Sevens hält?
Eigentlich ist es auch nicht so schlecht. 77 hat den Flop zwar stark verfehlt, aber die meisten Hände in der eigenen Range tun das nicht. Es gibt gute Argumente dafür, mit 77 zu bluffen, denn die eigene Range ist insgesamt sehr stark auf diesem Board und man kann leicht bessere Hände zum Folden bringen.
Es mag kompliziert klingen, aber es ist eigentlich eine viel einfachere Strategie, gegen eine Range und nicht gegen eine bestimmte Hand zu spielen.