Ist es möglich mit Pokerturnieren dauerhaft Geld zu verdienen?
Viele Spieler, darunter auch Mike Matusow, sind der Meinung, dass MTTs nicht zu schlagen sind, nachdem David Peters Liquiditätsprobleme eingeräumt hat. Aber stimmt das wirklich?
In dieser Woche machte im Poker eine Diskussion die Runde, in der einige behaupteten, es sei unmöglich, mit Turnieren dauerhaft Geld zu verdienen.
Mike Matusow griff diese Einschätzung auf. Er war nicht der Einzige, der sich so äußerte, aber vermutlich der lautstärkste. Mike kritisierte insbesondere die High Roller Szene und deutete an, dort sei vieles nur Schein und Fassade.
It’s still all fake! Everyone plays for 10% max and most are broke in makeup! They all play to see who’s Dick is bigger and money goes round and round! https://t.co/xHPlNMIGKX
— Mike Matusow(code:Mouth) (@themouthmatusow) April 23, 2026
Auslöser war die Geschichte rund um David Peters, der Schulden aus einem Staking Deal nicht bezahlen konnte. Peters gilt für viele als einer der besten Spieler, die es je gegeben hat. Wenn selbst er kein luxoriöses Leben führen kann, scheint es vielleicht so, als könne es niemand?
Das wahrscheinlichste Szenario bei Peters ist, dass seine Geldprobleme durch Investitionen entstanden sind, nicht durch Poker. Das stoppte die Debatte über Turnierpoker jedoch nicht.
Varianz und Volumen

Es lässt sich nicht bestreiten, dass Turnierpoker mehr Varianz hat. Ich habe mich intensiv mit SharkScope-Graphen beschäftigt, und eine Erkenntnis daraus ist, dass selbst die besten Spieler mehr Verlusttage als Gewinntage haben. In Cash Games ist mit ziemlicher Sicherheit das Gegenteil der Fall.
Wenn es speziell um High Roller geht, ist die Varianz sogar noch größer. Das liegt daran, dass die Edges so klein sind. Wenn die Besten gegen die Besten spielen und selbst die Freizeitspieler stark sind, sind die Vorteile winzig.
Isaac Haxton vermutete, dass die besten Spieler der Welt bei Events auf Triton-Niveau vielleicht eine Edge von rund 7% haben. Das bedeutet, dass Downswings brutal sein können. Besonders Downswings im Live-Poker, weil die Samplesize so klein ist, dass es ein ganzes Leben oder länger dauern kann, bis sich die Edge eines Spielers realisiert.
Online-MTT-Grinder haben ebenfalls brutale Downswings, aber sie können diese mit viel Volumen ausgleichen. Ich spiele an einem Wochenende online zum Beispiel womöglich mehr Turniere als ein "Triton Grinder" in einem ganzen Jahr.
Liquiditätsprobleme und Staking

Das ist einer der Gründe, warum bei diesen Events jeder Anteile verkauft. Vermutlich nicht in dem Ausmaß, das Matusow vermutet. Ich habe Seth Davies einmal gefragt und er schätzte, dass der durchschnittliche Triton-Regular knapp 30% eigene Action und bei einem beliebigen Event weitere 20% in Swaps hat.
Viele innerhalb der Pokercommunity können mit Geld schlecht umgehen, vor allem abseits des Tisches. Insbesondere im High Stakes Poker ist der Umgang mit Liquidität eine Kunst für sich. Diese Spieler tauchen nicht einfach bei Triton-Events mit einem Rucksack voller Bargeld auf. Ihr Geld kann in anderen Währungen, Investitionen, Online Poker Accounts, Swaps und vielem mehr gebunden sein.
Es stimmt zu 100%, dass es Spieler gibt, die High Roller Events aus Eitelkeit spielen. Es stimmt zu 100%, dass es Spieler gibt, die viel Makeup haben oder ihr Geld nicht verwalten können. Aber größtenteils gehören diese Spieler zu den klügsten Menschen, die dieses Spiel je gespielt haben. Wenn sie kein Vermögen verdienen würden, würden sie diese Events nicht spielen.