Aktualisiert am 04 Aug. 26 von

Warum tägliche Buchführung schaden kann

Wer seine täglichen Pokerresultate akribisch verfolgt, läuft laut Dara O’Kearney Gefahr, den Blick für das Wesentliche zu verlieren.

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Fokus auf Entscheidungen, nicht auf Ergebnissen

Letzte Woche brachte Barry ein Thema zur Sprache, das jeder Pokerspieler kennt: Sollte man während einer Session seine Gewinne und Verluste im Blick behalten?

In einem Anflug von Selbstmitleid berichtete er von einer katastrophalen Session, bei der jede Premiumhand überholt wurde – nur um später festzustellen, dass er trotz allem einen Winning Day hatte.

Ich rate Spielern grundsätzlich davon ab, täglich Buch über die eigenen Ergebnisse zu führen.

Zu Beginn meiner Karriere führte ich eine detaillierte Tabelle, in der ich nach jeder Session die Kontostände aller Seiten eintrug. Meist stimmten die Ergebnisse auch mit meinem Bauchgefühl überein. Doch schon bald erkannte ich, dass ich diese Zeit nicht nur sinnvoller investieren konnte, sondern dass die akribische Buchführung auch potenziell schädlich war.

Warum tägliche Buchführung dem Mindset schadet

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Dara O'Kearney

Wenn ich mehrere Tage in Folge verlor, drückte das spürbar auf meine Stimmung. Doch auch eine Siegesserie konnte mein Mindset negativ beeinflussen – etwa durch den Druck, die Gewinne der Woche zu sichern, oder durch trügerische Selbstzufriedenheit. In beiden Fällen entfernte ich mich vom eigentlichen Ziel: den Fokus auf den Prozess zu richten und nicht auf kurzfristige Ergebnisse.

Als ich damals gemeinsam mit meinem Bruder Live-Turniere spielte, sagte er nach jedem Bustout: „Wir wären reicher, wenn wir einfach zu Hause geblieben wären.“ Ihm fiel es schwer, das große Ganze zu sehen, denn selbst die erfolgreichsten Turnierspieler schreiben an den meisten Tagen rote Zahlen.

Rückblickend glaube ich, dass genau dieses Denken seine Karriere aus der Spur gebracht hat. Er war technisch der bessere Spieler, aber mental nicht stabil genug, um die unvermeidlichen Downswings zu verkraften.

Heutzutage habe ich nur noch eine vage Vorstellung davon, wie gut oder schlecht eine einzelne Session lief – denn das Ergebnis einer einzelnen Session spielt schlichtweg keine große Rolle. Wie wir alle wissen, ist Poker in Wahrheit eine einzige Marathonsession.

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