Der richtige Umgang mit marginalen Händen
Wie weit sollte man gehen, wenn man mit einer marginalen Hand ein schwaches Paar trifft? Dara O'Kearney erklärt, warum die Sorge, dominiert zu werden, in vielen Fällen unbegründet ist.

Marginale, offsuited Hände wie Q6o oder J4o stellen für viele Spieler eine besonders knifflige Handkategorie dar. Solch schwache Hände werden praktisch nur in Erwägung gezogen, wenn man bereits im Big Blind sitzt oder aus dem Small Blind gegen den Big Blind antritt.
Man sollte im Hinterkopf behalten, dass ein Fold nie ein großer Fehler ist. Diese Hände gehören per Definition zum untersten Teil der eigenen Range, sie zu entsorgen kostet also nur minimal EV.
Eine praktische Entscheidungshilfe besteht darin, sich stets zu fragen, auf wie vielen Straßen man mit einem Treffer dabei bleibt.
Ein Bottom Pair rechtfertigt oft nur einen Call auf dem Flop, ein Second Pair kann durchaus auch auf dem Turn vorne liegen, während ein Top Pair – abhängig vom Runout – sogar bis zum River spielbar ist.
Paare zu treffen ist ein seltenes Unterfangen, deshalb sollten sie nicht zu leichtfertig aufgegeben werden. Wer marginale Treffer reflexartig ablegt, läuft Gefahr, exploitet zu werden.
Dominiert – oder einfach nur ein Cooler?

Die Sorge, mit Top Pair und schwachem Kicker dominiert zu werden ist in vielen Fällen übertrieben. Der größte Pluspunkt dieser Hände liegt in ihrer Funktion als Blocker.
Auf einem A87-Rainbow-Flop schlägt man mit KK sämtliche Bluffs und marginalen Valuebets, allerdings werden dabei keinerlei Ace-x-Kombinationen geblockt.
Hält man dagegen A3o, schlägt man zwar dieselben Kombinationen, blockt jedoch signifikant die Anzahl der gegnerischen Ax-Hände – schließlich liegen bereits zwei Asse vor einem.
Top Pair mit schwachem Kicker stellt somit eine solide Value-Hand dar, die gleichzeitig stärkere Value-Hände der gegnerischen Range blockiert.
Natürlich wird man regelmäßig gegen bessere Asse antreten, doch diese Situationen sind als Cooler zu sehen und nicht das Ergebnis falscher Entscheidungen.
Paare zu treffen ist selten. Dieses Mantra sollte man stets im Hinterkopf behalten.