Der folgende Kram bezieht sich hauptsächlich auf Fixed Limit 0.25/0.50.
Ich habe mal ein bisschen mit dem 'Auto-Rate' Feature von Pokertracker herumgespielt, bin aber zu keinem vernünftigen Ergebnis gekommen. Natürlich wäre es schön, eine grobe Klassierung der Spieler zu haben, mit denen man an einem Tisch sitzt - am besten noch, bevor man sich an den Tisch setzt. So machen es ja die TableSelection-Programme. Aber wenn die auch nur Rule-Sets wie Pokertracker benutzen, frage ich mich, wie sinnvoll die sind.
Das Problem ist, dass eine einfache Einteilung nach Stats schon sehr willkürlich ist, da man immer irgendwelche harten Grenzen festlegen muss. Zum Beispiel könnte man VPIP, PFRR, AFq und WTSD nehmen und jeweils einen 'optimalen' Bereich definieren wie 0.10 < VPIP < 0.20. So erhält man für jeden Stat 3 Abschnitte, was dann ausmultipliziert auf 81 Spielertypen führt. Das ist aber völlig unpraktikabel, selbst 27 sind zu viel.
Eine vernünftige Zahl wären z.B. 8 Spielertypen, wie in dem entsprechenden Artikel in der Stategie-Sektion. Wenn man aber danach vorgeht, stellt man aber fest, dass auf Fixed Limit 0.25/0.50 viele dieser Typen kaum vorkommen (z.B. 'Rocks') und andererseits immer eine riesige Spielermasse durch das Gitter durchfällt und eben nicht klassiert wird - was die ganze Übung natürlich hinfällig macht.
Ich habe mich daher entschlossen, ein neuronales Netzwerk für die Spielerklassierung zu benutzen. Natürlich fallen auch dabei eine Menge Spieler durch, einfach weil ich nicht die erforderlichen 50 gespielten Hände von ihnen habe. Aber immerhin werden die verbleibenden 40% der Spieler jetzt sauber eingeteilt. Da diese 'Vielspieler' aber meist mehrere Tische gleichzeitig belegen (20 x MultiTabling habe ich auf FL 0.25/0.50 beobachtet. Wahnsinn.) liegt die Abdeckung - wenn man das auf einen Tisch bezieht - bei gut 80%. Damit kann man leben.
Für Februar/März habe ich 40.000 Spieler und 8 Mio Hände analysiert, und bin dabei auf folgende Einteilung gekommen:
Das ist jetzt eine dynamische Zuordnung, d.h. es gibt keine festen Stats-Grenzen, nur 'Zentren'. Überhaupt sind die Spieler bezüglich ihrer Stats in dem von mir aufgespannten 4-Achsen Raum sehr fließend verteilt. Den einzigen Typus, den man wirklich signifikant abgrenzen kann, ist: Der Pokerstrategy-Spieler ![]()
Wen's noch interessiert, was ich mit der Klassierung mache: In den Pokertracker ist das nicht übertragbar. Aber es gibt Pokersites die benutzen xml-Files für die Spielernotes. Diese lassen sich leicht ersetzen und dann sieht man anhand der Farbkennzeichnung schon in der Lobby, an welchen Tisch es sich zu setzen lohnt. Zudem sind die Notes sofort verfügbar, sobald sich ein neuer Spieler mit an den Tisch setzt und nicht erst nach einem Orbit. Mir gefällt das ganz gut, man kann so auch besser seine Position am Tisch steuern. Ich glaube, TableSelection funktioniert damit ganz vernüftig. Zumindest bilden sich häufig an den Tischen, an die ich mich als letzter gesetzt habe, lange Warteschlangen. Aber ich sehe auch auch als erster, wenn die TAG's wieder Überhand nehmen ...
Hat sich schon mal jemand anders mit dieser Thematik befasst?

