Original von Twonky
Zu oben, sowohl bei Geschichte als auch in der Politik wird es wohl nie die endgültige Wahrheit/ Lösung geben, das macht das Thema so spannend :-)
Und genau diese Ansicht ist es, die das Thema so gefährlich macht. Die Politologie ist durchaus auch eine Wissenschaft und Historiker sind sehr wohl Wissenschaftler. Viele denken, dass es hier um Beliebigkeit und um "Meinungen" geht, das ist aber nicht der Fall.
Ich würde mir nie erlauben, mit einem promovierten Physiker über Naturgesetze zu diskutieren und so tun, als könne ich ihm hier etwas vormachen.
Warum? Weil ich einfach nicht genügend weiss und er wesentlich mehr von dieser Materie versteht, er hat sich das angeeignet.
So denken die meissten Menschen sicherlich auch, das ist das Schöne an den Naturwissenschaften.
Bei den Geisteswissenschaften (in der Schule damals gerne"Laberfächer" genannt) anerkennt man aber den Wissensvorsprung oft nicht an. Da beschäftigt sich jemand über ein Jahr mit tausenden von Din A 4 Seiten mit dem Thema Steuerpolitik und schreibt eine Doktorarbeit, aber irgend ein Abiturient weiss natürlich mehr, er hat ja mal einen Artikel gelesen.
Ist ja schliesslich alles Ansichtssache und labern macht ja auch Spass. Und weil es Ansichtssache ist, muss ich mich ja auch nicht ernsthaft den Argumenten stellen, mir kann ja auch niemand begründen, warum blau eine schönere Farbe ist als rot.
Was ich sagen möchte: Es gibt sehr wohl auch in Geisteswissenschaften Wahrheiten, aber sie sind schwer zu finden. Geisteswissenschaftler lesen viel und bemühen sich darum, der Wahrheit immer näher zu kommen und wenigstens im Lauf der Zeit eine Unwahrheit nach der anderen auszuschliessen.
Das funktioniert auch.
Die meissten glauben aber, sie könnten trotz fehlenden Wissens genau so mitreden, weil es ja - wie Du auch sagtest - die Wahrheit nicht gibt. Also plaudert man munter drauf los und vergisst, dass das Gesagte dabei oft überhaupt keine Substanz hat.
Naturwissenschaftlich weiss man auch nicht immer alles. Wer kennt denn schon die Wahrheit, über das Entstehen des Universums? Da gibt es auch nur Theorien von denen keiner weiss, wie viel davon war ist.
Aber kaum jemand würde ernsthaft glauben, hier mitreden zu können, wenn er sich nicht mit der Materie beschäftigt.