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[Geschlossen] 0,02/0,04 - Mit AQo als Overcards nach Preflop-Raise im Flop auf Reraise gefoldet

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Known players:
[tg]Position_Stack:hands/vp$ip/RaisePreflop/AF/WTS/ORL/BBvsSteal/W$SD;MP1$0,27:39/46/21/1,6/50/0/-/25;Hero$0,90:///////;[/tg]
0,02/0,04 Fixed-Limit Hold'em (10 handed)
Hand recorder used for this poker hand: Elephant 0.69 by www.pokerstrategy.com.

Preflop: Hero is MP2 with A:club:, Q:spade:
3 folds, MP1 calls, Hero raises, 5 folds, MP1 calls.

Flop: (5,50 SB) J:spade:, 9:club:, 5:spade: (2 players)
MP1 checks, Hero bets, MP1 raises, Hero folds.

Soll ich hier callen, obwohl der Pot nicht 10 Bets entspricht?
Final Pot: 4,25 BB

Ich frage mich, ob ich nach dem Reraise noch hätte mitgehen sollen. Schließlich habe ich preflop erhöht und auch im Flop gesetzt.


8 replies
Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

Den Checkraise callst du erst mal. Zum einen hast du einige Outs. Du hast nicht nur die Overcards, sondern auch noch einen backdoor Straight Draw und einen etwas schwächeren backdoor Flush Draw. Das summiert sich aber und da ein Gegner nicht alles blockieren kann, zählen die meisten deiner Outs. Ausserdem gibt es auf dem Board sehr viele Draws. Es ist gut möglich, dass der Gegner einen hat. Sowohl mit Flush Draw als auch Straight Draw wäre der Checkraise die Standardspielweise für den Gegner. Ich würde daher auf Blanks (kein Draw wird komplettiert) auch runtercallen.

Angenommen, der Gegner checkraist am Flop T, 9, 55, oesd, Gutshots, Flush Draws. Da der Gegner preflop nicht geraist hat, wird weiter angenommen, dass er preflop gute Asse und Kings geraist hätte. Er ist aber loose, könnte daher alle niedrigen Flush Draws und Straight Draws haben. Dann sieht es für dich am Flop etwa so aus:

Board: js5s9c
Dead:

..................Equity ........ Hand
Spieler 1: 44.644 % AcQs
Spieler 2: 55.356 % 55, As8s, As7s, As6s, As5s, As4s, As3s, As2s, KTs, Ks9s, Ks8s, Ks7s, Ks6s, Ks5s, Ks4s, Ks3s, Ks2s, QTs+, Qs9s, Qs8s, Qs7s, Qs6s, Qs5s, Qs4s, Qs3s, Qs2s, J2s+, T7s+, Ts6s, Ts5s, Ts4s, Ts3s, Ts2s, 92s+, 86s+, 8s5s, 8s4s, 8s3s, 8s2s, 76s, 7s5s, 7s4s, 7s3s, 7s2s, 6s5s, 6s4s, 6s3s, 6s2s, 5s4s, 5s3s, 5s2s, 4s3s, 4s2s, 3s2s, KTo, QTo+, J9o+, T7o+, 86o+, 76o

Das ist gar nicht so übel.

Du kannst dann am Turn auf alles ausser 8/7 weiterspielen, da die anderen Karten den Gegner nicht oft genug verbessern oder dir weitere Outs verschaffen. Am River kannst du dann auch noch mal callen, wenn keine 8 fällt und ansonsten nicht mehr als eine der übrigen Straightkarten gefallen ist (also aus K/T/7/6).

Das Spiel ab dem Turn ist allerdings schwierig für einen Anfänger einzuschätzen. Willst du dein Spiel risikoärmer gestalten, dann callst du auf dem Flop und spielst am Turn nur weiter, wenn sich deine Hand irgendwie verbessert (made Hand getroffen oder weitere Outs). Am River callst du dann ohne made Hand nur, wenn dort eine niedrige Karte fällt (6 oder weniger) da die dem Gegner selten weiterhilft.

Eine wichtige Regel, die man sich merken kann, ist: gibt es auf einem Board Flush und Straight Draws und kann der Gegner Draws aggressiv spielen, dann sind die Straightkarten für dich grundsätzlich viel gefährlicher als die Flushkarten (auch dann, wenn du keine Karten der Flushfarbe hast). Es gibt viel mehr Möglichkeiten, einen Straight Draw zu einer made Hand zu verbessern als einen Flush Draw. Das heisst, auf ein Straightkarte wirfst du schneller weg als auf eine Flushkarte.

Beispiel:

Auf dem Board liegt T92. Es gibt dann eine Menge open ended Straight Draws und noch mehr Gutshots. Nur die oesd sind QJ, J8, 87. Dem Gegner kann daher K/Q/J/8/7/6 zur made Hand verhelfen, das sind 24 gefährliche Karten (zwei davon hat er auf der Hand). Ein Flush Draw hat dagegen nur 9 Outs. Er hat darüber hinaus noch 6 Karten, die ihm ein Paar machen, aber die kennst du nicht. Ausserdem gibt es für den Gegner mehr Möglichkeiten, einen Straight Draw zu halten als einen Flush Draw. Im Beispiel T92 sind allein die oesds 48 verschiedene Kartenkombinationen. Nimmt man noch die Gutshots mit mindestens einer Overcard hinzu, dann landet man bei weiteren 64 Kartenkombinationen (KQ/KJ/Q8/J7). Einen Flush Draw kann man dagegen nur mit höchstens ca. 30 Kartenkombinationen haben, die durch die Range des Gegners auf Grund seiner preflop Aktion weiter eingeschränkt werden können. Der Gegner hält daher viel öfter einen Straight Draw als einen Flush Draw und eine Straightkarte verbessert ihn daher öfter als eine Flushkarte.

Wenn es nur einen Flush Draw gibt, dann ist eine weitere Flushkarte natürlich Grund genug, wegzuwerfen. Auch ist dann ein Calldown weit weniger attraktiv, weil du seltener gegen einen Draw stehst.


Danke erstmal!
Wie du ja richtig sagst, ist ein Straight Draw für mich relativ gefährlich und in dieser Situation doch auch wahrscheinlich.
Da MP1 meinen Raise im Preflop mitgegangen ist, wird er ja vermutlich relativ gute Karten haben. Und damit bekommt er schnell einen OESD bzw. Gutshot. Z.B. mit QT, KT, KQ usw. Und ich denke, ein aggressiver Zug wie der Check Raise deutet auch auf eine gute Hand hin.
Lieg ich damit falsch?


Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

Genau das ist der Punkt. Eine Menge der Checkraises kommen von Draws, aber gegen Draws liegst du vorne! Deswegen sollte man nicht vorschnell folden, wenn viele plausible Draws möglich sind. Erst nachfolgende Karten können einen zum folden zwingen, weil sie aus den Draws made Hände machen.


OK, davon ausgehen, dass der Gegenspieler ein Paar getroffen hat, ist in dieser Position also nicht zu raten?


Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

Die Möglichkeit besteht, aber es ist eine unter mehreren. In der Equilatorrange befinden sich viele Jx und 9x. Du spielst aber nicht gegen eine bestimmte Hand, sondern gegen einen Mix aus allen Händen, die der Gegner so spielen würde, eben die Range. Gegen diesen Mix schätzt du ab, wie du stehst. Daraus ergibt sich deine Equity. Wenn die hoch genug ist, spielst du weiter, wenn nicht, wirfst du weg. Je mehr Draws der Gegner haben kann, desto geringer ist der Anteil an made Händen.


Also kann man grundsätzlich sagen, dass viele mögliche Draws auch dann besser sind, wenn ich keinen davon habe?


Moderator
cjheigl
Joined: 10.04.2006

Es geht bei dieser Frage darum, ob du Showdownvalue hast, das heisst, ob du immer noch vorne liegen kannst. Mit einem Paar ist das bestimmt der Fall, aber eben bis zu einem gewissen Grad auch mit einem unverbesserten Ass. Viele Draws möglich heisst, wenn der Gegner raist, dann hat er oft nur einen Draw und dein Ass ist oft noch gut. Das hängt nicht davon ab, ob du selbst einen Draw hast. Wenige Draws sind möglich dagegen bedeutet, der Gegner hat nach Action meistens eine made Hand und ab und zu einen Bluff. Das ist schlecht für ein einsames Ass, denn dann bist du öfter hinten als im Flop mit den Draws.

Einen eigenen Draw zu haben ist natürlich noch besser, denn dann hast du zu deinem Showdownvalue auch noch Outs oder nimmst dem Gegner Outs weg.


Verstanden! Wirklich super Tipps hier. Hätte schon früher meine Hände posten sollen!