Naja, ich denke die SSS kannst du dir folgendermaßen zusammenbasteln:
Du nimmst einen etwas tighteren Durchschnittsspieler und betrachtest seine Stats.
Welche Hände sind in seiner 3-betting-Range? Mit welchen Händen hast du gegen seine 3-betting-Range noch etwa 45% Equity? Das ist die Range, mit der du grundsätzlich raise/broke spielst.
(Du brauchst keine 50%, weil dein openraise ja schon als deadmoney im Pot ist, je nach raisesizes zahlst du also weniger als 50% des endgültigen Pots nach.)
Dann ermittelst du deine Openraisingrange nach folgendem Muster:
Je weniger Spieler hinter dir sitzen, die potentiell 3betten könnten, desto mehr Hände nimmst du zusätzlich zu den broke-Händen in deine Range.
Meinetwegen in Late Position im Verhältnis Valuehände : zusätzliche Hände von 1:3, in mittlerer Position 1:2,5 und in früher Position 1:2.
Beispiel:
Du nimmst an, dass der Durchschnittsspieler mit 99+, AJs+, KQs, AQo+ 3bettet. (5,7%)
Dagegen hast du 45% Equity mit TT+, AK. (3,7%)
Also openraised du in BU und CO 3 * 3,7% = 11,1%, das sind 66+, A8s+, KTs+, ATo+, KQo.
Dadurch, dass alle Spieler im durchschnitt SH looser sind, weil sie gegen häufigere Blinds anspielen müssen, kannst du dort eine loosere 3bet-Range annehmen und erhältst selber loosere Ranges.
Beim erstellen des original-SHC wurde natürlich nicht darauf geachtet, in jeder einzelnen Position die exakte Handzahl auszurechnen, sondern eine gerundete Range anzugeben, um z.B. mehrere Positionen zu Gruppen zusammenfassen zu können, weil das SHC schließlich leicht zu lernen sein soll.
In diesem Zusammenhang zurück zu meinem ursprünglichen Post:
Ich denke, es ergibt keinen Sinn, irgendwelche Charts für das SH-Spiel aufzustellen. Damit die Blinds dich nicht auffressen, musst du definitiv looser agieren als Fullring.
Wenn du aber versuchst, einfach ein looseres SHC aufzustellen, wirst du damit wohl eher auf die Fresse fliegen. Wenn du nämlich einfach loosere Rnge vs. loosere Range spielst, steigerst du die Varianz ins Unermessliche, und Fehlannahmen der gegnerischen Range wirken sich noch heftiger aus.
Stattdessen solltest du Spot für Spot anschauen und überlegen, welche Range du gegen exakt diese Gegner spielen kannst.
Außerdem hat das Spiel einer festen Range den Nachteil, dass ein Gegner aufgrund deiner Stats perfekt an dich adepten kann. Wenn deine Range aber variabel ist, weil du sie Spot für Spot neu aufstellst, werden ihm seine Stats über dich nicht helfen, weil es ja nur Durchschnittswerte von dir sind, die wenig über dein Verhalten in diesem Spot aussagen.
Also: Mit Equtiyberechnung beschäftigen und anwenden, keine looseren Standardlines ausdenken.