PokerStrategy – Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Der Button bezeichnet die Dealer-Position, den besten Platz am Tisch.
  • Der Button handelt in allen Setzrunden nach dem Flop als Letzter und hat dadurch den größten Informationsvorsprung.
  • In Homegames teilt der Spieler, der am Button sitzt oft selbst die Karten aus aus; im Casino übernimmt diesen Part ein fester Dealer, der Dealer-Button wandert nach jeder Hand im Uhrzeigersinn weiter.
  • Wer die Position am Button versteht und richtig nutzt, maximiert die Profitabilität – in einem Turnier ebenso wie im Cashgame.

Was ist der Button im Poker?

Der Button kennzeichnet die temporäre Dealer-Position einer Hand. In Casinos und Online Poker Partien übernimmt zwar ein fester Dealer das Austeilen, doch der Button legt fest, wer in dieser Runde die vorteilhafte Position innehat.

Praktisch bestimmt der Button die Reihenfolge der Aktionen: Nach jeder Hand wandert er im Uhrzeigersinn, die beiden Plätze links davon posten Small Blind und Big Blind.

In den meisten Varianten – insbesondere Texas Hold’em und Omaha – handelt der Button in jeder Postflop Runde zuletzt und genießt damit einen deutlichen Positionsvorteil.

So funktioniert der Button

  1. Ein kleiner Chip (der Dealer Button) liegt vor einem Spieler.
  2. Der Spieler links vom Button postet den Small Blind.
  3. Der nächste Spieler postet den Big Blind.
  4. Die Preflop Action beginnt links vom Big Blind und läuft im Uhrzeigersinn.

Postflop (nach Flop, Turn und River) beginnt die Action beim ersten aktiven Spieler links vom Button; der Akteur am Button agiert jeweils zuletzt.

Warum ist die Button Position so wertvoll?

Erstens: Handeln mit maximaler Information

Wer zuletzt in einer Setzrunde agiert, sieht zunächst alle Entscheidungen der Gegner. und kann diese in die eigene Entscheidungsfindung mit einfließen lassen. Dadurch kann man:

  • Bluffs gezielter ansetzen,
  • die Größe des Pots kontrollieren,
  • mit starken Händen maximalen Wert generieren,
  • und mit grenzwertigen Händen günstig zum Showdown gelangen.

Zweitens: Loose Range First In

Auf dem Button darf die Eröffnungsrange am weitesten sein, weil nur noch zwei Spieler in den Blinds hinter einem sitzen. Das führt häufig Pötten, die man ohne große Gegenwehr gewinnen kann.

Drittens: Bessere Reads und Kontrolle

Aus der Position lassen sich Tendenzen sowohl in Bezug auf pre, als auch postflop, der Gegner besser einschätzen und auch ausnutzen. Dadurch behält man die Initiative und Kontrolle über den Pot.

Strategie für das Spiel am Button

Der Button belohnt aktives, aber überlegtes Spiel – am Live-Tisch ebenso wie auf Anbieter­seiten für Online-Poker um echtes Geld.

  • Weit eröffnen: Vom Button sollte man mit einer breiten Auswahl an Händen raisen – darunter suited Connector, One-Gapper, schwächere Asse und alle niedrigen Pocket Paare.
  • Blinds unter Druck setzen: Small und Big Blind verteidigen häufiger mit schwächeren Ranges; Isolationsraises und Druck auf dem Flop sind profitabel.
  • Floaten und verzögert c-betten: Gegen gezeigte Schwäche sind Floats, verzögerte Continuation Bets und aggressives Spiel auf dem Turn wirkungsvoll.
  • Wert maximieren: Mit starken Händen ermöglicht die Position optimale Setzgrößen und Timing für maximale Auszahlungen.
  • Anpassen an Stacks und Gegnertypen: Im Turnier mit kurzen Stacks sind Push/Fold-Entscheidungen häufiger; im Deep-Stack-Cashgame sind Postflop-Pläne und Boardtexte entscheidend.

Der Button im Vergleich zu anderen Positionen

In einem 9-Handed-Spiel werden die Plätze meist so eingeteilt:

Gegenüber allen anderen Plätzen hat der Button:

  • mehr Information durch die späteste Aktion,
  • weniger Gegner, die nach ihm entscheiden,
  • und seltener riskante Check-Raises gegen sich.

Selbst der Cutoff, als zweitbeste Position am Pokertisch, bietet nicht so viel Hebelwirkung wie der Button.

Fünf häufige Fehler auf dem Button

  • Zu passiv spielen: Limping oder häufiges Checken verschenkt den Positionsvorteil.
  • Zu viel bluffen: Bluffen ist stark, wird aber schnell ausrechenbar und bestraft, wenn es zu oft oder ohne Bezug auf das Board geschieht.
  • Blinds falsch einschätzen: Sind die Blinds loose oder 3-bet-freudig, muss die Eröffnungsrange enger werden.
  • Postflop nicht anpassen: Stures anspielen auf allen Setzrunden ohne Rücksicht auf Boardtextur und Tendenzen kann schnell teuer werden und viele Chips kosten.
  • ICM ignorieren: In turnierentscheidenden Phasen (zum Beispiel an der Bubble) darf vom Button nicht beliebig weit eröffnet werden.

Der Button in verschiedenen Poker-Varianten

Texas Hold’em und Omaha

In beiden Spielen bestimmt der Button die Blinds und handelt Postflop zuletzt. In Omaha entstehen häufiger Multiway Pötte, der Positionsvorteil wiegt daher noch schwerer.

Stud Poker

Es gibt keinen Button; Bring-in beziehungsweise höchste Upcard bestimmen die Action.

Draw Poker

In Spielen wie Five Card Draw legt der Dealer-Button fest, wer zuerst und wer zuletzt handelt.

Short Deck (6+)

Der Button bleibt die stärkste Position; Blindstruktur und Ranges verschieben sich, der Positionswert jedoch nicht.

Häufig gestellte Fragen

Ist der Button der Big Blind?

Nein. Der Button ist eine eigene Position. Small und Big Blind werden von den beiden Plätzen links daneben gepostet.

Was bedeutet „auf dem Button“?

„Auf dem Button“ heißt, in dieser Hand die Dealer-Position zu haben – der profitabelste Platz am Tisch.

Ist der Button immer der Dealer?

In Homegames oft ja. Im Casino oder online teilt ein fester Dealer die Karten aus; der Button wandert lediglich als Positionsanzeige weiter.

Warum ist der Button die beste Position?

Weil man ab dem Flop immer zuletzt handelt, maximale Information besitzt und dadurch Bluffs, Valuebets und Potkontrolle optimal kombinieren kann.

Wie oft wandert der Button?

Nach jeder Hand rückt der Button um einen Platz im Uhrzeigersinn weiter, sodass alle Spieler regelmäßig jede Position einnehmen.

Darf man vom Button öfter raisen?

Ja. Aufgrund des Positionsvorteils und der tendenziell schwächeren Blind-Ranges sind häufigere Eröffnungsraises sinnvoll.