Mit Odds und Outs lassen sich fundierte Entscheidungen am Pokertisch treffen

Odds

Fakten von PokerStrategy:

  • Mit Odds und Outs lassen sich fundierte Entscheidungen am Pokertisch treffen, sowohl live als auch im Online Poker.
  • Ein solides Verständnis dieser Konzepte bildet die Grundlage für nachhaltigen Erfolg.
  • Richtige Berechnungen helfen, profitable Calls zu erkennen und Fehler zu vermeiden.
  • Sowohl Einsteiger als auch erfahrene Spieler profitieren in allen Spielvarianten von diesen Prinzipien.

Odds und Outs

Wer eine Hand hält, die aktuell vermutlich nicht vorne liegt, aber noch Potenzial hat sich zu verbessern, muss entscheiden: aufgeben oder weiterspielen? Dieser Artikel zeigt Schritt für Schritt, wie man in solchen Situationen korrekt vorgeht. Es wird erklärt, wie man die Karten identifiziert, die die eigene Hand verbessern können (Outs), wie daraus die Trefferwahrscheinlichkeit (Odds) berechnet wird und wie man diese Informationen nutzt, um fundierte Entscheidungen zu treffen.

Was sind Outs?

Outs sind die Karten, die die eigene Hand signifikant verbessern können – also die Wahrscheinlichkeit erhöhen, zu gewinnen. Outs spielen nur dann eine Rolle, wenn noch mindestens eine Gemeinschaftskarte ausgeteilt wird.

Beispiele:

Hand Flop Outs
A 3 7 9♣ K 9 Outs für den Flush
J♠ 10♠ 6♣ Q K 8 Outs zur Straße
K J A♠ 10 2♣ 10 Outs (4 Damen, 3 Könige, 3 Buben)
K Q♠ K♣ Q A♣ 4 Outs zum Full House
7 7 2♠ 7♠ J♠ 7 Outs für Full House oder besser
6 7 4 5♣ J 15 Outs (Flush + Straße, 2 doppelt gezählt)

Versteckte Outs: Karten, die die eigene Gewinnchance erhöhen, indem sie das Board verändern und dem Gegner das bessere Blatt entziehen.

Discounted Outs: Mögliche Verbesserungen, die jedoch auch einem Gegner helfen könnten, werden vorsichtshalber reduziert.

Wie berechnet man Odds?

Odds drücken das Verhältnis zwischen den Karten aus, die nicht helfen, und denen, die die eigene Hand verbessern:

Odds against = (verbleibende unbekannte Karten − Outs) : Outs

Beispiel: Bei 9 Outs nach dem Flop bleiben 47 Karten übrig. Die Odds betragen dann 38:9 ≈ 4,2:1 gegen einen Treffer am Turn.

Faustregeln zur Abschätzung

  • Für eine Karte (Turn oder River): 2 × Outs + 1
  • Für zwei Karten (Turn & River): 4 × Outs

Typische Wahrscheinlichkeiten

Situation Outs Chance (Turn + River) Chance (nur River)
Flush Draw 9 ≈35% ≈19%
Open Ended Straight Draw 8 ≈32% ≈17%
Gutshot 4 ≈16% ≈9%
Flush + OESD 15 ≈54% ≈32%

Was versteht man unter Pot Odds?

Pot Odds geben das Verhältnis zwischen dem zu zahlenden Einsatz und der Gesamtsumme im Pot an. Sie helfen zu bestimmen, ob ein Call rechnerisch sinnvoll ist.

Formel: Pot Odds = (Potgröße + gegnerischer Einsatz) / eigener Callbetrag

Beispiel: Im Pot liegen 5 €, der Gegner setzt 1 €. Man muss 1 € zahlen, um 6 € gewinnen zu können. Pot Odds = 6:1.

Odds und Pot Odds im Vergleich

Der Vergleich zwischen Odds und Pot Odds entscheidet, ob ein Call langfristig lohnt:

  • Odds ≥ Pot Odds: Der Call lohnt sich.
  • Odds < Pot Odds: Call vermeiden – der Fold ist besser.

Implied & Reverse Implied Odds

Implied Odds: Berücksichtigen zusätzliche Chips, die man bei erfolgreichem Draw in späteren Runden gewinnen kann.

Reverse Implied Odds: Risiko, trotz getroffener Karte gegen ein stärkeres Blatt zu verlieren – besonders bei schwächeren Draws relevant.

Strategisches Setzen mit Odds

Durch kluges Setzen lässt sich der Gegner zu Fehlern verleiten. Wer eine starke Hand hat, kann durch hohe Bets verhindern, dass Gegner korrekte Pot Odds erhalten, um ihren Draw zu bezahlen.

FAQ zu Odds im Poker

Wozu brauche ich Odds und Outs beim Pokern?

Sie ermöglichen eine objektive Einschätzung, ob ein Call oder Fold statistisch sinnvoll ist – besonders bei Draws.

Was unterscheidet Odds von Pot Odds?

Odds zeigen, wie groß die Chance ist, das eigene Blatt zu verbessern. Pot Odds zeigen, ob sich ein Call im Verhältnis zum möglichen Gewinn lohnt.

Wie erkenne ich, ob meine Outs korrekt sind?

Man sollte mögliche stärkere Gegnerhände mitdenken und überlappende Outs mit Vorsicht abziehen (Discounting).

Was sind Implied Odds und wann sind sie nützlich?

Sie helfen einzuschätzen, wie viel man zusätzlich gewinnen kann, wenn man trifft – besonders bei spekulativen Händen relevant.

Wann ist ein Schutz durch einen Einsatz sinnvoll?

Wenn man eine starke, aber verwundbare Hand hält und verhindern will, dass Gegner mit Draws günstig weiter mitspielen können.