Fakten von PokerStrategy:
- Rake ist die Spielgebühr, die der Anbieter aus jedem Pot oder Buy-in einbehält.
- Bei Cash Games erfolgt die Rake meist prozentual und mit einem festgelegten Cap.
- Turnier-Rake ist ein fixer Anteil des Buy-ins, der nicht in den Preispool fließt.
- Es gibt unterschiedliche Rake-Modelle, etwa Pot Rake, Dead Drop oder Timed Collection.
- Die Höhe des Rakes kann die Profitabilität stark beeinflussen.
- Rakeback bezeichnet die Rückzahlung eines Teils des gezahlten Rakes an den Spieler.
Was ist Rake im Poker?
Der Begriff Rake bezeichnet die Gebühr, die von einem Online Pokeranbieter (oder live) für die Organisation des Spiels einbehalten wird. Beim Cashgame wird ein Anteil des Pots einbehalten, bei Turnieren ist der Rake Teil des Buy-ins. Es handelt sich dabei um das zentrale Geschäftsmodell aller Pokerräume – egal ob online oder im Casino.
Wie funktioniert die Berechnung des Rakes?
Cashgames
In Cashgames zieht der Pokerraum einen Prozentsatz vom Pot ein – typischerweise zwischen 2 % und 10 %. Häufig gibt es zusätzlich ein Cap, also einen Höchstbetrag an Rake pro Hand. Die genaue Struktur variiert je nach Anbieter, Limits und Anzahl der Spieler.
Beispiel:
In einem €0,05/€0,10-Spiel mit einem Pot von €20 kann bei einem Rake von 5% maximal €1 einbehalten werden. Der Gewinner der Hand erhält also €19.
Ein häufig eingesetztes Prinzip ist No Flop, No Drop: Es wird nur Rake erhoben, wenn tatsächlich Karten bis zum Flop ausgespielt werden.
Turniere
Bei Turnieren ist der Rake ein fester Bestandteil des Buy-ins. Wenn das Buy-in €11 beträgt, gehen €10 in den Preispool, während €1 als Gebühr einbehalten wird.
Beispiel:
Ein Live-Turnier mit einem Buy-in von €250 + €25 bedeutet: €250 fließen in den Preispool, €25 gehen als Rake an den Veranstalter.
Arten von Rake
- Dealt Rake: Prozentualer Anteil am Pot (Standardmodell).
- Dead Drop: Fester Betrag, vom Big Blind vor jeder Hand entrichtet (häufig in Live Turnieren).
- Simple Contributed: Der Rake der am Ende einer Hand genommen wird wird gleichmäßig auf alle Spieler, die Geld in den Pot investiert haben, aufgeteilt.
- Weighted Contributed: Der Rake der am Ende einer Hand genommen wird wird auf alle Spieler, die Geld in den Pot investiert haben, gewichtet nach der jeweiligen Höhe der Investition, aufgeteilt.
- Dealt Rake: Konstante Gebühr pro Hand, unabhängig vom Pot.
- Timed Collection: Jeder Spieler zahlt alle x Minuten eine Tischgebühr.
- Fixed Fee: Der Rake einer Hand wird zu 100% dem Gewinner der Hand zugerechnet.
- Turniergebühr: Fester Betrag, im Buy-in enthalten.
- Kein Rake: Selten, z. B. in Freerolls oder privaten Homegames.
Rake Cap
Der Cap begrenzt die maximale Rake pro Hand. Interessant wird das Verhältnis von Rake zu Cap, wenn man dieses in Big Blinds betrachtet.
Beispiel:
Ein Cap von €1 bei einem €0,05/€0,10-Spiel (entspricht 10 BB) ist relativ teuer. Ein Cap von €5 bei einem €5/€10-Spiel (entspricht 0,5 BB) ist dagegen sehr günstig. Spiele mit hohen Blinds sind tendenziell effizienter.
Rakeback – Was ist das?
Rakeback ist ein System, bei dem Spieler einen Teil des gezahlten Rakes vom Pokeranbieter zurückerhalten. Dies erfolgt meist über Treueprogramme, VIP-Stufen oder spezielle Boni. Der zurückerstattete Anteil wird in Prozent angegeben.
Beispiel:
Ein Spieler, der €100 Rake generiert und 20% Rakeback erhält, bekommt €20 zurückerstattet.
Rakeback-Varianten:
- Klassisches Rakeback: Fester Prozentsatz, regelmäßig ausgezahlt.
- VIP-/Loyalty-Programme: Rückerstattung durch Punkte- oder Levelsysteme.
- Rake Races: Wettbewerbe mit Preisgeldern für Spieler mit hohem Volumen.
- Affiliate Rakeback: Cashback über Partner-Deals oder Community-Angebote.
Rakeback ist besonders für Vielspieler attraktiv, da es ihre effektiven Spielkosten reduziert und die Winrate erhöht.
Strategische Bedeutung
Rake kann entscheidend darüber sein, ob ein Spieler langfristig profitabel spielt. Wer oft kleine Pots gewinnt, zahlt relativ viel Rake und muss besonders effizient spielen, um profitabel zu bleiben.
- Spieler auf niedrigen Limits sind vom Rake stärker betroffen.
- Ein solides Verständnis der Rake-Struktur ist essenziell.
- Rakeback kann eine wichtige Einnahmequelle darstellen und ROI deutlich verbessern.
FAQ zum Thema Rake
Was ist Rake beim Poker?
Die Gebühr, die der Anbieter aus dem Pot (Cashgame) oder Buy-in (Turnier) einbehält.
Wie hoch ist der Rake?
Je nach Anbieter und Limit meist zwischen 2 % und 10 % mit einem Cap von wenigen Big Blinds.
Gibt es Rake bei jeder Hand?
Nein – nach dem Prinzip No Flop, No Drop entfällt der Rake, wenn es keinen Flop gibt.
Was ist Rakeback?
Eine Rückvergütung von gezahltem Rake an den Spieler – meist über Treueprogramme oder Aktionen.
Wie beeinflusst der Rake meine Winrate?
Rake reduziert die Gewinnspanne pro Hand – je niedriger der Rake (oder je höher das Rakeback), desto besser für die Winrate.
Ist Rake bei Turnieren anders als bei Cashgames?
Ja – beim Turnier wird die Rake einmalig als Teil des Buy-ins erhoben, beim Cashgame bei jeder Hand.
Fazit
Rake ist ein unvermeidbarer Teil des Pokerspiels, der direkt über Erfolg oder Misserfolg mitentscheiden kann. Wer die Rake-Strukturen seines Anbieters kennt und aktiv auf günstige Bedingungen achtet, verschafft sich einen strategischen Vorteil. Zusätzlich können durch Rakeback-Programme und Promotions signifikante Anteile der Spielgebühren zurückgewonnen werden – ein entscheidender Faktor für ambitionierte Spieler, die langfristig profitabel agieren möchten.