PokerStrategy – Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Ein Side Pot entsteht, wenn ein Spieler All-in ist und andere Spieler mit verbleibenden Chips weiter setzen.
  • Den Main Pot können alle beteiligten Spieler gewinnen; Side Pots werden nur unter den Spielern ausgespielt, die weitere Chips investiert haben.
  • Bei mehreren All-ins können mehrere Side Pötte entstehen.
  • Der zuerst All-in gegangene Spieler kann nur den Main Pot gewinnen, nicht möglicherweise enstandene Side Pötte.

Was ist ein Side Pot im Poker?

Ein Side Pot entsteht, wenn mindestens ein Spieler All-in ist, während andere Spieler noch Chips übrig haben und weiter setzen. Derjenige, der All-in ist, kann künftige Einsätze nicht mehr mitgehen. Deshalb werden alle zusätzlichen Einsätze der übrigen Spieler in einen separaten Pot gelegt, den Side Pot, an dem der All-in-Spieler nicht beteiligt ist.

Der All-in-Spieler kann ausschließlich den Main Pot gewinnen, der aus den Einsätzen bis zur Höhe seines Stacks besteht. Side Pötte werden unabhängig vom Main Pot abgerechnet; nur Spieler, die in einen Side Pot eingezahlt haben, können ihn auch gewinnen.

Side Pötte führen in Poker-Runden häufig zu Verwirrung. Wer die Verteilung und sämtliche Regeln korrekt versteht, vermeidet teure Fehler und maximiert den Wert in Multiway Händen.

Wie funktionieren Side Pötte?

Ein Side Pot gleicht ungleiche Stackgrößen aus, sobald ein oder mehrere Spieler All-in sind. So laufen die Regeln ab:

  • All-in-Ansage: Ein Spieler mit weniger Chips geht All-in. Ab diesem Zeitpunkt kann er den Pot nicht mehr erhöhen, andere Spieler, die noch Chips haben, aber sehr wohl.
  • Bildung des Main Pots: In den Main Pot zahlen alle verbleibenden Spieler höchstens so viel ein, wie der Spieler, der All-in geht, in dieser Setzrunde aufbringen konnte. Diesen Pott können alle involvierten Spieler vollständig gewinnen.
  • Bildung des Side Pots: Alle darüber hinausgehenden Einsätze der verbleibenden Spieler werden in einen Side Pot gelegt. Um diesen Pot spielen ausschließlich die Akteure, die auch in ihn eingezahlt haben.
  • Mehrere All-ins: Gehen mehrere Spieler mit unterschiedlichen Beträgen All-in, können mehrere Side Pötte entstehen. Die Auswertung erfolgt vom Main Pot ausgehend zum jeweils nächstgrößeren Side Pot.
  • Showdown Reihenfolge: Gibt es mindestens einen All-in-Spieler, werden am Showdown alle relevanten Hände aufgedeckt. Den Main Pot gewinnt die beste Pokerhand unter allen dafür qualifizierten Spielern. Jeden Side Pot gewinnt die beste Hand unter den Spielern, die in diesen Side Pot eingezahlt haben.

Dieses System sorgt für eine faire Auszahlung im Verhältnis zum eingegangenen Risiko. Zugleich bleibt das Spieltempo erhalten und größere Stacks müssen ihre Einsätze nicht künstlich reduzieren.

Beispiel für einen Side Pot

Ausgangslage

  • Spieler A hat 1.000 Chips.
  • Spieler B hat 2.000 Chips.
  • Spieler C hat 5.000 Chips.
  • Blinds: 100/200.

Preflop

  • Spieler A geht für 1.000 All-in.
  • Spieler B callt die 1.000.
  • Spieler C raist auf 3.000.
  • Spieler B callt weitere 2.000.

Pot-Aufteilung

  • Main Pot: 1.000 von A + 1.000 von B + 1.000 von C = 3.000.
  • Side Pot: Zwischen B und C weitere 2.000 von B + 2.000 von C = 4.000.

Showdown

  • Den Main Pot (3.000) gewinnt der Spieler mit der besten Hand unter A, B und C. Hat Spieler A die beste Hand, gewinnt er diesen Pot, aber keinen Side Pot.
  • Den Side Pot (4.000) spielen nur B und C untereinander aus; A hat keinen Anspruch darauf.
  • Gewinnt C beide Pötte, erhält er insgesamt 7.000. Gewinnt A nur den Main Pot, erhält er 3.000.

Profi Tipps

Mit großem Stack solltest du abwägen, ob es sich lohnt, bei einem All-in eines Shortstacks zusätzlich einen Side Pot aufzubauen. Du riskierst mehr Chips, als der All-in-Spieler überhaupt gewinnen kann. Mit marginalen Händen ist ein Flat Call oft die bessere Wahl.

Behalte stets im Blick, wer auf welchen Pot einen Anspruch hat. Unklarheiten führen besonders in Live-Partien schnell zu Fehlentscheidungen, selbst mit einem Dealer, während Software auf Online Pokerseiten die Aufteilung automatisch korrekt übernimmt.

Überblick der verschiedenen Arten 

  • Main Pot: Enthält die Einsätze aller Spieler bis zur Höhe des kleinsten All-ins. Alle verbleibenden Spieler können ihn gewinnen.
  • Side Pot 1: Enthält zusätzliche Einsätze der Spieler mit Reststack über das kleinste All-in hinaus. Gewinnen kann ihn nur, wer auch eingezahlt hat.
  • Side Pot 2: Setzen Spieler mit noch größeren Stacks weiter, entsteht ein weiterer Side Pot – erneut nur für die Aktuere, die noch weitere Chips investiert haben.

Häufig gestellte Fragen

Kann es mehrere Side Pötte geben?

Ja. Wenn zwei oder mehr Spieler mit unterschiedlichen Beträgen All-in gehen, entstehen mehrere Side Pötte. Sie werden der Reihe nach, mit dem Main Pot beginnend, abgerechnet.

Kann ein All-in-Spieler einen Side Pot gewinnen?

Nein. Ein All-in-Spieler kann nur den Main Pot (und lediglich die Side Pötte, in die er vor seinem All-in tatsächlich eingezahlt hat) gewinnen. Hat er nicht in einen Side Pot eingezahlt, kann er ihn auch nicht für sich beanspruchen.

Was passiert, wenn ich den Side Pot gewinne, aber den Main Pot verliere?

Dann erhältst du ausschließlich die Chips aus dem Side Pot. Den Main Pot gewinnt die beste qualifizierte Hand – dazu gehört auch die Hand des All-in-Spielers. Dieses Szenario ist in Turnieren mit kleinen Stacks sehr häufig.