Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Kritisches Denken am River gefragt

Wir erwischen mit einem Draw die Hand, auf die wir gehofft haben. Eventuell müssen wir den Spot aber neu bewerten, nachdem sich die Dinge entscheidend ändern. Seid ihr der Aufgabe gewachsen?




Zurück auf NL50 erwischen wir im Big Blind eine spekulative Hand mit Potenzial und wollen unser Glück damit versuchen. Das Ergebnis ist ein sehr interessanter Spot...

poker hand

Der Preflop-Call geht in Ordnung, auch wenn wir out of position spielen müssen. Darauf gilt es stets zu achten, vor allem wenn man mit einem größeren Openraise konfrontiert wird. Durch den Call des Small Blinds sollte uns ein Einstieg in die Hand noch leichter fallen, da die Odds entsprechend günstiger ausfallen. Der Spieler in UTG ist praktisch ein Unbekannter mit lediglich 35/26 VPIP/PFR über 40 Hände.

Der Flop sieht nicht schlecht aus. Er hilft definitiv dem Preflop-Aggressor, der wohl jede Menge Buben und Damen in seiner Range haben dürfte. Wir erwischen allerdings einen OESD, mit dem wir ihn bluten lassen könnten. Im Moment stehen wir aber noch nicht mit einer gemachten Hand da, also sollten wir nicht allzu aggressiv spielen.

Wir entscheiden uns nach dem Small Blind ebenfalls zu checken und auch der Spieler in UTG scheint überraschenderweise einen Gang zurückzuschalten. Das ist für unseren Draw natürlich eine willkommene Wendung, bekommen wir doch einen kostenlosen Turn zu sehen, während der Pot bereits recht hoch ausfällt, ohne dass jemand auf Beutefang zu sein scheint.

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Die vierte Communitykarte beschert uns, worauf wir gehofft haben. Unsere beiden Gegner haben zuvor passiv agiert, also liegt es nun an uns für Action zu sorgen. Hero macht genau das, wobei sein Betsizing optimiert werden könnte. Er setzt rund 2/3 des Pots, könnte allerdings problemlos auch einfach den ganzen setzen. Wenn Hände unterwegs sind, die gut genug sind, um eine 2/3-Potbet zu callen, dann würden sie auch eine komplette Potsize-Bet callen.

Der River macht uns natürlich nicht plötzlich zum Underdog, unsere Valuebet (die erneut hätte größer ausfallen sollen) trifft jedoch auf Gegenwehr. Einerseits könnte das Ass Villain ein Two-Pair eingebrockt haben und auch alle möglichen Sets (wenn auch unwahrscheinlich) werden von uns geschlagen. Andererseits könnte er mit KT nun auch eine bessere Straight halten. Aber wie genau hat sich unsere Equity verändert? Laufen wir hier Gefahr gegen die Wand zu rennen?

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Die Auswahlmöglichkeiten sind dieses Mal kleiner, was die Frage jedoch nicht einfacher macht. Ein Fold ist selbstverständlich keine Option. Wir müssen nicht mehr allzu viel zusätzlich riskieren, um Villains Karten zu sehen. Die Frage jedoch ist, ob wir hier sogar noch eine 3-Bet for Value spielen können? Eure Meinung ist gefragt...

Das letzte Umfrageergebnis

Hand of the Week

Bei unserem letzten Ausflug auf NL50 haben wir versucht mit einem entwerteten Overpair einen ungünstigen River zu blocken.

Die Meinungen waren geteilt, am Ende hatte die Option Check/Fold in unserer Community aber knapp die Nase vorn – und das ist auch die richtige Entscheidung für den Spot. Wir haben von Toppairs bereits so viel Geld wie möglich bekommen und können aufgrund des Boardverlaufs nicht noch mehr einsacken.

Checken ist zweifellos die beste Option. Villain wird nicht einfach mal eben ein mögliches Toppair in einen Bluff verwandeln und stattdessen ebenfalls froh über einen Check damit sein. Falls er wider Erwarten trotzdem bluffen will, würde er es ohnehin machen, das bedeutet, eine Bet von uns würde er mit einem All-in beantworten. In solch einem Fall hätten wir schlicht Geld verbrannt.