Broadway-Trouble oder Heros Meisterwerk?
Selbst mit einem Nut-Flush bekommt man es hin und wieder mit einem kniffligen Board zu tun. Erneut ist eure Expertise gefragt, damit der Auftritt von Hero nicht in die Hose geht.
Zurück auf NL50 isolieren wir einen Limper mit einem schwächeren Suited-Ace im Small Blind. Über die Entscheidung kann man diskutieren, aber wer braucht schon Preflop-Charts, wenn man höchste Pokerkunst kreieren will?

Die sicherste und günstigste Option nach einem Limp ohne besondere Reads oder Stats wäre natürlich ein simpler Complete im SB. Auf diese Weise könnten wir schwierige Postflop-Entscheidungen vermeiden und unsere Equity ohne viel Risiko realisieren. Ein Raise ist aber nicht zwangsläufig ein schlechter Move gegen lediglich einen Gegner. Problematischer wird es erst, wenn ein weiterer Spieler, wie in diesem Fall der Big Blind, in die Hand einsteigt.
Was die Ranges unserer Gegner betrifft, müssen wir keine Angst haben vor starken Paaren oder hohen Assen haben, denn diese hätte man preflop aggressiver gespielt. Es scheint, als müssten wir vielmehr gegen eine Reihe von spekulativen Händen antreten: kleinere Pocket Pairs auf der Suche nach Setvalue (22 bis vielleicht 99), Broadway-Combos (JT+) und ein paar niedrige Suited-Connectors.
Der Flop offenbart Höchstinteressantes. Viele Hände der gegnerischen Callingranges treffen ihn perfekt, also werden wir mit unserem Flushdraw nicht viel Foldequity haben. Trotzdem müssen wir schauen, dass wir mit einer Bet Equity generieren, immerhin sind wir der Preflop-Aggressor. Es sollte aber klar sein, dass wir hier Bet/Fold spielen. Auch wenn wir betten müssen, gibt es keinen Grund völlig ziellos durchzudrehen...

Die Turnkarte beschert uns nicht nur unseren Nutflush, sondern verbessert auch einige der verbleibenden Hände in Villains Range. Das bedeutet, dass wir nun eine schöne Valuebet haben, auch wenn sich einige wenige seiner Hände derart verbessert haben könnten, dass wir sogar geschlagen wären. Das Einzige, was wir an Infos zu unserem Gegner haben, sind Stats von 41/27 über ein paar dutzend Hände.
Die Riverkarte verwandelt die bereits interessante Hand in einen echten Augenschmaus. Alle noch möglichen Straights sind nun angekommen. Aber haben wir tatsächlich noch eine Valuebet in solch einem Spot? Wie sollte Hero nun reagieren? Das Heads-up-Duell geht in die entscheidende Phase...
Es gibt drei Optionen, wie wir die Hand weiterspielen können. Zum einen wäre ein Check möglich, um die Straights von Villain in die Falle zu locken. Eine weitere Option wäre eine große Bet, um so viel wie möglich von ihnen einzusacken. Es könnten aber noch deutlich stärkere Hände unterwegs sein, vielleicht wäre also etwas mehr Vorsicht angebracht? Für diesen Fall gibt es die Option klein zu setzen, um gegen ein großes Raise zu folden. Die Wahl liegt bei euch...
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Das letzte Umfrageergebnis
Beim letzten Mal wollten wir einen gut gefüllten Pot absichern, der Gegner gab jedoch nicht kampflos auf. Die meisten von euch haben sich am Ende für einen Call entschieden, was eine sehr gute Wahl war. Mehr als 70% unserer Mitglieder fanden den Spot scheinbar einfach genug, trotzdem wollen wir den Grund für den Rest kurz erläutern:
So wie die Hand verlaufen ist, wirkt der Shove von Villain ziemlich deplatziert. Es gibt kaum etwas Sinnvolles, was er so repräsentieren kann. Hände wie AA, KK und AK wären anders gespielt worden. Ein Set mit 44 oder 66 scheint nicht möglich, außerdem blocken wir 99. Vermutlich blufft Villain hier also mit einem gescheiterten Draw wie T9 in Kreuz. Wir haben also einen ziemlich profitablen Call vor uns angesichts der guten Odds, auch wenn der erste Instinkt vielleicht dagegen sprechen mag.

