Was man von iPoker in Zukunft erwarten kann
Zehn Jahre lang war David Pomroy selbst als Online-Profispieler aktiv, bevor er es bei iPoker zum Head of Poker gebracht hat. Im Gespräch erfahren wir mehr über ihn und seine aktuelle Arbeit.

Für alle, die dich nicht kennen: Wie genau sieht dein Hintergrund aus?
David Pomroy: Ich habe von 2001 bis 2011 professionell gespielt, nachdem ich mich bereits als Teenager in Poker verliebt hatte. Hauptsächlich Cashgames online, aber hier und da auch ein paar SNGs und Turniere. 2011 kam dann die Erkenntnis, dass das allgemeine Spielniveau mir schleichend immer näher kam, also habe ich mich kurzerhand entschlossen, etwas anderes zu machen, als einfach nur Poker Vollzeit zu spielen. Ich wollte aber auf jeden Fall weiterhin in der Pokerbranche bleiben. Also habe ich damals zunächst Anteile an einem Staking-Startup (SharkStaking) gekauft und mich 18 Monate damit befasst, bevor ich dann einen Job bei Black Belt Poker (ein alter iPoker-Skin) fand. Kurze Zeit später habe ich dann mein eigenes Staking-Startup gegründet (Bear Hug Poker) und mich 2014 Unibet Poker als Marketing-Manager angeschlossen, wo ich im Laufe der Zeit bis zum Head of Poker aufsteigen konnte. Die Chance, den nächsten Schritt bei Playtech und iPoker zu gehen, kam dann im vergangenen Jahr. Das war für mich persönlich eine Herausforderung, die ich einfach nicht ausschlagen konnte. Als ich als Profi unterwegs war, habe ich sehr viel Zeit in den großen Netzwerken wie Cryptologic und iPoker gespielt, wodurch automatisch eine Verbundenheit entstanden ist. Ich bin überzeugt, dass es hier noch eine riesige Menge an Potenzial gibt, wenn man die Stärke des Entwicklerteams berücksichtigt und die Marken, mit denen man zusammenarbeitet.
Worin siehst du aktuell deine größte Herausforderung als Head of Poker?
David Pomroy: Ich denke, dass sich die Betreiber in den letzten Jahren zwei wesentlichen Herausforderungen stellen mussten. Die erste konzentriert sich darauf Wege zu finden, um neue Spieler an Poker heranzuführen. Das Spiel ist mittlerweile weniger in den Mainstream-Medien vertreten und die Leute werden mit unzähligen anderen Möglichkeiten bombardiert, wie sie ihre Zeit verbringen können. Im Anschluss stellt sich dann die Frage, wie man dafür sorgen kann, dass die Leute nach den ersten Erfahrungen im Bereich Poker immer wieder an die Tische zurückkehren und zu regelmäßigen Spielern werden. Diese zweite Herausforderung wird im Laufe der Zeit immer schwieriger, da der Skillunterschied zwischen etablierten und neuen Spielern über die Jahre konstant immer weiter auseinanderdriftet. Entsprechend haben sich die meisten Anbieter und Netzwerke in den letzten Jahren darauf konzentriert, eine gesündere und nachhaltigere Spielumgebung zu gestalten. Mir ist bewusst, dass das Thema "Poker-Ökosystem" bei vielen etablierten Spielern für Frust sorgt, weil es bei manchen Seiten als Ausrede für höheren Rake oder eine Kürzung von Prämien genutzt wurde. Mein wesentliches Ziel bei iPoker ist jedoch, das Ökosystem zu verbessern, damit es überhaupt möglich ist, dass nachhaltige Pokerseiten entstehen können. Das bedeutet aber nicht, dass man Grinder bestrafen, den Rake anheben und Prämien streichen muss. Es bedeutet vielmehr, Wege zu finden, damit neue Spieler interessiert bleiben und eine langfristigere Bindung zwischen Poker und dem Großteil der Spieler entsteht. Manchmal hat das eine Änderung zur Folge, die den Grindern unter uns nicht auf Anhieb gefällt, aber auf lange Sicht bleibt das Ziel immer gleich, dass man eine bessere Spielumgebung für alle liefern will.
"Fehlende Kommunikation war bisher ein Problem"

Was sind die häufigsten Kritikpunkte am iPoker-Netzwerk, die du von Spielern mitbekommst, und wie wollt ihr in den nächsten Jahren für Lösungen sorgen?
David Pomroy: Eine Quelle von Frustration rund um iPoker, die ich als Spieler selbst und nun als Head of Poker mitbekommen habe, ist ein Mangel an Kommunikation seitens des Netzwerks gegenüber den Spielern. Das ist ein schwierig zu gestaltender Aspekt, da man als Netzwerk nicht automatisch auch für sämtliche Marken sprechen kann, die bei uns aktiv sind. Ich bin aber überzeugt, dass es noch Wege gibt, wie wir eine bessere Brücke zwischen uns selbst und den Spielern bauen können, entsprechend ist das ein Punkt, den wir in Zukunft angehen wollen. Ein Mehr an Kommunikation führt dann hoffentlich auch dazu, dass die Spieler mehr Vertrauen haben werden, was die Richtung betrifft, in die sich das Netzwerk entwickeln soll. Uns ist sehr daran gelegen, dass wir unsere strategischen Pläne für die Zukunft mit den Spielern teilen können. Darüber hinaus ist auch eine Verbesserung von Promoaktionen fällig und der regelmäßige Turnierschedule sollte wettbewerbsfähiger gestaltet werden. Sehr wesentlich ist auch, dass wir in einem konzentrierten Ansatz dafür sorgen, dass uns wieder mehr Vertrauen entgegengebracht wird, was die Abschreckung und Beseitigung von Bots betrifft.
Mit welchen spezifischen Problemen muss sich ein Pokernetzwerk noch auseinandersetzen im Vergleich zu einem Standalone-Raum im Jahr 2019?
David Pomroy: Ich denke, dass ähnelt den Einschränkungen, denen eine große Aktiengesellschaft im Vergleich zu einem privaten Startup unterliegt. Ein Standalone-Anbieter kann Strategie und Produkt für sich selbst festlegen, als Netzwerk liefern wir aber zunächst nur das Produkt und müssen dann versuchen, einen strategischen Mittelpunkt mit unseren Netzwerk-Partnern zu finden, die zum Teil unterschiedliche Ausrichtungen verfolgen. Es sind etliche Pläne bei uns in Arbeit, aber es gibt einen Prozess, den jedes neue Feature, jede Promotion oder jede Änderung an den Netzwerkregeln zunächst durchlaufen muss, was in der Form bei einem Standalone-Raum nicht der Fall ist. Als Netzwerk können wir keine großen Änderungen vornehmen, wenn einige Marken davon nicht überzeugt sind. Der Anfangspunkt ist also immer, dass man versucht einen Konsens mit allen Beteiligten zu finden, um im Netzwerk auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten. Sobald ein Feature entwickelt wurde, wird es in Abhängigkeit der eigenen Entwicklungsressourcen zu unterschiedlichen Zeitpunkten von unseren Partnern auf der eigenen Seite veröffentlicht. Eine schnelleren Releaseablauf und Aktivierungszyklus von neuen Featuren zu gewährleisten, ist ebenfalls etwas, worauf wir verstärkt das Augenmerk richten wollen, damit die Spieler deutlich schneller ihren Nutzen aus den geplanten Verbesserungen ziehen können.
Im zweiten Teil des Interviews mit David Pomroy, der in Kürze folgen wird, erfahren wir mehr darüber, welche neuen Features im iPoker-Netzwerk konkret geplant sind und welche Vorteile ein Netzwerk gegenüber Standalone-Betreibern bietet.