Warum Chris Moneymaker in die Hall of Fame gehört
Dem Mann, der den Pokerboom entfachte, blieb eine Aufnahme in die Poker Hall of Fame bisher verwehrt. Höchste Zeit, dass sich das ändert!

Die nächste Kontroverse um eine Awardverleihung hat sich ergeben und ein weiterer Chris abseits von Ferguson hat für Schlagzeilen durch seine Nominierung für die Poker Hall of Fame gesorgt. Im Gegensatz zum Erstgenannten gehört Chris Moneymaker aber zweifellos dort hin.
Als er 2016 zum ersten Mal für eine Aufnahme in Frage kam, ging man in der Pokerszene davon aus, dass es eine sichere Sache sei. Immerhin handelt es sich um den Mann, der mit seinem WSOP-Erfolg 2003 als Amateurspieler den weltweiten Pokerboom ausgelöst hat, gemeinhin bekannt als Moneymaker-Effekt.
Drei Hall-of-Fame-Zeremonien später ist Chris Moneymaker aber immer noch nicht die Ehre zuteil geworden. Der Grund dafür muss in den Kriterien zu finden sein, die sich wie folgt lesen:
- Ein Spieler muss gegen anerkannte Top-Konkurrenz gespielt haben
- Zum Zeitpunkt der Nominierung mindestens 40 Jahre alt sein
- Um hohe Stakes gespielt haben
- Beständig gut gespielt und den Respekt von Mitspielern errungen haben
- Den Test der Zeit bestanden haben
- Oder im Falle von Nicht-Spielern nachhaltig zum Wachstum und Erfolg des Spiels beigetragen haben
Er hat zwar wohl den wichtigsten Main-Event-Sieg aller Zeiten eingefahren, Moneymaker konnte den Erfolg aber nicht in dem Ausmaß bestätigen wie die meisten anderen Spieler, die es in den engeren Kandidatenkreis für die Hall of Fame geschafft haben. Konstant gute Leistungen sind in einem varianzlastigen Spiel wie Poker immerhin sehr wichtig.
Zum Wachstum des Spiels beigetragen
Auf Leistung an den Tischen beschränkt, macht das Ausbleiben einer Aufnahme Sinn. Aber man kann argumentieren, dass Chris Moneymaker unter den falschen Kriterien beurteilt wird. Stattdessen könnte man sich in seinem Fall auch auf das folgende beschränken:
- Oder im Falle von Nicht-Spielern nachhaltig zum Wachstum und Erfolg des Spiels beigetragen haben.
Es mag auf den ersten Blick zwar unhöflich wirken, wenn man ihn als Nicht-Spieler betrachtet, aber wie viele Menschen, die für dieses Kriterium in Frage kommen, sind denn tatsächlich Nicht-Spieler? Mori Eskandani, Jack McClelland, Eric Drache und Linda Johnson wurden allesamt vor Kurzem in die Hall of Fame in der Nicht-Spieler-Kategorie aufgenommen, sie alle lassen sich aber auch an den Tischen blicken. Chris Moneymaker hat eine entscheidende Rolle beim Wachstum des Spiels gespielt, nicht als langjährig erfolgreicher Spieler, sondern als einer der wichtigsten Botschafter des Spiels, die wir je hatten.
Ja, es war glücklich, dass er das Main Event gewinnen konnte. Ja, es war glücklich, dass ihm der Triumph genau zu einer Zeit gelang, als Poker kurz vor dem Durchbruch stand. Ja, es war glücklich, dass er solch einen wunderbar vermarktbaren Nachnamen trägt. Und ja, es war glücklich, dass er sich im Vorfeld des Siegs nur versehentlich für das berüchtigte WSOP-Satellite angemeldet hat, das er eigentlich für ein Freezeout hielt. Es war ein klassischer Fall von "Zur rechten Zeit am rechten Ort". Was er jedoch nach seinem Erfolg geleistet hat, sollte ihm eine Aufnahme einbringen.
Seit seinem Sieg vor sechzehn Jahren war Chris Moneymaker über all die Jahre stets ein vorbildlicher Botschafter für Poker. Er verhält sich großartig gegenüber den Fans, großartig gegenüber den Medien und hat sich immer bescheiden und dankbar gezeigt. Viele Amateurspieler hätten das WSOP Main Event 2003 gewinnen und die ganze Welt auf Poker aufmerksam machen können. Aber was Chris Moneymaker in den letzten 16 Jahren daraus gemacht hat, gebührt jede Anerkennung und Ehre.
Sollte man Chris Moneymaker in die Poker Hall of Fame aufnehmen? Wir freuen uns auf eure Meinung!