Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Klage über $10 Millionen im Mike-Postle-Skandal

Der Betrugsvorwurf hat seinen Weg aus den Internetforen vor ein ordentliches Gericht gefunden, nachdem Klage gegen Mike Postle und die Stones Gambling Hall eingereicht wurde.

Rechtsanwalt Mac VerStandig hat die eingereichte Klage beim Eastern District of California veröffentlicht und den Fall als "größten Betrugsskandal in der Geschichte von Pokerübertragungen" bezeichnet. Neun Anklagepunkte umfasst das Dokument, darunter kriminelle Verschwörung, Betrug, unrechtmäßige Bereicherung, Fahrlässigkeit, Falschdarstellung und Verleumdung.

Insgesamt 25 Kläger werden dabei genannt, darunter Veronica Brill, die ursprünglich auf den Skandal aufmerksam gemacht hatte. Die $10 Millionen sollen proportional unter den von VerStandig vertretenen Personen aufgeteilt werden, basierend auf der Zeit, die sie in diesem Jahr bei Übertragungen von Stones Live Poker verbracht haben.

Mehr Beschuldigte genannt

Stones Gambling Hall

In der Klage werden etliche der Beweise aufgeführt, die durch die Nachforschungen von Joe Ingram und dem 2+2-Forum zutage gebracht wurden. Über die Beteiligung anderer Personen am Betrug wurde bereits viel spekuliert, allerdings gibt es kaum Beweise, die das stichhaltig untermauern könnten. Dennoch wurden in der Klageschrift nun auch die Stones Gambling Hall, Turnierdirektor Justin Kuraitis und mehrere unbekannte Beschuldigte genannt, darunter ein Hauptkomplize, der in den Betrug eingeweiht gewesen sein soll.

Um wen es sich dabei genau handeln soll, ist nicht geklärt, aber es deutet daraufhin, dass sich Indizien erhärtet haben, die auf einen solchen Komplizen beim Betrug hindeuten. Insgesamt zehn unbekannte männliche und zehn unbekannte weibliche Komplizen werden in der Klageschrift vorgebracht, aus denen im Verlauf konkret Beschuldigte werden können. Dem Veranstalter und Turnierdirektor Kuraitis werden Fahrlässigkeit und Betrug vorgeworfen, weil man nicht in der Lage war, die Partien ordnungsgemäß zu beaufsichtigen und die ursprünglichen Betrugsvorwürfe als unbegründet abgetan hatte. Kriminelle Verschwörung wird ihnen aber nicht vorgeworfen.

Da es eine Zivilklage ist, müssen die Kläger lediglich zeigen, dass es überwiegend wahrscheinlich ist, dass es tatsächlich zum Betrug gekommen ist. Wenn man bedenkt, wie viel Beweise bereits von der Pokercommunity vorgebracht wurden, stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Kläger tatsächlich Recht bekommen werden.

An anderer Stelle hat das Unternehmen hinter der Technik, die in den Streams von Stones Live Poker verwendet wurden, ebenfalls etwas Licht in den Fall gebracht. Mehrere Hände wurden präsentiert, in denen es so scheint, als wären Postle RFID-Fehler während des Streams bewusst, die selbst die Kommentatoren nicht auf dem Schirm hatten. Im Gespräch mit PokerNews erläuterte Andrew Milner von PokerGFX dazu, dass die mittlerweile berüchtigte "86-Hand", bei der die angezeigten Startkarten inmitten einer Hand im Stream geändert wurden, nur durch einen Moment der Panik zustande gekommen sein kann, in dem jemand die Karten manuell getauscht hat.