Wie man bei Dare2Stream gewinnt - mit RichyBob
Im Gespräch mit dem letzten Gewinner des Dare2Stream-Contests von PokerStars erfahren wir, was die diesjährigen Bewerber tun können, um bei der Jury zu punkten.

Hallo, Richy! Du hast den Dare2Stream-Contest im vergangenen Jahr gewonnen. Warst du zuvor schon als Streamer aktiv oder hast du erst mit dem Contest angefangen zu streamen?
RichyRob: Ich hatte bereits gestreamt. Eigentlich wollte ich schon vorher an einem Wettbewerb teilnehmen, bei dem es um einen Platinum Pass ging. Wegen meiner Arbeit und ein paar Reisen hat das jedoch nicht geklappt. Nachdem ich ein paar der Streamer in dem Platinum-Pass-Contest kennenlernen konnte, die zwar nicht gewonnen, aber dennoch weitergestreamt haben, habe ich mich kurzerhand entschlossen, dasselbe zu machen. Als sich dann abermals eine Chance bot, habe ich sie mir nicht noch einmal entgehen lassen.
Was hast du anders als deine Mitbewerber gemacht, um zu gewinnen?
RichyRob: Jeder hat irgendwie versucht, sich von der breiten Masse abzuheben. Ich glaube, die drei Dinge, die mir im Vergleich am ehesten geholfen haben, waren...
1) Meine Einbeziehung der Community und die Unterstützung anderer Leute, die ebenfalls anfangen wollten zu streamen und den eigenen Auftritt zu verbessern. Selbst wenn ich nicht gewonnen und den Hauptpreis abgeräumt hätte, standen die Chancen nicht schlecht, dass es jemand geschafft hätte, mit dem ich mich angefreundet und dem ich geholfen hatte. Die Community, die wir aufgebaut haben, war faszinierend und es wird schwer, dass bei der neuen Dare2Stream-Aktion Ähnliches gelingt.
2) Zudem habe ich mich als "Marke" auf eine Art "Edutainment" bei meinen Streams konzentriert. Ich konnte mir bereits im Vorfeld eine solide Online-Bankroll erspielen und wollte bei den Streams nicht nur auf Unterhaltung setzen, sondern auch anderen dabei helfen, besser beim Poker zu werden. Auch heute noch ist das ein eher seltener Ansatz. Es gibt nicht viele Streamer, die bereit sind, ein simples 50-Cent-Turnier einzustreuen, weil die Leute im Chat auf diesem Level unterwegs sind und etwas lernen wollen.
3) Zuletzt habe ich dann noch auf Einfallsreichtum gesetzt, um mich etwas von der breiten Masse abzuheben. Jeder kann im Grunde eine Pokersoftware starten und sein Spiel übertragen. Wenn man aber seinen eigenen Stil und etwas Besonderes zur Schau trägt, sorgt das auch für Erwartungen beim Publikum und man kann sich nicht einfach auf seinen Lorbeeren ausruhen. Man muss sich weiter verbessern, neue Ideen finden und einfach verschiedene Dinge ausprobieren. Was an der vorherigen Ausgabe von Dare2Stream so gelungen ausfiel, war, dass die Streamer ermutigt wurden, da rauszugehen und etwas Neues auszuprobieren. Manche taten das zwar nicht wirklich, andere wiederum hatten aber fantastische Ideen.
Welche Auswirkungen hatte der Sieg auf deine Streamerlaufbahn?
RichyRob: Ich glaube, das hat nicht allzu viel geändert. Wegen der Unmengen an Stunden, die ich gestreamt habe, war es für mich immer etwas problematisch, die Arbeit, das Leben an sich, das Reisen, Live-Poker und eben das Streamen unter einen Hut zu bringen. Daher habe ich auch regelmäßig eher zu den Totengräberstunden gestreamt. Ich glaube aber, dass der Sieg von jemandem, der sich so in die Community integriert hat, dafür gesorgt hat, dass man noch näher zusammengerückt ist und viele der Communitymitglieder nun auch weiterhin streamen. Manche konnten dadurch ein Sponsoring für den eigenen Stream gewinnen, manch einer streamt mittlerweile sogar Vollzeit.
"Zuschauerwachstum kann man nicht erzwingen"

Sobald man eine etwas größere Zuschauerschaft gewinnen konnte, wird das Ganze zu einer Art Schneeball und der eigene Kanal wächst mit mehr Tempo?
RichyRob: Das hilft auf jeden Fall, aber die Leute werden auch nur dabeibleiben, solange der Stream sie unterhält. Man sieht es häufiger, dass kleinere Streamer von einer Masse an Zuschauern geraidet werden, irgendwie aber keine Verbindung zu den Raidern aufbauen können und der eigene Stream entsprechend wenig Wachstum trotz der deutlichen Zurschaustellung aufweisen kann. Dann gibt es aber auch kleine Streamer, die für einen großen Raid auserkoren werden, im Anschluss die Aufmerksamkeit der Raider gewinnen können und am Ende tatsächlich mit einem deutlich größeren Kanal dastehen. Dass man einmalig höher rangiert bei den Zuschauerzahlen oder weil man immer wieder geraidet wird, bedeutet nicht automatisch, dass man auch langfristig mehr Wachstum bei seinem Stream verbuchen kann. Man muss auch etwas dafür tun und die Leute begeistern können.
Es ist am Ende nichts, was man erzwingen kann. Ich sehe immer wieder, dass es Streamer mit Giveaways versuchen und seitens von Sponsoren immer wieder Raids auf Kanäle gestartet werden, das Resultat langfristig aber gleichbleibt.
Im zweiten Teil unseres Interviews mit RichyBob, der in Kürze folgt, erfahren wir mehr über die besten Übertragungszeiten, den typischen Twitch-Zuschauer und worauf die Dare2Stream-Jury dieses Mal achten wird. Wer mehr über RichyRob erfahren und ihm folgen will, findet hier seinen offiziellen Twitch-Kanal.