Wie man gegen Limper agieren sollte
Dara O'Kearney erläutert, wie man den Grund für einen Limp beim Gegner identifizieren kann und welche strategische Anpassung man dagegen vornehmen sollte.

Ein Bereich, mit dem viele Pokerspieler Probleme haben, ist das korrekte Spielen gegen Limper. Ein Limp wird häufig als Schwäche wahrgenommen, die man attackieren sollte. Wechselt man dabei aber zu häufig in den Angriffsmodus, riskiert man jedoch selbst, exploitet zu werden, wenn die Gegner anfangen zu trappen oder nach einem Limp zu reraisen.
Grundsätzlich würde ich Limper in vier Kategorien von Spielern unterteilen:
- Schwache passive Spieler, die einen Flop so günstig wie möglich sehen wollen
- Callingstations
- Maniacs, die mit einer extrem weiten Range limp/reraisen
- Trapper, die mit Monstern limpen
Der erste Spielertyp wird tatsächlich bereits preflop jede Menge ablegen, wenn man ihn attackiert, oder spätestens am Flop, weil die Range schlichtweg zu weit ist. Derartige Spieler exploitet man am besten, indem man sie mit einer weiten Range isoliert und auf sämtlichen Flops eine Continuation-Bet setzt.
Dem Gegner könnte irgendwann auffallen, dass man aggressiv auf seine Limps agiert, und er könnte mit 3-Bets anfangen zu kontern. Als Reaktion darauf sollte man wiederum die eigene Isolation-Range tighter gestalten und den Gegner häufiger 4-betten. Werden die eigenen Isoraises allerdings immer wieder auch von Spielern gecallt, die in der Folge noch an der Reihe sind, dann sollte man vermehrt auch Hände in die Range aufnehmen, die sich gut in Multiway-Pötten schlagen, wie zum Beispiel kleine Paare und suited Ax-Kombos und Connectors, während schwache offsuit Ax-Kombos und Broadways abgelegt werden.
Strategie gegen Limper basiert auf Reads

Spielt man gegen eine limpende Callingstation, dann wird der Gegner seltener gegen das eigene Isoraise folden, entsprechend sollte man mehr Valuehände in die Isorange aufnehmen. Darunter fallen Highcard-Hände, die gute Top Pairs treffen können, mit denen man in der Folge valuebetten kann. Bluffs sollte man postflop hingegen vermeiden, es sei denn es handelt sich um einen Semibluff. Am River sollte selbsterklärend unter keinerlei Umständen noch ein Bluff folgen.
Ist der Limper hingegen ein Maniac, der gern mit einer weiten Range ein Limp/Raise spielt, dann kann man auch postflop von aggressiven Plays wie Donkbets und Check/Raises ausgehen. Derartige Spieler sollte man im Falle eines Limps nie zu weit isoraisen und sich stattdessen auf Valuehände konzentrieren. Hält man nach dem Flop eine mittelstarke Hand, sollte man die Höhe des Pots kontrollieren, während man mit Händen wie guten Top Pairs und aufwärts allerdings schon den gesamten Stack setzen kann.
Hat man es zu guter Letzt mit einem Limper zu tun, der gerne mit Monsterhänden zur Trap ansetzt, dann sollte man es vermeiden, sich selbst mit einer zu weiten Isorange zu exploiten. Stattdessen sollte die eigene Raisingrange polarisiert ausfallen und einerseits Hände enthalten, die stark genug sind, um gegen ein Limp/Raise weiter zu spielen, während auch schwache Hände mit Blockern dabei sind, die sich als Call nicht gut schlagen und kein Problem haben gegen ein Reraise zu folden. Hält man hingegen eine Hand, die hohe Paare wie Aces cracken kann (Suited Connector, kleineres Paar, Axs), dann sollte man schlichtweg behindlimpen und auf den Pokergott bauen.
Alle vier Strategien hängen natürlich davon ab, dass man weiß, mit welcher Art von Limper man es zu tun hat. Bis man derartige genauere Reads auf den Gegner etablieren konnte, sollte man erst einmal pauschal annehmen, dass es sich um einen weak-passiven Spieler handelt und entsprechend agieren. Die meisten Limps sind erst einmal das, wonach sie aussehen. Nur wenn man andere Reads aufgeschnappt hat, kann man seine Strategie gegen den entsprechenden Gegner verlässlich anpassen.
Viele Tipps dieser Art finden sich auch in Dara O'Kearneys neuem Buch Endgame Poker Strategy: The ICM Book.