Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Wie sehr boostet die Late Reg die eigene Winrate?

Dara O'Kearney erläutert, warum das späte Anmelden bei Turnieren dafür sorgt, dass die eigene Hourly im Vergleich höher ausfallen wird als beim normalen Einstieg.

Dara O Kearney
Dara O'Kearney 

Wer meine Artikel verfolgt hat, weiß, dass ich ein Befürworter davon bin, so spät wie möglich bei Turnieren einzusteigen, es sei denn, es handelt sich um ein PKO.

Ein von mir gecoachter Spieler hat mich jüngst gefragt, wie sehr meine Winrate gestiegen ist, seitdem ich die Nutzung der Late Reg auf die Spitze getrieben habe. Eine präzise Antwort ist leider nicht genau möglich, da wie bei den meisten Profis auch meine Winrate mit dem steigenden Standardniveau beim Poker über die Jahre generell gefallen ist.

Die höchste Winrate hatte ich zu Beginn meiner Laufbahn, als ich mich noch pünktlich bei allen Turnieren anmeldete. Sie fiel jedoch nicht hoch aus, weil ich die Late Reg ungenutzt ließ, sondern weil das durchschnittliche Spielniveau schlichtweg grauenvoll war.

Hourly in den Fokus, nicht die Winrate

Dara O Kearney

Ich bin der Meinung, dass ein frühes Ausscheiden bei Turnieren zumindest online etwas Positives mit sich bringt, denn so kann man immerhin direkt das nächste starten. Wenn man zu den Gewinnern unter den Turnierspielern gehört, geht man davon aus, dass man zum Beispiel im Schnitt 30% seines Buy-ins pro Turnier gewinnt. Nutzt man die Late Reg, wird sich dieser Wert erhöhen, da es strategisch einen Vorteil bietet, zudem kann man mehr Turniere spielen.

Meine Winrate ist seit der maximalen Nutzung der Late Reg leicht gestiegen, meine Hourly jedoch erheblich.

Ich würde schätzen, dass mir das späte Anmelden einen Equity-Boost von 10% gibt, aber auch dafür sorgt, dass ich doppelt so viele Turniere spielen kann. Nimmt man an, dass meine Winrate pro Turnier von 30% auf 40% gestiegen ist, ich aber auch doppelt so viele Turniere abspulen kann, dann erhöht sich meine Hourly effektiv von 30% auf 80% des durchschnittlichen Buy-ins.

Das Schwierige beim Nutzen der Late Reg ist der Einfluss auf das Spiel im Kopf, insbesondere wenn man gerade erst damit anfängt und sich plötzlich sehr schnell aus den Turnieren verabschiedet, die man startet. Diese Frequenz aufgrund der erhöhten Anzahl an gespielten Turnieren außer Acht zu lassen, ist schwierig zu bewerkstelligen. Wenn man jedoch eine gewisse Samplesize erreicht hat, was dank der Late Reg auch schneller zu realisieren ist, dann wird man die Vorteile sehen, auch wenn die Messung eben jener nicht auf dem direkten Weg, sondern über die Hourly erfolgt.

Weitere hilfreiche Einblicke dieser Art findet ihr auch zuhauf in Dara O'Kearneys neuem Buch Endgame Poker Strategy: The ICM Book.