Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Wie beendet man am besten einen Downswing?

Sollte man sein Spielvolumen erhöhen oder doch lieber abseits der Tische am eigenen Spiel arbeiten, um den ROI zu steigern? Die Antwort dürfte einige überraschen...





Für jeden profitablen Spieler ist die beste Option, einen Downswing zu überwinden, das Spielvolumen zu steigern, anstatt eine Pause einzulegen, so jedenfalls die gängige Meinung. Immerhin kann ein Downswing nicht ewig andauern, daher sollte er umso schneller enden, je mehr man spielt. Aber ist das wirklich der beste Ansatz? 

Erst kürzlich wurden vermehrt Stimmen laut, die besagen, dass der effektivste Weg, um Downswings zu überwinden oder zu verkürzen, darin liegt, den eigenen ROI zu steigern. Wenn man bereit ist, zusätzliche Zeit aufzubringen, sollte man diese Zeit eher der Arbeit an dem eigenen Spiel widmen, anstatt das Spielvolumen zu steigern. Auf diese Weise beendet man den Downswing schlichtweg damit, dass man mehr gewinnt. 

Glücklicherweise können wir diesen Argumenten dank des Varianzrechners von Prime Dope konkrete Zahlen zuordnen. Es empfiehlt sich, diese Tools in vollem Umfang zu nutzen, denn sie gehören zweifellos zu den besten auf dem Markt.

Vergleichen wir zunächst den Einfluss des Spielvolumens. Dazu betrachten wir einen Spieler, der $11-Turniere mit durchschnittlich 200 Teilnehmern, bei 30 bezahlten Plätzen, mit einem ROI von 10% schlägt. Dieser Spieler absolviert pro Jahr 1.000 MTTs bei einem Rake von 11%. 

Diese Simulation zeigt 20 mögliche Ergebnisse nach 1.000 absolvierten Turnieren:

Poker

Nach 20 Durchläufen könnte dieser Spieler im besten Fall etwas mehr als $6.000 gewinnen, während er im unglücklichsten Lauf etwa $3.000 verlieren könnte. Im Durchschnitt kann er nach 1.000 Turnieren mit einem Gewinn von rund $1.000 rechnen. Die Wahrscheinlichkeit, nach 1.000 Turnieren Verluste zu verbuchen, liegt bei 25%. Dieses Szenario erfordert eine Bankroll von $2.710, um die Chance auf einen Bankrott zu minimieren. 

Wie man sieht, wird dieser Spieler mit einer Wahrscheinlichkeit von 25% ein Verlustjahr verbuchen. Doch was würde passieren, wenn er sein Spielvolumen von 1.000 auf 3.000 Turniere erhöht? 

Betrachten wir 20 Durchläufe mit 3.000 absolvierten Turnieren:

Poker

Im besten Fall kann dieser Spieler durch erhöhtes Spielvolumen seine potenziellen Gewinne auf etwa $12.000 steigern. Allerdings schlägt sein Downswing im unglücklichsten Fall mit knapp $4.000 etwas gravierender zu Buche, während er zeitweise sogar über $5.000 im Minus ist. Dennoch wird er im Durchschnitt ungefähr $3.000 gewinnen. Die Wahrscheinlichkeit, nach 3.000 absolvierten Turnieren Verluste zu verbuchen, ist in diesem Szenario auf 13,1% gesunken. Die erforderliche Bankroll fällt mit $4.108 etwas höher aus. 

Auch wenn ein möglicher Downswing etwas ausgeprägter sein kann, hat dieser Spieler durch das höhere Spielvolumen insgesamt ein höheres Gewinnpotenzial und die Wahrscheinlichkeit, das Jahr mit Verlust abzuschließen, hat sich fast halbiert. 

Betrachten wir nun, was passiert, wenn der Spieler die Zeit nutzt, an seinem Spiel zu arbeiten, anstatt sie an den Tischen zu verbringen. Dazu nehmen wir an, er könnte durch intensives Lernen seinen ROI auf 30 % steigern und absolviert mit seinen neu erworbenen Fertigkeiten 1.000 Turniere. Diese Annahme mag zwar nicht gänzlich zutreffend sein, da der Lernfortschritt in der Praxis ein kontinuierlicher Prozess ist und unterschiedlich lange dauern kann. Dessen ungeachtet dient der erhöhte ROI von 30 % als Rahmenbedingung für die folgende Simulation:

Poker

Im besten Fall liegt der Gewinn bei etwas über $8.000, während der Verlust im schlechtesten Fall $2.000 beträgt. Im Schnitt kann der Spieler mit einem Gewinn von $3.000 rechnen. Entscheidend dabei ist, dass die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes lediglich bei 2,3 % liegt und die erforderliche Bankroll mit $1.571 deutlich geringer ausfällt. 

Man sollte sich nicht von der Tatsache täuschen lassen, dass der Spieler mit erhöhtem Spielvolumen im besten Lauf einen höheren Gewinn verzeichnet. Die meisten Durchläufe führen bei gesteigertem ROI zu deutlich positiven Ergebnissen. Insbesondere die verringerte Wahrscheinlichkeit, ein Verlustjahr zu verzeichnen, sollte hervorgehoben werden. 

Diese Simulationen sind keineswegs perfekt, da sie menschliche Faktoren außer Acht lassen, wie die Tatsache, dass Spieler im Laufe der Zeit tendenziell besser werden und während eines Downswings häufig schlechter spielen. Die Schwachstelle dieser Simulation besteht in der Annahme, dass ein Spieler durch Lernfortschritt augenblicklich seinen ROI steigern kann.

Es verdeutlicht jedoch, dass sowohl das Spielvolumen als auch der Lernfortschritt eine entscheidende Rolle spielen. Wesentlich ist dabei zu verstehen, dass die Vertiefung des Spielverständnisses als langfristige Investition zu betrachten ist, während ein erhöhtes Spielvolumen nur kurzfristige Vorteile verspricht. Möglicherweise ist es für viele Spieler eine sinnvollere Option, den Fokus von der Quantität auf die Qualität des eigenen Spiels zu lenken. 

Welches Verhältnis zwischen Lern- und Spielzeit bevorzugt ihr? Wir freuen uns auf eure Kommentare!