Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

2cardconfidence über den Umgang mit Solvern

Wir vertiefen unser Gespräch über Solver mit unserem hauseigenen GTO-Experten und bestaunen in seinem neuesten Video das Duell der beiden Endgegner 'LLinusLLove' und 'OtB_RedBaron'.

poker video Moshman

Videotyp:

GTO

Produzent:

2cardconfidence

Status:

Frei verfügbar

Videolänge:

7 Minuten

Sprache:

Englisch

Video ansehen

In dieser Woche freuen wir uns sehr, unseren Neuzugang, 2cardconfidence, bei PokerStrategy.com begrüßen zu dürfen. Unser heutiges Gespräch über Solver knüpft nahtlos an unsere letzte Konversation an, bei der wir mehr über die Unterschiede zwischen NL10 und NL1000 erfahren durften.

Darüber hinaus hat unser GTO-Experte erneut ein großartiges Video zur Verfügung gestellt, in dem er die Strategien der beiden Cashgame-Legenden 'LLinusLLove' und 'OtB_RedBaron' unter die Lupe nimmt.

In diesem Video analysiert er ein $50/$100-Match zwischen den beiden aus der GTO-Perspektive, bevor er auf einige interessante Exploits eingeht, die aus der Session abgeleitet werden können.

Darüber hinaus erhalten wir unter anderem interessante Einblicke in das Spiel mit gecappten Ranges und erfahren, wie man übermäßig passive und besonders aggressive Gegner kontern kann. 

Wenn euch das Video gefällt und ihr der englischen Sprache mächtig seid, solltet ihr unbedingt den YouTube-Kanal von 2cardconfidence besuchen. 

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"Solver-Ergebnisse nicht überinterpretieren"

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Zu welchen Fehlern neigen Neulinge, wenn sie anfangen, sich mit Solvern zu beschäftigen?

2cardconfidenceNeulinge tendieren dazu, jede Lösung, die ein Solver ausgibt, auf die Goldwage zu legen. Daraufhin versuchen sie, die absoluten Zahlen auswendig zu lernen, um sie in ihr Spiel zu integrieren.

Doch das ist in vielerlei Hinsicht kontraproduktiv, da die Ergebnisse immer von geschätzten Ausgangsgrößen wie den gegnerischen Preflop-Ranges oder voreingestellten Betsizes abhängen.

Außerdem verfügen die meisten ohnehin nicht über ein fotografisches Gedächtnis, sodass das Merken der Ergebnisse zu einem Kampf gegen Windmühlen wird.

Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die Ergebnisse auf zwei hypothetisch perfekt spielenden Gegnern basieren, was in der Praxis meistens nicht gegeben ist. Besonders auf den niedrigen Stakes sind Strategien, die vom GTO abweichen, häufig profitabler.

Ich bin stets auf der Suche nach Spots, bei denen Solver nicht nachvollziehbare Ergebnisse liefern, um anschließend zu versuchen, die Lösungen zu verstehen. Bist du auch der Meinung, dass man auf diese Weise den größten Lerneffekt erzielt?

2cardconfidenceJa, besonders wichtig ist das WARUM. Denn auf diese Weise vermeidet man es, in absoluten Mustern zu denken und lernt mehr über die Prinzipien, die den Ergebnissen zugrunde liegen. Einerseits müssen so keine Zahlen auswendig gelernt werden, andererseits lassen sich diese Prinzipien auf Spots anwenden, die man zuvor noch nicht analysiert hat. Wenn man sich angewöhnt, bei unbekannten Spots stets nach dem Warum zu fragen, ist man auf dem richtigen Weg.

Wie kann man sich die Erkenntnisse aus der Arbeit mit dem Solver am effektivsten einprägen?

2cardconfidenceAuf der einen Seite empfiehlt es sich, die Entscheidungsbäume zu vereinfachen, indem man durch das Vergleichen der Erwartungswerte die optimalen Betsizes für jede Straße ermittelt. Auf diese Weise erhält man eine vereinfachte Strategie, die leicht zu merken ist.

Auf der anderen Seite sollte man Spots kategorisieren und sich Muster einprägen, anstatt sich die genauen Häufigkeiten einzelner Situationen zu merken. Wenn man beispielsweise feststellt, dass der Solver bevorzugt mit Händen setzt, die einen Backdoor-Flush-Draw enthalten, könnte man sich diese Tendenz merken und folglich mit jeder dieser Kombinationen setzen. Mit dieser Vereinfachung müssen nicht sämtliche Zahlenwerte für jede Kombination auswendig gelernt werden.

"Stets nach dem Warum fragen"

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Welche Fragen sollte ich mir stellen, wenn ich eine Hand analysiere?

2cardconfidenceIch persönlich betrachte jede Hand auf drei Ebenen, um sie immer weiter zu spezifizieren. Zu Beginn klären wir, mit welchen Ranges wir es zu tun haben. Dann versuchen wir, die Hände einer Kategorie zuzuordnen, um schließlich bestimmte Kombinationen einzugrenzen. Die wichtigste Gewohnheit sollte sein, stets nach dem "Warum" zu fragen. Nur wenn man die Aktion und die Reaktion beider beteiligten Spieler betrachtet, kann man den Grund für ihr Handeln verstehen.

Gibt es seit GTO Wizard auf dem Markt ist noch einen Grund, herkömmliche Solver wie PIO zu nutzen?

2cardconfidenceGTO Wizard ist hervorragend, um schnelle Lösungen zu finden, und die neue KI-Funktion hat nahezu alle früheren Nachteile im Vergleich zu herkömmlichen Solvern beseitigt. Das einzige, was noch fehlt, ist die Node-Lock-Funktion, für die ich persönlich immer noch gerne den PioSolver nutze.

Bist du besorgt, dass einige GTO Wizard als RTA missbrauchen könnten?

2cardconfidenceUm beim Multitabling in Echtzeit Lösungen abzufragen, ist das Tool zu langsam. Bei High-Stakes-Partien oder in der späten Phase eines Turniers könnte man allerdings durchaus genug Zeit haben, das Tool zu nutzen.

Gut vorstellbar, dass für einige die Hemmschwelle sinkt, gelegentlich RTA zu nutzen. Daher halte ich es für absolut richtig, dass die Entwickler gemäß ihrem jüngsten Sicherheitsupdate prompt reagiert haben.

Bald folgt ein weiteres ausführliches Q&A mit 2cardconfidence über die praktische Anwendung von solverbasierten Strategien.