Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Von der Traufe in den Regen in den Upswing

Full Tilt stolpert ins Unglück, meine Bankroll stolpert hinterher, Japan gewinnt aus Versehen die Frauen-WM und im Main Event werden Moves ausgepackt, die selbst die besten Umzugshelfer nicht verstehen. Hilf mir, den Sommer zurückzuholen!

Mila Superstar
Mila Ayuhara, Volleybar-Comic-Heldin
unserer Kindheit, freut sich über Japans
WM-Erfolg

Der Black Friday hat schlimmere Folgen, als ich dachte. "Ich habe keine Roll auf Full Tilt Poker, was soll mir schon passieren?" Einen Augenblick, nachdem ich mir diese Frage gestellt hatte, ging es auch schon schneller bergab als bei der Tour de France. Und das ohne Epo-Tilt.

Beim Poker will nichts mehr gelingen, das Wetter levelt mich wie Rick Astley und selbst im Comunio komme ich nicht mehr aus den Miesen raus. Während Robben und Podolski mit Caipirinha am Pool liegen, muss ich verfolgen, wie Japanerinnen mit Schuh-Spezialanfertigungen in Größe 34 den WM-Pokal in die Luft hieven und so sehr ich auch suche, nicht einmal Mila Ayuhara ist im Kader.

Schnell habe ich gemerkt, dass irgendetwas schief läuft – aber wer kann in meinen Kopf gucken und mich wieder auf die Siegerstraße bringen? Laut News gibt es bei uns derzeit zwei Kandidaten.

Into the Brain: Coaches wollen uns von Grund auf erneuern

Carsten Bruns
Carsten Bruns, neue
Hoffnung für tiltende
Strategen

Der eine ist Fixed-Limit-Coach und hat der deutschen Community schon mehrere Videoserien geliefert, die ähnlich beliebt sind wie die oben genannte Comic-Heldin aus Japan. Der andere ist Mental Coach und nach eigenen Angaben erfahrener Pokerspieler auf den Mid- und Highstakes.

Beide haben den Anspruch, PokerStrategen wie mir zu helfen. Strategen, die einfach nicht vom Fleck kommen, die mehr Leaks haben als Spongebob, die kein Vertrauen mehr in ihre Fähigkeiten besitzen oder einfach derart schlecht runnen, dass selbst Nacktschnecken nach einem weiteren Sommerschauer schadenfroh vorbeiziehen.
 
Die Rede ist von liverix, der mit seiner Videoserie "Into the Brain" einen Beitrag zur Verbesserung deines FL-Spiels leisten möchte, und carstenbruns, der Artikel schreibt und Seminare hält, damit dein Mindset am Pokertisch in Bestform ist.

Ich vertraue den beiden einfach mal blind und hoffe, dass sie mir in Zukunft helfen werden, um wieder Licht am Ende des Sommers zu sehen. Vertrau auch du ihnen, damit wir nächstes Jahr gemeinsam bei der WSOP am Tisch sitzen können, um uns über atemberaubende Spielzüge wie den folgenden zu amüsieren!

Word Series of Poker Main Event: 22 Spieler noch dabei

PokerStrategen
Die 3 letzten PokerStrategen im
WSOP Main Event grüßen
die deutsche Community

So schnell kann's gehen: Kaum hat die WSOP begonnen, ist es auch fast schon wieder vorbei. Unser Reporter vor Ort freut sich, dass er die mit Tausenden Bildern beladene Kamera ablegen darf, während ein Großteil der PokerStrategen ihre Koffer packt und mehr oder weniger erfolgreich zurück in die Heimat kehrt.

Die drei PokerStrategen philgruissem, yrrsin und miamivice haben es am längsten in der Hitze von Las Vegas ausgehalten und es bis in Tag 7 des Main Events geschafft.

Dort war aber auch für sie Schluss. Heute kämpfen 22 verbliebene Spieler um einen Platz unter den letzten neun von 6.865 Spielern und ihren Teil vom $64.531.000 großen Preispool. Ebenfalls nicht mehr dabei ist Tri Huynh, der an Tag 6 durch große Spielkunst auf sich aufmerksam machte:

Tri Huynh
Tri Huynh heckte zu viele Monster-
Moves hinter seiner Sonnenbrille aus

Auf dem Traumflop KhJdJs ließ sich Huynh natürlich nicht von den gefühlten Nuts mit 8d4d bluffen. Er callte die Continuationbet des Preflopaggressors Jean-Robert Bellande, um am Turn (4s) dessen Second Barrel mit einem saftigem Raise zu beantworten – schließlich hatte er nun ein Bottompair.

Bellande raiste unverschämterweise erneut, aber Huynh hatte das Bracelet im inneren Auge schon am Handgelenk baumeln, bevor er mit seiner Monsterhand all-in ging. Bellande callte jedoch schneller als der Mitarbeiter des Monats im Telekom-Callcenter. Überraschenderweise zeigte Bellande mit KdJc4 ein Full House. Noch viel überraschender war es, dass Huynh nicht noch durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum Quads machte und urplötzlich auf unter eine Million Chips zurückfiel.

Aber halb so wild. Tri Huynh beendete den Tag mit 6.29 Millionen Chips als Achter im Chipcount und schied gestern mit einem Trostpflaster im Wert von $196.174 auf Platz 41 aus.

Wer schafft es nun an den Final Table? Ich bin gespannt – und du? Verfolg die vorerst letzte Action des Main Events in unserem Forum und diskutiere mit anderen PokerStrategen darüber.

Die Erfolge der PokerStrategen (philgruissem mit $242.636 Preisgeld für Platz 28), die neuen Coaching-Angebote und die anstehende neue Bundesliga-Saison stimmen mich zum Ende dieser Kolumne positiv, dass der Sommer doch noch ins Rollen kommt. Und mit ihm unsere Hittingskills und die Lust auf feucht-fröhliche Tage mit gewonnenen Coinflips. In dem Sinne, Cheers und auf eine sonnige nächste Woche an den Tischen, dein fishdianajones!

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