Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

WSOP-Handreview: Machte Vanessa Selbst einen Fehler gegen Ryan Fee?

Wir blicken auf eine kontroverse Hand beim Triumph von Vanessa Selbst beim $25.000 Mixed Max-Event.

2014 WSOP

Vanessa Selbst 2014 WSOPVergangene Woche konnte sich Vanessa Selbst über ihr drittes WSOP-Bracelet freuen: Die US-Amerikanerin setzte sich im $25.000 Mixed Max-Event durch. Im Heads-Up schlug sie Jason Mo, der sich nach dem Ausscheiden von Ryan Fee auf Platz sieben bei Twitter über die Spielweise von Vanessa aufgeregt hatte.

Es geht um die untere Hand, die beim ersten Heads-Up-Match von Selbst im Mixed Max-Event stattfand.

Ist es ein normaler 4-Bet-Bluff-Move oder war es ein Fehler von Vanessa? Hätte sie Fee hier nicht eine stärkere Hand geben müssen, da er mit seinem kleinen Stack nicht direkt All-In gegangen ist? Ist die kleine 3-Bet von Fee nicht verräterisch, da er vermutlich wollte, dass Vanessa eine 4-Bet auspackt?

Die Chipcounts sind geschätzt und basieren deshalb auf den ungefähren Werten.

Es ist niemals ein Bluff - Fitzinator18

Fitzinator18Meiner Meinung nach gibt es wenige Spieler, die in einem Heads-Up mit einem solchen Stack eine 3-Bet spielen und dann folden. Es kommt eigentlich so gut wie gar nicht vor, dass jemand diesen Spielzug mit 20 BB macht. Ich denke, es ist normal, wenn man hier foldet oder callt. Möglicherweise ist es okay, wenn man hier callt, da man die Intention hat, mit einer gewissen Equity auf dem Flop Gas zu geben. Ich persönliche bevorzuge bei solchen Spielzügen aber 98s.

Hätte Fee um die 28 BB, wäre seine Range vielleicht eine andere und er würde leicht 3-betten. Aber mit 20 BB hat er sicherlich den Plan, nach einer 3-Bet auch broke zu gehen. Vor allem hat er hier nur etwas mehr als 18 BB. Seine kleine 3-Betting-Range sieht in meinen Augen stark nach Value aus und deshalb ist ein 4-Bet-Shove hier nicht wirklich profitabel.

AdminFitzinator18

Es kommt auf die Spieldynamik an - Asaban

AsabanEs ist sehr schwierig, eine vernünftige Einschätzung abzugeben. Die Dynamik bei Heads-Up-Duellen kann sehr wichtig sein, wenn man einen solchen Spot analysiert. Zudem wissen wir nicht, ob es nicht eine History zwischen Vanessa und Ryan gab.

Ich denke nicht, dass die 4-Bet immer ein schlechter Spielzug ist. Wenn Vanessa denkt, dass sie hier etwas Fold Equity besitzt, dann ist es ein ordentlicher Spot. Selbst wenn sie gecallt wird, hat sie eine solide Equity gegen die Range ihres Kontrahenten - in den meisten Fällen hat sie zwei Live Cards. Da sie einen großen Chipvorsprung besitzt, ist sie auch in der Lage, Risiken einzugehen. Die Tatsache, dass ihr Gegenspieler nicht direkt gepusht hat, sollte kein entscheidendes Argument sein, da ein solcher Spielzug nicht ungewöhnlich bei Heads-Up-Matches ist - gerade wenn zwei hochklassige Spieler aufeinandertreffen.

Es ist logisch, dass man eine solche Hand nicht jedes Mal so spielen möchte. Vor allem bei Low- oder Mid-Stakes-Turnieren wäre es profitabler, wenn man Straight-Forward-Poker spielen würde.

AdminAsaban

Was denkt ihr über die Hand?

War der Bluff von Vanessa Selbst in dieser Hand gut oder schlecht? Hätte sie nach der kleinen 3-Bet von Ryan Fee nicht lieber folden sollen? Wir freuen uns auf eure Meinungen in der Kommentarspalte.

World Series of Poker 2014