Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Aggressivität gegen beide Enden des Spektrums

Laut Dara O'Kearney ist erhöhte Aggressivität sowohl gegen Nits als auch gegen Calling Stations der Schlüssel zum Erfolg.





Mit dem Aufkommen der modernen Solver-Technologie wurden viele strategische Konzepte über Nacht revolutioniert. Insbesondere der Umgang mit Calling Stations steht heute in einem völlig neuen Licht. Die damalige Lehrmeinung sah vor, seltener gegen spielfreudige Gegner zu setzen, dafür jedoch entschlossener zu valuebetten.

Mithilfe der Node-Lock-Funktion von GTO Wizard lassen sich individuelle Tendenzen modellieren. Im folgenden Szenario callt der Spieler am Button das Raise vom Hijack mit effektiven Stacks von 40BBs. Auf dem Flop erscheint J7s rainbow.

Nun vergleichen wir die GTO-Lösung für den LJ (rechts) mit der Node-Lock-Lösung (links). Dabei nehmen wir an, dass der spielfreudige Gegner 20% mehr Hände callt, als er theoretisch sollte. 

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Mit Erstaunen stellen wir fest, dass die Setzfrequenz für den LJ von 52% auf 56% ansteigt. Dabei wird auf einige Bluffs verzichtet und stattdessen mit Händen gesetzt, die in einem GTO-Szenario gecheckt hätten. Das Ausbalancieren der Ranges gerät in den Hintergrund, sodass selbst ein Underpair wie 66 zu einem geeigneten Kandidaten für eine Bet wird. 

Nun ersetzen wir den spielfreudigen Gegner durch einen passiven Spieler, der 20% der Hände foldet, die er eigentlich callen sollte:

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Hier ist der Unterschied deutlich gravierender, die Tendenz weist jedoch in dieselbe Richtung. Die Setzfrequenz steigt auf 100%. Wenn ein Spieler zu häufig foldet, empfiehlt es sich im Allgemeinen, häufiger zu setzen. Dabei sollte man sich tunlichst zurückhalten, den passiven Spieler mit Slowplay in eine Falle zu locken.

Exploits beinhalten in der Regel erhöhte Aggressivität, ganz gleich in welche Richtung ein Gegner das spieltheoretische Optimum verlässt. Foldet ein Gegner zu häufig, profitieren wir von unseren Bluffs, während zu optimistische Calls Gewinne durch Valuebets generieren. 

Eine Ausnahme tritt auf, wenn der Gegner zu häufig raist, woraufhin man seine Setzfrequenz herunterschrauben sollte. Gegen einen Spieler, der 20% häufiger raist, als die GTO-Lösung vorsieht, stellt sich die Flop-Strategie des LJ wie folgt dar:

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Als Reaktion auf die erhöhte Raise-Frequenz reduzieren wir unsere Setzfrequenz von 52% auf 48%. 

In allen Fällen ist Passivität die entscheidende Variable. Sowohl Calling Stations als auch passive Spieler sind durch mangelnde Aggressivität gekennzeichnet. Dadurch können wir unsere Equity besser realisieren, wenn wir setzen. Sollte ein Gegner jedoch häufig raisen, erhöhen wir die Passivität, indem wir zurückhaltender agieren und vermehrt auf Slowplay setzen.  

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