Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Asymmetrische Chancen bei der Gameselection

Mit guter Gameselection, bei der die potenziellen Gewinne größer ausfallen als die damit verbundenen Risiken, lässt sich positive Varianz effektiver ausnutzen.

GGPoker hat die Pokerszene im Sturm erobert und ist aktuell der weltweit führende Anbieter. Der tägliche Traffic an den Cashgame-Tischen ist mittlerweile höher als bei den fünf ärgsten Verfolgern – und das zusammengerechnet. Eine Entwicklung, die man vor einigen Jahren als schier unmöglich erachtet hätte, als PokerStars noch der dominante, unumstrittene Branchenprimus war.

Es gibt viele Gründe, warum es dazu kam. Der wichtigste Faktor ist, dass GGPoker einen konsequent innovativen Ansatz gewählt und neue Features in kürzester Zeit in das eigene Angebot integriert hat, sodass man die restliche Branche überflügeln konnte. Am Beispiel von Cashgames wurde der Nutzen einer solchen Verfahrensweise besonders deutlich.

Allem voran "Cash Drops" und "Bad Beat Jackpots", die es zum Zeitpunkt der Einführung nur exklusiv bei GGPoker gab. Die restlichen Anbieter hatten zwar ebenfalls einen Bad Beat Jackpot, allerdings muss man nach wie vor an speziell dafür vorgesehenen Tischen spielen. Bei GGPoker hingegen kann der BBJ auch an den regulären Tischen geknackt werden. Cash Drops sind an allen Fast-Fold-Tischen verfügbar. Im Allgemeinen sind diese Features also deutlich umfangreicher gestaltet als bei der Konkurrenz.

Cashgames sind für Pokerspieler eine gute Möglichkeit, den Lebensunterhalt zu sichern, man hat jedoch nie die Chance, sehr hohe Gewinne auf einen Schlag zu verbuchen wie es bei Turnieren der Fall ist. Die beiden Features sorgen allerdings dafür, dass man ohne zusätzliche Risiken (abgesehen von mehr Rake) auch eben diese Chance auf große Gewinne hat, selbst wenn man sich nur an den Cashgame-Tischen heimisch fühlt.

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BBJ-Tische haben zwar einen höheren Rake, aber das Aufwärtspotenzial ist enorm

Asymmetrischer Vorteil

WSOP
Die größten Turniergewinne sollten höher ausfallen als die höchsten Verlusttage

Die Entwicklung von GGPoker ist ein gutes Beispiel für das Wirken eines asymmetrischen Vorteils, von dem man zum Beispiel bei Anlagen spricht, wenn eine Strategie mehr Aufwärtspotenzial bietet, als Risiken damit einhergehen. Das Konzept aus der Welt der Investments lässt sich zudem auch auf Poker übetragen, wenn man die eigene Gameselection auf ähnliche Weise danach ausrichtet.

Pokerturniere sind ein sehr gutes Beispiel für einen asymmetrischen Vorteil: Man kann nicht viel verlieren, aber man kann sehr viel gewinnen. Wenn man ein Turnier mit einem Buy-in von $10 spielt, riskiert man $10, der Sieger bekommt aber häufig $1.000 oder sogar mehr. So bekommt der Sieger beim Sunday-Storm-Jubiläum von PokerStars seit jeher mehr als $100.000 für ein Buy-in von lediglich $11.

Das Bankroll-Management bei Turnieren sollte immer so ausgelegt sein, dass die Profite der größten Gewinnsessions immer höher sind als die Verluste an schlechten Tagen.

Die Chance auf den Jackpot

Spin & Gos sind ein weiteres Beispiel für einen asymmetrischen Vorteil, denn in jedem Moment kann man sich in einem Spielt mit maximalen Multiplikator wiederfinden. Vor ein paar Jahren haben wir mit SwongSim eine Varianzberechnung durchgeführt, die dies verdeutlicht.

Wir haben 10.000 Spin & Go-Turniere für einen Spieler mit einer Gewinnquote von 36 % simuliert und mit SwongSim 1.000 Berechnungen durchgeführt:

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Das Resultat der meisten Spieler lag bei dieser Simulation zwischen -24 und +460 Buy-ins. Die mittleren 30% der Spieler hatten einen ROI zwischen 117% und 307%. Nur 1% der Akteure hat mehr als 200 Buy-ins verloren und die zufälligen vertikalen Linien, die man sehen kann, sind die Spieler, die ein Spin & Go mit einem massiven Multiplikator von tausenden Buy-ins gewonnen haben. Die Streuung zwischen den meisten Spielern ist enorm und beträgt Hunderte von Buy-ins.

Das Fazit dieser Simulation ist, dass die Spieler, die über dem EV liegen, mehr als deutlich über den erwarteten Gewinnen liegen, während die meisten Akteure zwar unter dem EV liegen, aber nicht deutlich. Es ist leicht, bei 10.000 Spin & Gos über EV zu liegen, aber realistisch gesehen wird man nur ein paar hundert Buy-ins darunter landen.

Einige Pokerspieler denken, dass es eine Form des Glücksspiels ist, wenn man beim Poker nach asymmetrischen Gewinnchancen sucht. Der Kauf von Lottoscheinen hat ja auch eine asymmetrische Gewinnaussicht. Das ist nicht der Fall. Es geht darum, Spiele zu finden, die auch dann gewinnbringend sind, wenn man nie einen lebensverändernden Gewinn erzielt. Wenn man an diesen Spielen ohnehin teilnimmt, ist es besser, sich in eine Lage zu bringen, in der man durch Glück sehr viel gewinnen kann.

Lasst ihr derartige Überlegungen mit in eure Gameselection einfließen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!