Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Balanceakt beim Multitabling

Nicht jede Hand verdient die gleiche Aufmerksamkeit. Wer seine mentale Energie gezielt auf die entscheidenden Spots richtet, verwandelt Masse in Klasse.

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Multitabling am Limit der Belastbarkeit

Beim jüngsten Review seiner Sonntagssession gestand Barry, dass viele seiner Fehler auf die schiere Masse an gleichzeitig gespielten Tischen zurückzuführen sind.

Ein solcher Fauxpas ist keineswegs ein Anfängerfehler, sondern widerfährt auch gestandenen Veteranen.

Es vergeht kaum eine Session, in der mich nicht jemand auf einen fragwürdigen Spielzug hinweist. Schaue ich mir die Hand 30 Sekunden später in Ruhe an, wird mir sofort klar, welcher Spielzug der bessere gewesen wäre. Doch in der Hitze des Gefechts, mit nur wenigen Sekunden pro Entscheidung, schleichen sich Fehltritte ein.

Viele erwarten von mir, dass ich im Spiel stets eine makellose Strategie fahre, weil ich beim Coaching scheinbar immer die perfekte Antwort parat habe. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, dass man beim Coaching die nötige Zeit für eine sorgfältige Analyse hat, während man im Spiel unter Druck blitzschnelle Entscheidungen treffen muss.

Unter Zeitdruck die richtige Linie finden

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Dara O'Kearney

Wenn man mehrere Tische gleichzeitig navigiert, kann der Fold-Button ein wertvolles Werkzeug sein, um mentale Ressourcen zu schonen. Indem man beispielsweise marginale Hände aus der Opening-Range streicht oder auf knappe Defends verzichtet, kann man so manch kniffligem Spot aus dem Weg gehen – und der Fokus bleibt auf die wirklich entscheidenden Situationen gerichtet.

Mit nur wenigen Sekunden für eine Entscheidung ist der Call oft die schwächste der drei Optionen. Schwankt man zwischen Call und Fold, ist der Fold meist die klügere Wahl. Steht die Entscheidung zwischen Call und Raise, spricht vieles für den offensiveren Zug. Ein Fold hält den Kopf frei, während ein Raise Zeit erkaufen und den Gegner zu Fehlern verleiten kann.

Calls hingegen führen oft dazu, dass man schwache Hände länger weiterspielen muss – und das bedeutet zusätzliche Denkarbeit in ohnehin komplexen Spots. Wer hier selektiv bleibt, spart mentale Energie für die Hände, die wirklich zählen.

Letztlich ist die Schonung der mentalen Kapazitäten beim Multitabling mindestens so wichtig wie technisch sauberes Spiel. Es geht nicht allein darum, Strategien korrekt umzusetzen, sondern auch darum, den Fokus bewusst auf die folgenreichsten Entscheidungen am Tisch zu lenken.

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