Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Beständigkeit schlägt Brillanz

Dara O’Kearney verdeutlicht, dass echter langfristiger Erfolg nicht auf spektakulären Höhenflügen, sondern auf Beharrlichkeit und kontinuierlicher Weiterentwicklung beruht.

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An der Spitze wird die Luft schnell dünn.

Ich hatte kürzlich eine spannende Diskussion über langfristigen Erfolg im Poker – genauer gesagt über jene Spieler, die das Spiel für eine gewisse Zeit dominieren und dann plötzlich von der Bildfläche verschwinden.

Im Laufe meiner Karriere habe ich eine interessante Beobachtung gemacht: Die Spieler, die es schaffen, über Jahre hinweg erfolgreich zu bleiben, sind selten dieselben, die in ihrer Hochphase ganz oben mit dabei waren.

Es gibt sie natürlich, die Ausnahmetalente, die über ein Jahrzehnt oder länger auf höchstem Niveau performt haben. Doch die Mehrheit dieser Schwergewichte verschwindet irgendwann wieder in der Versenkung.

Manche erliegen dem Burnout, andere entscheiden sich bewusst für einen neuen Weg. Die meisten verlieren jedoch schlichtweg den Anschluss.

Die Gefahr der Selbstüberschätzung

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Dara O'Kearney

Wer ganz oben mitspielt, verdankt seinen Platz meist einer glücklichen Mischung aus Kartenglück und einem intuitiven Gespür für die Schwächen des aktuellen Metagames.

Das galt besonders in Zeiten, als es noch keine Solver gab. Damals haben wir alle im Dunkeln getappt und lediglich geraten, was wohl optimal sein könnte.

Doch der Ruhm hat seine Tücken, denn der Aufstieg an die Spitze nährt in vielen Fällen das Ego. Genau dieses Selbstbild macht es vielen besonders schwer, sich anzupassen und einzugestehen, dass man neue Werkzeuge und Strategien erlernen muss, sobald die alten Erfolgsrezepte nicht mehr funktionieren. Noch schwieriger ist oft der Schritt, die Limits wieder abzusteigen, wenn es unumgänglich wird.

Vor etwa zehn Jahren twitterte ein damaliger Topspieler, dass Online-Poker so knallhart geworden sei, dass in einem Jahrzehnt nur noch die besten drei bis fünf Prozent überleben würden. Ich stimmte zu, dass es am Ende tatsächlich nur drei bis fünf Prozent schaffen würden – aber eben nicht zwangsläufig die damaligen Stars.

Und genau so kam es. Die Spieler, die heute noch die Tische dominieren, sind oft die stillen, disziplinierten Grinder, die ohne Illusionen Tag für Tag ihr Handwerk verfeinern. Ironischerweise ist der Spieler, der diesen Tweet verfasst hat, längst aus der Szene verschwunden.

Es scheint sich nicht zu lohnen, danach zu streben, für einen flüchtigen Moment der Beste zu sein. Am Ende entscheidet die Beständigkeit.

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