Blocken oder nicht blocken, das ist hier die Frage...
Wir sind zufrieden mit dem Verlauf einer Hand, doch dann kommt es zum Equity-Shift am River. Wer findet eine Lösung für diesen kniffligen Spot?
Der Pokergott beschert uns auf NL50 die zweitbeste Starthand. Aber wie so oft wird man uns nicht ohne Gegenwehr einfach die Lorbeeren einstreichen und mit dem Pot davon ziehen lassen...
Das Preflop-Play wirkt standard, der Flatcall vom Spieler in mittlerer Position deutet aber auf eine durchaus starke Hand hin. Mit der zweitbesten Starthand müssen wir uns hier aber natürlich vor kaum etwas fürchten.
Der Flop ist koordiniert, wir sollten daher versuchen, von sämtlichen Draws und schlechteren Paaren weitere Big Blinds zu bekommen. Durch unseren Einsatz erheben wir auch Anspruch auf den Pot. Wenn Villain also irgendetwas mit Wert hält, das er noch protecten muss, gibt es keinen Grund die Sache hinauszuzögern. Mit anderen Worten: Sollte er raisen, können wir eine starke, aber nach wie vor anfällige Hand bei ihm erwarten, die er nicht slowplayen kann.
Wenn man davon ausgeht, dass seine Flatcalling-Range preflop standard ausfällt, sollte das Hände wie Sets (88, TT, JJ) und ein paar Two Pairs (JTs) umfassen. Das bedeutet für uns, dass wir einfach Bet/Fold am Flop spielen. Man sollte sich stets daran erinnern, seine Overpairs in solchen Spots nicht zu überspielen, es sei denn man weiß genau, was beim Gegner vorgeht.
Villain callt jedoch nur unsere Bet, man kann also davon ausgehen, dass er keine der zuvor genannten Hände oder zufällige Straights mit 97s bzw. Q9s hält. Ganz ausschließen kann man so etwas aber natürlich nie.
Die Turnkarte ist eine Blank, wir können unsere Line also wie gehabt fortsetzen. Mögliche Straightdraws und Gutshots dürfen wir hier nicht einfach kostenlos zum River kommen lassen. Auch schwächere Madehands sollten noch etwas bezahlen, bevor das Board zu beängstigend für sie wird. Hero entscheidet sich also für eine weitere Valuebet, aber wie so oft stellt der River die Hand plötzlich auf den Kopf.
Wir erwischen die wahrscheinlich schlechteste Karte für unsere Hand. Dass wir hier Equity eingebüßt haben sollten, dürfte klar sein. Aber wie viel genau? Die Antwort müsst ihr selbst liefern. Eins ist aber sicher: Im Autopilot können wir hier nicht zu Ende spielen.
Die Optionen lauten wie folgt: Wir könnten annehmen, dass unsere Hand geschlagen ist und direkt check/folden. Aber sollten wir bei solch einem River immer direkt den Schwanz einziehen? Wenn wir checken, zeigen wir Schwäche und eine Bet von Villain würde uns direkt aus der Hand kicken. Vielleicht sollten wir ihn provozieren, um seinen Showdown-Value in einen Bluff zu verwandeln? Zu guter Letzt bietet sich noch eine Blockbet in Höhe von 1/3 des Pots an. Einer möglichen Kugel könnten wir so deutlich günstiger ausweichen. Die Entscheidung liegt bei euch!
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Das letzte Umfrageergebnis
Beim letzten Mal haben wir versucht, den richtigen Move gegen eine Potbet am River mit unserem Top-Drilling zu finden. Leicht war das Ganze trotz der Stärke unserer Hand natürlich nicht...
Den River gegen einen anderen Regular zu pushen macht wenig Sinn. Es wäre ganz im Gegenteil sogar ein großer Fehler gewesen, denn eine Potbet mit KQ, insbesondere von einem eher passiven Gegner, ist äußerst unwahrscheinlich.
Die Entscheidung lag also zwischen einem Fold und einem Call mit schmerzverzerrtem Gesicht. Was man dann tatsächlich wählen sollte, hängt von den tatsächlichen Reads auf den Gegner in einem solchen Spot ab. Verständlicherweise ist es aber natürlich sehr schwer, sich von derart starken Händen zu trennen, entsprechend haben sich auch 3/4 aller Stimmen für einen Call entschieden.



