Boris Becker - Das Interview
Boris Becker gehört zu den wohl bekanntesten Gesichtern von PokerStars.com, das den Pokerraum bei den verschiedensten Gelegenheiten vertritt. In unserem Interview stellt er sich den Fragen der Community.
Boris Becker ist ohne Frage eines der populärsten Gesichter des deutschen Sports und darüber hinaus weltweit bekannt.
Nach seiner Karriere als Tennisstar setzte er sich aber nicht zur Ruhe
oder wurde Golfprofi, wie das die meisten seiner Kollegen getan haben,
sondern wandte sich neuen Herausforderungen zu.
Neben der Gründung einer eigenen Stiftung und Moderationen für diverse
Sportsendungen entdeckte er seine Leidenschaft für Poker, was PokerStars dazu veranlasste, ihn als neue Werbefigur zu gewinnen.
Seitdem repräsentiert er PokerStars in Werbespots, Turnieren oder in
Fernsehsendungen.
Bei dem Interview mit Boris Becker hatten Mitglieder von PokerStrategy.com die Gelegenheit, dem ehemaligen Tennisstar ihre Fragen zu stellen. Heute lest ihr seine Antworten zu allen Fragen rund um Poker und seine Person, die für Community von Interesse waren.
PokerStrategen fragen - Boris Becker antwortet
biank: Der leichteste Weg, im Tennis einen Punkt zu machen, ist ein Ass. Was Poker betrifft, reichen manchmal auch Pocket Asse aus – was haben Poker und Tennis sonst noch gemeinsam?
Boris Becker: Um zu gewinnen, benötigt man im Poker wie im Tennis vor allem Ausdauer, Disziplin und Geduld. Dazu kann das letzte Ass bzw. die letzte Karte manchmal in beiden Sportarten entscheidend sein.
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| Boris Becker als offizielles Gesicht von PokerStars.com |
daphunk: Was benötigt deiner Meinung nach mehr Zeit zum Lernen und Üben, um auf dem Top-Level konkurrenzfähig zu sein – Poker oder Tennis?
Boris Becker: Diesbezüglich gibt es zwischen Tennis und Poker keinen Unterschied. Um in beiden Sportarten erfolgreich zu sein, benötigt man jahrelange Übung und Erfahrung. Ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft ist daher enorm wichtig.
: Unterscheidet sich die psychologische Vorgehensweise und Vorbereitung, die du vor Tennisturnieren benutzt hast, von der im Poker?
Boris Becker: Da gibt es in der Tat einen Unterschied: Während man es auf dem Tennisplatz nur mit einem Gegner zu tun hat, sieht man sich am Pokertisch mindestens acht gegenüber, die alle verschiedene Stärken und Schwächen haben. Dementsprechend beschäftige ich mich bei der Vorbereitung auf ein Pokerturnier mehr mit meinem eigenen Spiel als mit meinen Gegnern.
tspill: Was ist nervlich anstrengender, der Matchball oder All-in an der Bubble?
Boris Becker: Beides ist nervlich sehr anstrengend, da gibt es keinen Unterschied.
tomsnho: Angenommen, ein Pokeranfänger möchte von dir wissen, auf was es beim Pokern am meisten ankommt – was würdest du ihm dann sagen?
Boris Becker: Vor allem Anfänger sollten sich in Geduld üben. Nicht die erste Hand ist entscheidend, sondern die letzte. Dementsprechend rate ich dazu, in der ersten Stunde, wenn überhaupt, nur sehr wenige Hände zu spielen und sich hauptsächlich aufs Beobachten zu beschränken, um möglichst viele Informationen über die Gegner am Tisch zu sammeln.
sallamc: Welcher Hintergrund von dir ist beim Poker hilfreicher: der Siegeswille oder eher das Kalkül aus deiner Erfahrung als Geschäftsmann?
Boris Becker: Beides zusammen ist enorm wichtig. Im Poker kommt man ohne ein psychologisches Kalkül genauso wenig weiter wie ohne den unbedingten Siegeswillen eines erfolgreichen Geschäftsmannes.
"Es geht um die Leidenschaft für den Sport"
shibbyx1: Wie sehen deine Zukunftspläne im Bezug auf Poker aus?
Boris Becker: Mein absolutes Highlight in nächster Zeit ist ohne Frage die EPT Germany in Berlin zu spielen. Dies ist mein erster EPT-Event auf deutschem Boden, entsprechend motiviert werde ich ins Rennen gehen. Darüber hinaus möchte ich auch in diesem Jahr so viele EPT-Turniere wie möglich spielen – und natürlich gern auch die WSOP in Las Vegas.
d4nid4nsen: Wie siehst du die Entwicklung des Pokers und dessen Ansehen in Deutschland und welche Resonanz hast du als "Botschafter" und prominenter Pokerspieler in der Gesellschaft wahrgenommen?
Boris Becker: Ich denke, dass nicht zuletzt die Arbeit, die PokerStars leistet, enorm dazu beigetragen hat, dass Poker jedes Jahr an Bekanntheit zulegt. Ich hoffe, dass ich dazu auch einen Beitrag leisten kann, indem ich in TV-Spots und diversen Medienauftritten dem Poker mein Gesicht gebe. Dennoch ist das Limit noch lange nicht erreicht.
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| Boris Becker bem PokerStars.com Carribean Adventure 2010 |
humanplayer: Gibt es einen bekannten Pokerspieler, den du als Vorbild hast?
Boris Becker: In meiner Pokerkarriere hatte ich zwar oft das Glück, mit einigen Weltklassespielern wie Phil Ivey oder Daniel Negreanu am Tisch zu sitzen, ich würde aber nicht soweit gehen, diese Top-Leute als Idole zu bezeichnen. Sie sind jedoch die besten Spieler, gegen die ich bislang angetreten bin.
ryyti: Wie bist du auf die Idee gekommen, Poker zu spielen?
Boris Becker: Während meiner aktiven Tenniskarriere verbrachte ich viel Zeit auf Reisen oder musste im Umkleideraum auf den Beginn eines Matches warten. Diese Zeit habe ich dann mit Spielen wie Backgammon, Schach oder eben Poker verbracht. So hat eins zum anderen geführt.
djeymoo: Was hältst du von den anderen Prominenten, die jetzt ebenfalls mit dem Pokern anfangen?
Boris Becker: Ich würde in diesem Fall nicht von Karrieren, sondern von einer Leidenschaft für diesen Sport sprechen. Es freut mich aber, dass Poker davon profitiert, wenn auch viele Prominente zu den Karten greifen.
javi2332: Im Tennis braucht man Training, Disziplin und Talent. Denkst du, dass man diese Dinge ebenfalls für Poker benötigt?
Boris Becker: Absolut. Ohne Disziplin und Training geht es nicht – ein wenig Talent kann dabei natürlich auch nicht schaden.
mak123: Ich kann mich daran erinnern, dass du ein aggressiver Tennisspieler warst – bist du auch ein aggressiver Pokerspieler?
Boris Becker: Ich bemühe mich, auch beim Poker möglichst aggressiv zu agieren, aber ich warte dabei immer auf die richtige Gelegenheit, deswegen muss ich hier etwas mehr Geduld mitbringen als im Tennis.
letchlord: Bist du dem Poker so zugetan wie dem Tennis und wieviel Zeit verbringst du täglich mit dem Pokern?
Boris Becker: Absolut. Schon während meiner aktiven Tenniszeit haben wir beispielsweise in den Regenpausen oder auf Reisen viel gepokert. Ich finde einfach, dass es ein großartiger Sport ist, um sich mental fit zu halten. Ich pokere auch heute noch, so oft es meine Zeit eben zulässt und habe sogar bei mir zu Hause einen eigenen Pokertisch, an dem ich oft mit Freunden spiele.

