Heute beschäftigt sich Dara O'Kearney damit, wie man mit einer mittelstarken Hand am meisten Value generiert.
Dara O'Kearney
Häufig bekomme ich Fragen von Spielerinnen oder Spielern, die noch nicht ganz mit dem Konzept von dünnen Valuebets vertraut sind.
Oft setzen diese nur, wenn sie sich sicher sind, das beste Blatt zu haben - das ist definitiv keine dünne Valuebet.
Ein weiteres Problem ist, dass sie nur dann anspielen, wenn sie davon überzeugt sind, die beste Hand zu haben. Das sind dann aber Situationen in denen alle Kombinationen, die sie selbst folden würden, ebenfalls passen. Das ist auch keine dünne Valuebet.
Eine dünne Valuebet ist eine Hand, die in etwas mehr als der Hälfte der Fälle vorne liegt, wenn man gecallt wird.
Das bedeutet zwar, dass man häufig von besseren Händen gecallt wird, aber auf lange Sicht wird man EV generieren, insbesondere auf den Low Stakes.
Nicht mittelmäßig sein
Keine Angst vor einem Check/Raise
Starke Spielerinnen und Spieler finden dünne Valuebets. Mittelmäßige haben Angst vor einem Check/Raise. Oft wird deshalb ebenfalls gecheckt.
Ein häufiger Einwand, den ich höre, ist, dass die Gegner mit schlechteren Händen als der von mir vorgeschlagenen eine dünne Valuebet nicht mitgehen würden.
Wenn das der Fall ist, großartig! Gegen diese Kontrahenten sollte man extrem viele Bluffs in der Range haben.
Wenn man sich dabei ertappt, dass man den River zurück checkt und der Gegner mit einer Hand auftaucht, mit der er verloren hat, ist man nicht ausreichend für Value gegangen.
Auch das Gefühl von Erleichterung, wenn die Hand vorbei ist, ist definitiv nicht förderlich. Der Instinkt sollte sein „Mist, ich habe eine dünne Valuebet verpasst".
Von guten Spielern kassiert man zwar von Zeit zu Zeit ein Check/Raise oder man wird gecallt, aber auf lange Sicht verbrennt man Geld, wenn man keine dünnen Valuebets im Repertoire hat.